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Meine erste Woche in Seoul

Südkorea, aber auch Seoul, stecken voller neuer Erfahrungen, Unterschieden in Kultur, anderen Schriftzeichen, Essen und sogar im alltäglichen Leben. Es ist ein Land voller Gegensätze. Das neuzeitliche Korea mit all seiner moderner Technik im Vergleich zum alten, traditionellen Korea mit seinen Palästen und dem Hanbok … In diesem Beitrag will ich über meine erste Woche als Auslandsstudentin in Seoul berichten.

 

 

Facts über Südkorea und Seoul

Der offizielle Name von Südkorea ist Republik Korea. Die offizielle Sprache ist Koreanisch und die offizielle Schriftsprache ist Hangul. Korea wurde im Jahre 1910 durch das Imperium Japan regiert und nach dem zweiten Weltkrieg in Nord- und Südkorea geteilt. Seit der Teilung ist Südkoreas einzige Landesgrenze de facto zu Nordkorea. Die Hauptstadt der Republik Korea ist Seoul. Sie ist zudem die größte Stadt des Landes und die 16. größte Stadt der Welt. Rund 50% der Bevölkerung Südkoreas lebt in der Metropolregion Seoul.

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Meine erste Woche in Seoul

Mein Auslandssemester in Seoul ist gestartet. Ich bin nach etwa 18 Stunden, mit einem kleinen Zwischenstop in Abu Dhabi, endlich in Seoul gelandet. Südkorea hat einen Zeitunterschied von sieben Stunden zu Deutschland. Ich hatte aber Glück und überraschenderweise mit keinem Jetlag zu kämpfen und auch das Wetter ist bisher ganz gut – irgendwas zwischen Spätsommer und frühem Herbst.

 

 

Ich studiere an der EWHA Womans University, welche einen wirklich hübschen Campus hat und welcher in Seoul sogar als kleine Touristen dscn7825Attraktion gilt. Mieten und vor allem Kautionen sind in Südkorea unglaublich hoch, weshalb ich ziemlich erleichtert war, einen Platz in einem Wohnheim bekommen zu haben (wenn du mehr lesen willst, klick einfach hier um meinen Beitrag Ausgangssperre. Frauen Universität. Visum. Und eine Menge an Vorbereitungen. zu lesen). Auch die Unterhaltskosten sind unheimlich hochpreisig in Korea, was das Land wiederum im Vergleich zu Deutschland, aber auch vielen anderen Ländern der Welt, ziemlich teuer macht. Daher sind auch Lebensmittelpreise in den Supermärkten, aber auch in den kleinen Warenläden vergleichsweise hoch, vor allem Obst und Gemüse (beispielsweise fünf Äpfel kosten etwa 6.000 ₩, das sind etwa 5 Euro). Meiner Meinung nach sind dagegen manche Restaurants Koreas nicht ganz so teuer. Und ich liebe es, dass man immer und zu jeder Mahlzeit kostenloses Wasser bekommt und dies auch immer wieder nachfüllen lassen kann. Der einfachste Weg günstig zu essen ist vermutlich das Streetfood (man zahlt etwas zwischen 1,60-4,20€). Ebenfalls üblich ist das Bestellen von Essen, hier hat sogar McDonalds seinen eigenen Lieferdienst. An öffentlichen Plätzen, wie dem Han-Fluss, kann man auch schon mal gut 40 Flyer für Lieferservice in die Hand gedrückt bekommen. Aber ich werde noch einen eigenen Beitrag nur über koreanisches Essen schreiben und mehr dazu erzählen.

 

 

Das Lernen neuer Schriftzeichen

Hangul (한글) ist die offizielle Schriftsprache in Korea. Obwohl es auf den ersten Blick relativ kompliziert aussieht, ist es doch gar nicht so schwer zu lernen. In meinem Unibuch für steht, dass Koreanisch die zwölft meist genutzte Sprache der Welt ist und damit sogar noch vor Französisch und Italienisch kommt (klingt unglaublich, ich weiß).

