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Ein paar Minuten in Nordkorea – JSA & DMZ

Die Grenze in Korea ist eine der best bewachtesten auf der ganzen Welt. Zwischen Friedens- und Freiheitsdorf, blauen Häusern, Soldaten, Konflikten und geheimen Tunneln liegt eine Touristenattraktion zwischen Nord- und Südkorea.

 

 

Korea war über 35 Jahre die Kolonie Japans bevor es nach dem zweiten Weltkrieg in 1945 unabhängig wurde. Aber nur ein paar Jahre später, in 1948, teilten die Sowjetunion und die USA das Land in Süd- (Republik Korea) und Nordkorea (Demokratische Volksrepublik Korea). Zwei Jahre später griff Nordkorea den Süden während des Koreakriegs (1950-1953) an, welcher die Teilung noch weiter vertiefte. Später arbeiteten die Länder an einer friedvollen Wiedervereinigung, welche jedoch bis heute nicht erreicht wurde.

 

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JSA und DMZ

Da ich ingesamt über vier Monate in Südkorea war, stand der Besuch der Grenze des einzigen Nachbarlands natürlich auf meiner To Do List.
Die Abkürzung DMZ steht für Demilitarisierte Zone, ist vier Kilometer lang und de facto die Grenzlinie zwischen Nord- und Südkorea. Beide Länder unterschrieben 1953 ein Waffenstillstandsabkommen, welches den Soldaten das gegensätzliche betreten des anderen Landes und Angriffe verbietet.

 

„Keine Angst, der Mann im Hintergrund ist hier, um Sie zu beschützen!“

DSCN7507JSA ist die Abkürzung für Joint Security Area und direkt an der Grenzlinie. Als erstes bekamen wir eine Einführung in die JSA durch einen amerikanischen Soldaten, welcher an der Grenze von Südkorea stationiert ist. Diese Einführung bestand allerdings vorwiegend aus Verboten. Ich bekam bereits vor dem Start der Tour eine ganze Liste mit Kleidungsstücken, welche nicht an der Grenze des JSA getragen werden dürfen. Verboten sind unter anderem Shorts, Jeans mit Löchern, T-Shirts, Flip Flops oder auch Sportkleidung. Südkorea achtet wirklich sehr darauf, dass die nordkoreanische Soldaten keinen Grund finden, um sich provoziert zu fühlen.

Zunächst durchquerten wir in Zweierreihen das Freiheitshaus auf der Südseite. Unser Tourguide führte uns zu einem der blauen Häuser. Diese sind Konferenzräume, welche von den beiden Ländern genutzt werden um miteinander in Verhandlung zu treten. In der Mitte des Raums steht ein langer Tisch, welcher die exakte Grenzlinie makiert. Der Raum hat zwei Türen, eine auf der südkoreanischen, eine auf der nordkoreanischen Seite. Ein südkoreanischer Soldat bewachte die Tür im Norden, um Soldaten aus Nordkorea am Eintreten zuhindern. Wir Touristen durften daher auch die andere Seite des Konferenzraums betreten. Also ja, ich war für bestimmt gute fünf Minuten in Nordkorea. Der amerikanische Soldat – welcher auch unser Tourguide war – meinte, dass die Menschen, die auf seiner Seite des Tisches stehen noch in Südkorea seien – und damit sicher. Aber wir anderen sollten uns keine Sorgen machen, der Soldat an der TürDSCN7505 wäre dafür da um uns zubeschützen. Um ehrlich zu sein hatte mich erst diese Aussage dazu gebracht, überhaupt etwas nervös zuwerden. Aber es unterstrich wirklich auch nochmal die Ernsthaftigkeit der Situation. Trotz allem fühlt es sich irgendwie surreal an. Der arme koreanische Soldat, welcher vor der nordkoreanischen Tür stand, war dann auch für die etwa nächsten 20 Touristenfotos unser Lieblingshintergrundmotiv. Aber er sah auch einfach zu cool aus, mit seiner Sonnenbrille (alle südkoreanischen Soldaten tragen diese Sonnenbrillen – und ja, auch wenn die Sonne nicht scheint).

 

Souvenirs aus Nordkorea
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Ein nordkoreanischer Soldat

Uns wurde nur erlaubt Fotos von der nordkoreanischen Seite mit dem Panmun-gak (dem Gebäude in Nordkorea) zu machen, aber nicht von dem Freiheitshaus hinter uns auf der südkoreanischen Seite. Das ist irgendwie etwas ironisch, da ich gehört habe, dass man das JSA auch in Nordkorea besuchen kann. Dort ist es anscheinend nur erlaubt Fotos von der südkoreanischen Seite zu machen. Entlang der blauen Häuser standen sich die Soldaten von Norden und Süden gegenüber. Allerdings verstecken sich die Nordkoreaner wohl meistens eher im Gebäude. Aber wir hatten Glück und konnten einen Nordkoreaner vor dem anderen Gebäude sehen. Ich habe meinen Zoom genutzt um einen Blick auf die dortigen Soldaten zu werfen. Es war schon irgendwie etwas verrückt da zu stehen und sie zu beobachten. Aber der amerikanische Soldat versicherte uns, dass sie uns ebenfalls von der anderen Seite aus überwachen und vermutlich auch einige Fotos von uns machen würden. – Ein seltsamer Gedanke.
Nach dem Besuch der Grenzlinie besichtigten wir noch ein kleines Museum und den dazugehörigen Souvenirshop. Dort können verschiedene Andenken an Nordkorea gekauft werden, unter anderem auch Geld und Alkohol. Ich kaufte einen alten 100 KRW Schein mit dem aufgedruckten Gesicht von Kim Il-sung, dem Vater 29133736_10156172574074709_4692789260267290624_odes derzeitigen Oberhaupt Nordkoreas Kim Jong-un. Das fand ich wiederum wirklich interessant, da ich gehört habe, dass wenn man Nordkorea besucht man gar nicht selbst das nordkoreanische Geld bekommt, sondern alles in US-Dollar an seinen Guide bezahlt und dieser dann in der Landeswährung für einen bezahlt.

