Lost in Buenos Aires

… oder wie kompliziert es sein kann in Argentinien mit dem Bus zu fahren – und mit ein paar Tipps für euren Urlaub. Ich weiß wirklich nicht, wann ich mich zuletzt so verloren gefühlt habe, aber zumindest kann ich mittlerweile darüber lachen.

 

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Meine erste Reise nach Südamerika

Im September 2015 schaffte ich es endlich das erste Mal in meinem Leben Europa zu verlassen. Ein Freund aus Buenos Aires lud mich in seine Heimatland ein. Wir haben uns etwa eineinhalb Jahre zuvor in Madrid kennengelernt. Wir waren damals beide im Urlaub und schliefen im selben Raum im Hostel, zusammen mit sechs anderen Fremden. Na ja, für mich waren es eigentlich nur fünf Fremde, denn ich war mit einer meiner ältesten Freundinnen unterwegs, um ein paar neue Orte in Spanien zu bereisen, unter anderem besuchten wir eine Freundin während ihres Praktikums auf Teneriffa.

Mein argentinischer Freund Fabi lebt in Banfield, was wiederum ziemlich nah an Buenos Aires dran liegt. Er holte mich zunächst vom Flughafen ab und brachte mich in seine Wohnung. Leider musste er recht schnell wieder los, da er zurück an die Arbeit musste. Daher war ich auf mich alleine gestellt. Nachdem ich mich etwas frisch gemacht hatte, wollte ich in die Innenstadt fahren. Eigentlich dachte ich, dass das alles kein Problem werden würde … aber ich fürchte, da wusste ich noch nicht, wie anders das Bussystem für Europäer ist.

 

 

Keine Fahrpläne und versteckte Bushaltestellen

Vielleicht liegt es daran, dass ich Deutsche bin. Laut den Klischees sind wir stets sehr pünktlich und viel beschäftigt. Auch wenn das sicher DSCN4243nicht für jeden gelten  wird. Aber unsere Busse haben zumindest feste Abfahrtszeiten (auch wenn sie auch gerne mal etwas später kommen) und festgelegte Strecken. Ich war mir in Buenos Aires ehrlich gesagt nicht immer ganz sicher, ob das für hier auch gilt. Sie haben auf jeden Fall keine Busfahrpläne. Es kann schon Mal passieren, dass der selbe Bus mehrmals hintereinander kommt und andere Male wartest du eine halbe Ewigkeit auf deinen Bus. Die Strecken und Bushaltestellen waren mir ein absolutes Rätsel. Die meisten Busse stoppen nach jedem zweiten Block (gemeint sind Häuserblöcke, also quasi jede zweite Einbiegung, und die kamen verdammt oft) – in Argentinien zählt man alles in Blöcken ab. Das Problem ist, dass diese Haltestellen nur schwer zu erkennen sind und auch meistens, anders als bei uns, keine Haltestellennamen haben. Ich glaube, es gibt ein kleines Zeichen, an dem man sie erkennen kann, aber man braucht schon ein geschultes Auge dafür.

Aber das sind nicht die einzigen Probleme, die als Tourist auf einen zukommen. Wenn man das erste Mal Geld von der Bank abhebt, bekommt man natürlich nur Geldscheine. Der Bus kann jedoch nur mit Münzen oder einer speziellen Busfahrkarte bezahlt werden. Genau das Problem hatte ich dummerweise auch. Daher musste ich auch jemanden anderen fragen, ob er mir den Bus bezahlen könne, weil ich mit meinem Geld nicht für mich selbst bezahlen konnte. Tatsächlich scheint es nicht besonders schwer zu sein jemanden zu finden, der den Bus für einen mitbezahlt. Alle Argentinier die ich getroffen habe waren so unglaublich freundlich und hilfsbereit. Das größere Problem wird sein jemanden zu finden, der Englisch spricht (wenn du Spanisch sprichst, hast du das Problem natürlich nicht). Nachdem ich fünf Menschen angesprochen hatte, traf ich ein Mädchen, das Englisch sprach. Aber sie musste leider in eine andere Richtung. Sie fragte jedoch ein anderes Mädchen, ob diese mir helfen könne. Das erwies sich als etwas kompliziert, denn diese sprach wiederum kein Wort Englisch und ich hatte gefühlt alles Spanisch, was ich jemals gelernt hatte, einfach wieder vergessen. Wir standen also am Straßenrand und warteten auf den richtigen Bus – Es vergingen sicher 30 Minuten. Sie stoppte einige Busse und fragte diese dann etwas, das einzige was ich verstand war „Inglesa“ (Englisch) und „chica“ (Mädchen) und ahnte daher, dass sie über mich sprach. Aber die ganzen Busfahrer schüttelten immer nur ihre Köpfe und sie stellte sich wieder stumm neben mich. Ich hatte etwas Angst, dass sie nur solange für den richtigen Bus warten musste, da sie einen brauchte, den wir beide nutzen konnten.