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König Sejong, der Hangul erfunden hat

Hangul wurde 1443 von König Sejong, dem vierten Monarchen während der Joseon-Dynastie, erfunden.  Das neue Alphabet sollte den einfachen Leuten helfen schreiben und lesen zu lernen. Denn vor Hangul wurde Koreanisch mit chinesischen Zeichen geschrieben. Man sagt ein weiser Mann lerne Hangul im Laufe eines Tages, ein dummer Mann benötige zehn Tage. Ich habe Koreanisch zweimal in der Woche, daher habe ich Hangul in sieben Tagen gelernt ;). Das moderne Hangul besteht aus 24 Buchstaben und 27 Digraphen. Aber auch wer kein Koreanisch spricht, findet meistens, vor allem in Seoul, schnell jemanden der Englisch spricht und versucht einem zu helfen und außerdem sind auch alle Metroanzeigen und Haltestellendurchsagen auf Englisch.

 

Der Blick von meiner Universität Richtung Stadt.
Auf dem Campus der EWHA
 
 
 
 
 
Am Han-Fluss (Hangang)
Wir haben 41 Flyer für Bestelldienste am Han-Fluss bekommen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der City Tour Bus von Seoul
 
Soju ist der beliebteste Alkohol in Korea und eine Flasche sogar noch billiger als eine Dose Bier.
 
 
Der Pavillion am Namsan Tower
 
 
Ein Untergrundmuseum erklärt die Geschichten von König Sejong und Admiral Yi Sunshin. Die Statue zeigt den Admiral.
Im Untergrundmuseum
 
Kulturtag in Korea

Seit 2014 ist jeder letzte Mittwoch im Monat ein sogenannter Kulturtag. dscn7426 Das bedeutet Museen und Kinos bieten ihren Besuchern Rabatte an, manchmal sogar freien Eintritt oder verlängerte Öffnungszeiten. Da ich Ende August in Seoul angekommen bin, haben wir bereits das Seoul Museum of History besichtigt. Das Museum zeigt die Geschichte und Kultur Seouls von der Joseon-Dynastie (1392-1910) bis zum heutigen Tag. Es repräsentiert das Leben der Menschen in Korea, auch während das Land unter der Kontrolle Japans stand bis in die späten 90er.

 

Seoul Museum of Histroy
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Samul nori – Traditioneller koreanische Musik mit Tanz

Samul nori ist ein Musikgenre der traditionellen koreanischen Musik verbunden mit Tanz. Meine Mitbewohnerin und ich hatten Glück solch einen Tanz durch Zufall mitzuerleben, er wurde von koreanischen Studentinnen unserer Uni aufgeführt. Samul nori nutzt unterschiedliche Schlaginstrumente. Sie haben einen kleinen Gong (Kkwaenggwari), einen größeren Gong (Jing),  eine sanduhrförmige Trommel (Janggu) und eine Fass-Trommel (Buk drum). Die Studentinnen trugen wunderhübsche, koreanische Kleider, welche Hanbok genannt werden. Zwei der Studentinnen waren etwas anderes gekleidet und gaben mit Hilfe der kleinen Gongs den Rhythmus vor. Manche Zuschauer liefen während den Tänzen nach vorne und klemmten den Studentinnen Geldscheine unter deren Hüte. dscn7540
Zudem gab es eine kleine Zeremonie zu Beginn der Tänze. Wir verstanden nicht, was sie vorher erzählten (da es auf Koreanisch war), aber ein Mädchen hielt eine Schweinemaske in ihren Händen.  Schweine zählen hier als Glücksbringer. Manche Mädchen standen dann in einer Reihe, bekamen zunächst erst etwas zu trinken, knieten dann nieder und standen danach wieder auf und steckten kleine Zettelchen durch die Schweinemaske. Vielleicht standen darauf ihre Wünsche oder sowas ähnliches.

 

 
 
 
 
 
 
 
Namsan Tower
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Namsan Tower

Der offizielle Name des Namsan Towers ist N Seoul Tower und eine der bekanntesten Attraktionen Seouls. Es ist ein Fernsehturm und trägt seinen Namen nach dem Berg, auf dem er steht. Wenn man auf den Namsan Tower möchte, kann man den Berg entweder mit Hilfe einer kleinen Seilbahn erreichen oder durch viele, viele Treppen. Ich würde aber tatsächlich die Treppen wegen des tollen Ausblicks empfehlen. Der Turm ist etwa 237 Meter hoch und gibt einen tollen Ausblick über die ganze Stadt. Für Sparfüchse ist der Besuch des eigentlichen Turms meiner Meinung nach aber nicht unbedingt notwendig, da die Aussicht bereits sehr gut vom eigentlichen Berg Namsan am Boden des Turmes ist. Dort ist ebenfalls eine Aussichtsplattform, an der sehr viele Liebesschlösser hängen. Diese können sogar im Turm selbst gekauft werden. Der Eintritt zum Namsan Tower kostet für Erwachsene 10.000 ₩ (ca. 8,30€). Allerdings ist die Aussichtsplattform nur im Inneren und um die Fenster herum sind jede Menge hellerleuchtete Stände, welche ein ordentliches Foto durch die Scheiben noch zusätzlich erschweren.

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Der Ausblick vom Namsan Tower

Entlang der Fensterreihen sind verschiedene Landesflaggen mit den jeweiligen Ländernamen und der dazugehörigen Hauptstadt sowie eine Angabe, wie weit diese entfernt sind. Alles in allem ist der Blick vom Namsan Tower aber doch recht schön und ich bereue es auf jeden Fall auch nicht, dafür Geld ausgegeben zu haben.

 

 

Rabatte und kostenlose Ausflüge für Ausländer

Warum ist es gut ein Ausländer zu sein? Südkorea hat ein großes Interesse daran sein Land nach außen hin mehr zu präsentieren. Sie wollen beispielsweise auch K-Pop Musik bekannter machen. Daher bieten sie kostenlose Konzerte für Ausländer (und tatsächlich nur für diese) an. dscn7810
Ich hatte zudem noch Glück und war mit auf einem Ausflug in die Provence von Jeollanam-do im untersten Südkorea, gesponsert vom koreanischen Staat. Es war ein kostenfreier Ausflug, aber eben nur für Ausländer. Wir waren am Great Battle of Myeongnyang Festival und im Korean Minhwa Museum mit traditionellen koreanischen Zeichnungen (auch einem Bereich mit erotischen Zeichnungen). Aber das beste des Ausflugs war eigentliche der Besuch der kleinen Insel 가우도 (Ga-u-do). Sie ist sehr nah am Festland und durch eine Brücke mit diesem verbunden. Wir sahen auch kleine Fischerboote und der Strand war voller hübscher Muscheln und kleiner Krabben.
Manchmal erhalten Ausländer auch Rabatt für Freizeitaktivitäten. Damit wäre auch die Frage geklärt, warum es gar nicht so übel ist ein Ausländer in Südkorea zu sein.

 

Ein kostenloser Ausflug für Ausländer in die Jeollanam-do Province im Süden.
Auf dem Great Battle of Myeongnyang Festival
Viele Stände mit Essen und Gewürzen.
Beondegi (번데기) ist ein typisches Gericht der koreanischen Küche. Beondegi sind in heißem Wasser gekochte oder in Wasserdampf gegarte Puppen von Seidenraupen.
Die Brücke mit tausenden von Flaggen des Battleship Festivals.
 
 
 
 
Traditionelle koreanische Musik
 
Im Korean Minhwa Museum mit traditionellenkoreanischen Zeichnungen.
Tiger sind eines der Lieblingsmotive der Minhwa Zeichnungen.
Moderne Minhwa Kunst
 
 
Auf der Insel 가우도 (Ga-u-do). Eine Brücke verbindet die Insel mit dem Festland.
 
 
Fischen im Ostmeer (Japanisches Meer).
 
Kleine Krabben zwischen den Steinen am Strand.
 
Und noch eine wichtige Nachricht zum Schluss.

 

 

5 Gedanken zu „Meine erste Woche in Seoul“

  1. Netter Beitrag 🙂 Finde die Idee mit dem Kultertag einmal im Monat sehr cool! Da hast du ja sicherlich noch einige Ausflüge auf der Liste stehen.
    Wie schmecken denn diese Seidenraupen-Puppen? 😀

    Liebe Grüße

    Kim

    1. Hi Nathalie,
      bei den Konzerten musst du einfach mal die Augen offen halten. Als ich in Korea studiert habe wurden diese vor allem durch das Internet aber teilweise auch durch die Unis beworben. Dann kannst du direkt beim Veranstaler eine kostenlose Karte sichern.
      Die Ausflüge habe ich damals mit Kim’s Free Travel gemacht. Du findest ihn hier auf Facebook: https://www.facebook.com/kimsfreetravel/
      Ich hoffe, das hilft dir erstmal.
      Liebe Grüße,
      Florentina

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