 

Holprige Busfahrten und kein „Inglesa“
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Obelisco, Buenos Aires

Endlich kam ein Bus, den wir nehmen konnten. In Argentinien muss man die Busse stoppen, in dem man ihnen seine ausgestreckte Handfläche entgegen hält. Sie werden nicht automatisch halten, nur weil Menschen an der Haltestelle warten und wenn die Busse zu voll sind, wird der Bus trotz allem einfach weiterfahren. Öffentliche Verkehrsmittel sind sehr günstig in Buenos Aires. Deswegen wollte das argentinische Mädchen wahrscheinlich auch kein Geld von mir annehmen (ich habe es wirklich versucht), aber vermutlich auch weil Argentinier einfach unglaublich freundlich sind. Das Mädchen stieg schon einige Stopps später wieder aus. Bevor sie ausstieg, bat sie den Busfahrer noch, mich an der richtigen Haltestelle herauszuschicken (sie erklärte es mir ebenfalls mit Hilfe einer Übersetzungs-App). Aber natürlich sprach der Busfahrer auch kein Englisch. Ich saß in der ersten Reihe, gleich rechts vom Busfahrer und beobachtete alle Menschen und Orte, an denen wir vorbei fuhren. Der Bus fuhr so schnell, dass es mich ordentlich durchschüttelte. Überhaupt öffnet der Busfahrer bereits die Türen während der Fahrt und fuhr auch sofort wieder los, sobald der letzte eingestiegen war, auch wenn dieser noch gar nicht bezahlt hatte.

Ich saß mehr als eine Stunde in diesem Bus. Ich fühlte mich schrecklich verloren, da ich keinen blassen Schimmer hatte, wo ich war, geschweige denn, wie ich zu dem Platz kommen sollte, an dem ich mich mit Fabi treffen wollte. Ich hoffte einfach nur, dass mich der Busfahrer an einem belebten Platz rausschicken würde und nicht in irgendeiner zwielichtigen Seitenstraße. Während dieser Fahrt sah ich wirklich alles: von heruntergekommenen Straßen mit tiefen Schlaglöchern in viel zu engen Gassen, bis hin zu mehrspurigen breiten Straßen umgeben von pompösen Bauten. Doch für eine Sekunde vergaß ich einfach alle Probleme, denn während dieser Fahrt sah ich, glaube ich, den schönsten Sonnenuntergang meines Lebens, der sich über die breiten Straßen des Highways zog.

 

Die gefährliche Stadt

Nach gefühlt tausend Stopps fand der Busfahrer eine Frau, die ein paar vereinzelte Worte Englisch sprach. Sie erklärte mir, dass ich den Bus noch zweimal wechseln müsse. Ich zeigte ihr meinen Stadtplan von Buenos Aires und fragte sie, wo ich sei. Sie meinte, der Ort sei noch nicht auf der Karte eingezeichnet. Das ist der Moment, indem du davon überzeugt bist, dass du niemals ankommen wirst. Die Frau half mir aber schließlich den richtigen Bus zu finden, den ich nehmen musste. Sie rief dann sogar ihre Mutter an, damit diese mir alles auf Englisch erklären konnte, da sie einige Probleme mit der Sprache hatte. Ich war ihr wirklich so dankbar. Nach ein paar Haltestellen wechselten wir den Bus und nach einer längeren Zeit, wechselten wir ihn erneut. Sie bezahlte den Bus für mich und stieg schnell wieder aus. Also stand ich wieder alleine im Bus und hatte erneut keine Ahnung, an welcher Haltestelle ich eigentlich aussteigen müsste. Eine andere Frau sprach mich an. Sie fragte mich in Englisch, ob ich ein Tourist wäre und woher ich sei. Ich kam etwas mit ihr ins Gespräch und fragte sie schließlich, ob sie mir sagen könnte, an welcher Haltestelle ich den Bus wieder verlassen müsse. Sie meinte, ich solle einfach an der letzten Bushaltestelle aussteigen, allerdings sei es dort nicht besonders sicher. Sie meinte, wenn ich meinen Freund nicht finden würde, sollte ich auf jeden Fall ein Taxi nehmen, denn es sei zu gefährlich für mich, dort alleine herumzulaufen. Das war nicht gerade das, was ich hören wollte. Das erinnerte mich daran, dass meine Schwester mich gebeten hatte, ihr jeden zweiten Tag eine Nachricht zu schicken, damit sie wüsste, dass es mir gut gehe (später meinte sie zum Glück, dass auch jeder vierte Tag ausreichend sei). Die Frau verließ den Bus ein paar Haltestellen vor mir. Um genau zu sein sagte mir der Busfahrer, wann ich den Bus verlassen sollte.

 

Happy End und mein Résumé
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Torre Monumental, Retiro in Buenos Aires

Die Hauptstraßen Buenos Aires‘ sind echt riesig und dort gibt es so viel Verkehr und tausende von Menschen (zudem war Freitagabend). Mich verwirrten die tausenden Straßen eher etwas. Ich hatte wirklich keine Ahnung, in welche Richtung ich laufen sollte. Ich war am Retiro Bahnhof. Um genau zu sein sind dort zig verschiedene Haltestellen für Busse und Züge. Ich schaute nach ein paar Zügen, ob mich einer eventuell wieder zurück nach Banfield bringen würde. Aber am Ende hatte ich doch noch Glück. Ich erreichte Fabi endlich auf seinem Handy und wir trafen uns an der großen Uhr bei der Retiro Station. Ich war so glücklich ihn endlich gefunden zu haben.

Mein Résumé: Wenn du das erste Mal in Buenos Aires bist, ist es wirklich verdammt schwer den richtigen Bus zu finden und zu wissen, wo man wieder aussteigen muss. Freunde von mir waren ebenfalls in Buenos Aires und erzählten mir, dass sie versucht hatten den Bus zu nehmen, jedoch zu früh ausgestiegen seien, obwohl sie die Haltestellen extra mitgezählt hätten. Ich glaube, ich habe bis zum Ende meines Urlaubs immer nur die gleichen zwei Buslinien genutzt, weil die beiden Linien die einzigen waren, bei denen ich wusste, wo ich ein- bzw. wieder aussteigen musste. Es ist um einiges einfacher Züge  oder Metros zu nehmen, da diese Haltestelle feste Namen haben und an jeder Station halten. Somit funktioniert es wie in jeder anderen größeren Stadt. Daher wäre mein Ratschlag auf jeden Fall sich eher an Züge und Metros zu halten. Um die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen zu können, benötigst du eine Sube-Karte. Diese Karte kann in den meisten Kiosken (kioskos) gekauft und mit Geld aufgeladen werden.

Ach ja, Argentinier haben im Übrigen ein spezielles Wort für Busse, sie nennen ihn „Bondi“.

 

 

 

Karneval der Kulturen

Berlin ist für seine Multikulturalität bekannt. Und genau das ist einer der Gründe, weshalb die Berliner das Fest „Karneval der Kulturen“ jeden Mai in Kreuzberg feiern. Das Highlight des Festivals ist der große Umzug sonntags.

 

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Karneval der Kulturen in Kreuzberg

„Karneval der Kulturen“ ist ein riesiges Urban-Festival mit einem bunten Programm über vier Tage verteilt in Berlin-Kreuzberg. Und das beste: das Ganze ist kostenlos. Das Festival besteht zum einen aus vielen verschiedenen Ständen mit allem möglichen Gerichten und Getränken von aller Welt, aber natürlich auch Kleidung, Spielsachen, Musik Instrumenten, Schmuck und anderen kleinen Schätzen. Darüber hinaus hat das Festival einen „Grünen Bereich“ und viele Bühnen, auf denen verschiedene Künstler und Musiker ihr Programm präsentieren.

 

 

Empanada von einem uruguayischen Stand

Besonders gefallen haben mir die vielen kleinen Stände mit den unterschiedlichen Essensangeboten. Die Freude war besonders groß, als ich einen uruguayischen Stand fand, welcher Empanadas und Alfajores anbot. Leider waren die Alfajores bereits ausverkauft, aber zumindest bei den Empanadas hatte ich noch Glück und konnte ein Empanada con Carne (mit Fleisch) ergattern. Ich war im vergangen Jahr in Südamerika. Das war auch das erste Mal, als ich Empanadas (und Alfajores) probiert habe und habe mich gleich ein bisschen verliebt. Empanadas sind gebackene oder fritierte Teigtaschen. Sie können mit allem mögliche gefüllt sein, wie verschiedenem Fleisch, Gemüse, Käse und ähnlichem.

Ich kam gleich mit den Standbetreibern ins Gespräch und erzählte ihnen, dass ich im vergangen Jahr erstmals nach Uruguay gereist bin.

Empanada und Tartes
Empanada und Tartes

Sie schienen etwas überrascht (vermutlich weil ich klein und blondhaarig bin). Der Blick wandelte sich in Skepsis, als ich erzählte, dass ich alleine unterwegs gewesen war und mit dem Bus von Colonia del Sacramento (die kleine Stadt liegt im Südwesten Uruguays und ist mit der Fähre nur eine Stunde von Buenos Aires entfernt, wenn man den Río de la Plata überquert) in die Hauptstadt Montevideo gefahren sei.
Der Empanada vom Karneval der Kulturen war übrigens echt lecker, aber natürlich nicht ganz vergleichbar mit den Originalen aus Südamerika.

 

 

Viele Besucher beim Karnveal der Kulturen
Früchte und Gemüse
Im Park relaxen bei Live Musik und Bier
Alpaka-Pullover aus Peru
Schlüsselanhänger und Traumfänger
Bunte Hosen, Taschen und Schals
Alt-böhmischer Kuchen
Der Grüne Bereich
Das Festival endete um Mitternacht
Unterschiedliche Stände

An den verschiedenen Ständen vom Karneval der Kulturen lässt sich alles mögliche kaufen. Dort finden sich hübsche und exotische Kleidung, aber auch Accessoires wie Ketten und Armbänder. Es gab sogar ein Zelt mit einer Wahrsagerin, welche gegen Geld ihre Dienste anbot. Ein Mann versuchte mir eine aus Holz geschnitzte Flöte zu DSCN7168verkaufen, sie war richtig hübsch. Er bot auch tolle bemalte Rasseln an. Allerdings bezweifle ich leider, dass ich so eine gute Musikerin wäre. Ich wollte damals mal Gitarre lernen und kaufte mir die günstigste die ich im Internet finden konnte (Wenn ich mich richtig erinnere, bezahlte ich rund 30 Euro), aber wie das eben so ist, verließ mich die Muße dann doch recht früh und deswegen habe ich nie so wirklich das Spielen gelernt.

 

Parade und Straßenfest in Berlin
 
Fast zehn Stunden brauchte die Parade um vom Anfangspunkt am Hermannplatz bis zum Ende in der Yorkstraße/ Möckernstraße zu kommen
Verschiedene Karawanen präsentieren Tänze und zeigen ihre hübschen Kostüme
 
Brasilianische Tänzerinnen in ihren Kostümen
 
Blaue Avatare
 
Straßenumzug in Berlin

Eine der Highlights des Karnevals ist der Umzug am Sonntag. Über 1,3 Millionen Menschen kommen hier zusammen. Verschiedene Tanzgruppen, Musiker und andere Artisten feiern und tanzen durch die Straßen Kreuzbergs (vom Hermannplatz bis zur Yorkstraße/Möckernstraße) und verwandeln diese in eine große Bühne. In diesem Jahr startete die Parade um 14.30 Uhr und endete gegen Abend um ca. 21.30 Uhr. Sie bestand aus über 70 Gruppen. Die Zuschauer können auch selbst zum Teil des Umzugs werden und zwischen den großen Wägen zu dessen Musik mittanzen und feiern. Genau das machten auch meine Freunde und ich. Um ehrlich zu sein, es war nicht gerade meine Lieblingsmusik (ziemlich viel Techno), aber DSCN7198die Stimmung war wirklich großartig und die Leute einfach total gut gelaunt und verrückt (und einige eventuell auch etwas betrunken). Aber die Straßen waren einfach voller tanzender Menschen und das war ein wirklich tolles Gefühl. Alle Straßen, über die der Umzug zog, waren im Übrigen natürlich auch für den Autoverkehr gesperrt. Es war einfach eine gigantische Party und die ganze Stadt war Teil davon.

Die offizielle Homepage des “Karneval der Kulturen”

 

 

 

Food Market in Berlin

Ich liebe es neues Essen aus anderen Ländern kennenzulernen oder auch Gerichte zu essen, die ich bereits von meinen letzten Reisen kenne (das erinnert mich immer an die guten Zeiten dort). Deswegen habe ich mich auch besonders gefreut, als ich gehört habe, dass es regelmäßig einen Food Market am „Görlitzer Bahnhof“ in Berlin gibt.

Arepas

 

Von der Schweiz bis nach Peru …

In Berlin kann zwischen verschiedenen Food Märkten gewählt werden. Ich war mit einem Freund in der „Markthalle Neun“ (Eisenbahnstraße 42/43, Berlin-Kreuzberg) in der Nähe des „Görlitzer Bahnhofs“ (U1) und wollte dort einige neue kulinarische Experimente wagen. Der Markt hat jeden Donnerstag zwischen 17.00 und 22.00 Uhr geöffnet. Dort finden sich alle möglichen Gerichte von so ziemlich jedem Fleckchen Erde, den es so gibt. Von der Schweiz bis Peru, über den Vietnam bis zu Italien kann zwischen verschiedenen Ständen mit unterschiedlichem Essen, auch aus „ungewöhnlicheren“ Ländern, gewählt werden.

Sommerrolle

Als erstes entschieden wir uns für etwas Asiatisches, was uns als „Sommerrolle“ angepriesen wurde. Dabei handelt es sich um gefülltes Reispapier mit Tofu, Paprika, Gurke, Reisnudeln, Chinakohl und frischen Kräutern mit Erdnuss-Hoisin Soße. Es war richtig lecker.  Mein Freund kauft sich noch etwas ähnliches wie Samosa gefüllt mit Fleisch von einem afrikanischen Stand.

Die Location des Foodmarkts: Die Markthalle Neun
"Sommerrolle" an einer der aasiastischen Stände
Kimshi, ein typisches Gericht aus Korea
Ein Naanwich mit Fleisch vom indischen Stand
Ein Plätzchen, zum Ausruhen, ein Glas Wein trinken und um sich zu unterhalten
Kleine leckere Kuchen
Mein Dessert: Mousse au chocolat in einer fluffigen Waffel

Naan Brot + Sandwich = Naanwich

Es war wirklich ziemlich schwierig sich zwischen den einzelnen Angeboten zu entscheiden, da es so viele unterschiedliche und kreative Gerichte gab, welche auch einfach so lecker aussahen. Am Ende haben wir uns schließlich für „Naanwich“ entschieden. Das Wort setzt sich aus den beiden Begriffen des Naan Brotes (für Indien typisches Brot) und natürlich dem Sandwich zusammen. Da liegt es nahe, dass es sich bei „Naanwich“ um indisches Essen gehandelt hat. Es konnte zwischen Fleisch (12 Stunden gekochtes Schweinefleisch) und Tikka Käse (Panir) gewählt werden. Das war mit Salat, verschiedenes Gemüse, Koriander und Mint-Joghurt-Soße in Brot eingewickelt. Es war aber alles andere als einfach das zu essen, dafür schmeckte es umso besser (ehrlich gesagt liebe ich indisches Essen sowieso).

Fluffige Waffeln gefüllt mit Mousse au Chocolat

Mein Freund entschloss sich noch den Wein zu probieren, der auf dem Markt an einem Weinstand angeboten wurde. Ich wollte mein Geld lieber in einen Nachtisch investieren. Leider habe ich den Namen vergessen. Aber es war eine Waffel (total fluffig) auf eine bestimmte Art eingerollt, bis es Ähnlichkeit mit einer normalen Eiswaffel hatte, und gefüllt mit Mousse au Chocolat. Natürlich konnte man zwischen verschiedenen Füllungen wählen, neben Baileys auch zwischen Erdbeer, Banane, Nutella oder einfach klassisch mit Zimt und Zucker. Der Abend war wirklich sehr gelungen, weswegen wir auf jeden Fall mal wieder kommen werden. Nach dem der Markt geschlossen hatte, dehnten wir den Abend noch etwas mit einem Bier in der nächsten Bar aus.

Offizielle Seite: Markthalle Neun

 

Das erste Mal in einer Moschee

Wenn ein westeuropäisches Mädchen zum ersten Mal eine Moschee betritt …

 

 

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Besuch der Hagia Sophia in Istanbul

Die meisten Einwanderer meines Heimatlandes Deutschland kommen wohl aus der Türkei. Trotz allem kann ich nicht gerade von mir behaupten besonders viel über den Islam zu wissen. Ein guter Freund von mir hat mal versucht mir ein bisschen was beizubringen und erklärte mir, was es mit den fünf Säulen des Islams auf sich hat. Seine Mutter ist aus der Türkei, weshalb er natürlich um einiges besser Bescheid weiß, als ich. Ich wollte schon seit längerer Zeit unbedingt mal eine Moschee besuchen und vor allem von innen sehen. Bei einem Uni-Austausch mit Istanbul bekam ich dann endlich die Gelegenheit.

Meine erstes „Erlebnis“ im Bezug auf eine Moschee war aber praktisch gesehen schon drei Tage vor dem eigentlichen Besuch. Als wir in die Stadt liefen begann ein Muezzin auf einmal von einem der Minarette herunter zu rufen und zu beten. Für mich war das anfangs erst mal ein ziemlich eigenartiges Gefühl. Vor allem weil meine Begleitung und ich begannen uns beinahe schon etwas anzuschreien, um uns über die Rufe des Muezzins hinaus weiter unterhalten zu können. Aber vielleicht kann man diese Gebetsrufe am Ende doch mit den Glocken der christlichen Kirchen vergleichen, diese sollen ja schließlich auch die Gläubigen in die Kirche rufen. 

Rituelle Waschungen und blaue Tücher

Ich mag die Architektur der vielen riesigen Moscheen in Istanbul wirklich sehr gerne. Wir besuchten die Hagia Sophia. Zunächst waschen die Muslime sich, bevor sie die Moschee betreten. Dazu sind Außen eine Reihe von Wasserhähnen angebracht. Männer und Frauen haben jeweils voneinander getrennte Waschplätze, an den jeweils gegenüberliegenden Seiten der Moschee. Es gibt eine Art vorgeschriebenes Waschritual, nachdem sich gewaschen wird und welches auch bestimmt, wann man sich waschen muss. Eine der fünf Säulen schließt das Beten ein, nach diesem sollten Muslime fünf Mal am Tag beten. Das wichtigste dieser Gebete ist jedoch freitags. 

DSCN6727Nach dem Waschen von Gesicht, Kopf und Füßen (ehrlich gesagt schauten die meisten unserer Gruppe nur dabei zu), kamen wir zu einer Menschenschlange vor der Moschee. Vor dieser verteilten Männer blaue Tücher und Röcke an Frauen. Denn Frauen, welche in die Moschee wollen, müssen ihre Beine, Arme und ihr Haar bedecken. Deswegen versuchten wir alle mehr oder weniger erfolgreich unsere Haarpracht unter den blauen Tüchern zu verstecken und bekamen auch alle blaue lange Röcke (ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so genau, warum – Wir hatten alle lange Hosen an, aber der Mann am Eingang war wohl der Meinung, unsere Beine seien zu dünn). 

Bevor die Moschee endlich betreten werden darf, müssen auf dem Flur davor die Schuhe ausgezogen werden. Jeder bekam eine Plastiktüte, um seine Schuhe dort hineinzutun und mit sich herumtragen zu können.

 

Mit Selfiestick in die Moschee

Endlich war es so weit, wir durften in die Moschee. Die Hagia Sophia ist wirklich riesig, sehr schön und hat – ich denke wie jede Moschee – sehr viele Kuppeln. Die ganze Moschee ist mit Teppich ausgelegt. Einer unserer deutschen Austauschstudenten meinte, dass sich das Laufen ohne Schuhe auf dem Teppich ein bisschen wie das typische „Zuhause-Feeling“ anfühle. Wir sollten vielleicht auch Teppich in unseren Kirchen auslegen und diese dann auch nur noch ohne Schuhe betreten. – Das war zumindest ein Vorschlag.   

Die Moschee wirkte sehr hell und bunt mit den vielen wunderhübschen Fenstern, bemalten Kuppeln und Säulen. Die Leuchter hingen ungewöhnlich tief. In der Hagia Sophia sind sehr viele Touristen. Ehrlich gesagt wirkt es teilweise etwas merkwürdig, wenn die Frauen mit ihren Kopftüchern auf dem Kopf und dem Selfiestick in der Hand in der Moschee für ein Foto posieren. 

Es war wirklich sehr interessant zum ersten Mal in einer Moschee gewesen zu sein und auch etwas mehr über die zweitgrößte Religion der Welt erfahren zu haben.