 

Von der südkoreanischen Seite aus - die blauen Häuser des JSA
Ein nordkoreanischer Soldat vor dem Panmun-gak
 
Im Inneren der Konferenzräume in einem der blauen Häuser
Im Museum des JSA Besuchercenters
 
Panmunjeon und die Brücke ohne Wiederkehr

Das frühere Panmunjeon war ein Dorf in Korea. Heute ist dort der intermilitäre Komplex der JSA. Vor beinahe 65 Jahren unterschrieben Nordkorea, China und die UNO die Waffenstillstandsvereinbarung um den Koreakrieg 1953 zu beenden. Das Gebäude in dem die Vereinbarung unterschrieben wurde steht immer noch, heute findet man es in einer Provinz in Nordkorea. Die Grenzlinie und JSA behielt den Namen bei und nennen sich daher immer noch Panmunjeon. Nahe bei Panmunjeon ist auch die Brücke ohne Wiederkehr, welche die beiden Ländern miteinander verbindet. Sie verdankt ihren Namen dem Koreakrieg. Die Brücke wurde genutzt um Kriegsgefangene auszutauschen, ein Übertritt zurück ins Heimatland beinhaltete jedoch zugleich das lebenslange Verbot jemals zurück in das jeweils andere Land zu kommen.

 

Freiheit vs. Frieden
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Blick auf das Friedensdorf

Einige Menschen leben immer noch in der Nähe der Grenze. Auf der südkoreanischen Seite ist dies das Dorf Daeseong-dong, auch Freiheitsdorf genannt. Dort leben vor allem Bauern, welche bereits vor dem Koreakrieg in dem Ort lebten oder direkte Nachkommen der früheren Bewohner sind. Das Dorf hat sogar seine eigene Schule. Die Einwohner profitieren von speziellen Leistungen wie dem Erlass von Steuern. Sie werden von Soldaten beschützt und leben mit einer Ausgangssperre, welche das Verlassen des Hauses nach 23 Uhr verbietet. Auf der anderen Seite in Nordkorea ist die näheste Ortschaft Kijŏng-dong, welche auch Friedensdorf genannt wird. Unser US-Soldat und Tour-Guide erklärte uns, dass sie es Propagandadorf nennen, da die Häuser nur Atrappen seien und sie nicht glaubten, dass dort wirklich Menschen leben würden. Nordkorea behauptet dagegen, dass im Friedensdorf mehrere Familien leben würden und es dort auch ein Gesundheitszentrum, einen Kindergarten und Schulen gäbe.
In beiden Dörfern gibt es auch Fahnenstangen. Der Bau dieser endete in einem kleinen Wettkampf. Nachdem Südkorea ihre gebaut hatte, zog  Nordkorea nämlich nach. Diese Fahnenstange war nicht nur höher als die südkoreanische, sondern bis vor ein paar Jahren sogar die höchste der Welt.

 

Deutsche Geschichte trifft auf Korea

DSCN7519Unsere Reisegruppe besuchte auch die letzte Zugstation Südkoreas, Dorsan, direkt vor der Grenze. Theoretisch verbindet Dorsan Südkorea mit dem Norden. Praktisch fahren allerdings keine Züge aus dem Bahnhof ab. Aber ein großes Schild in der Eingangshalle sagt „Nach Pjöngjang“. Wir konnten für etwa 80 Cent ein Zugticket kaufen und die Gleise besuchen. Unser Tourguide erzählte uns, dass die Station gebaut wurde, um die beiden Länder im Falle einer Wiedervereinigung miteinander zu verbinden und in diesem Fall auch sofort Züge in Nordkoreas Hauptstadt schicken zu können. Von dieser Station konnten wir auch ganz leise Musik hören, die wohl aus Lautsprechern aus Nordkorea kam.

DSCN7543Die Station Dorsan repräsentiert auch ein Stück Geschichte. Dort steht nämlich ein Teil der Berliner Mauer. Auf beiden Seiten der Mauer sind Tafeln. Die linke zeigt die Daten der deutschen Wiedervereinigung (41 Jahre, 4 Monate und 11 Tage waren Ost- und Westdeutschland getrennt), auf der rechten Seite war eine elektronische Anzeige welche sogar in Sekunden die Dauer der Teilung Koreas hochrechnete. Unser Guide erzählte uns, dass die Zählung sofort gestoppt werden würde, sobald Korea wieder zu einem Land werden würde. Ein kleiner Wagon stellt alte Zeitungsartikel und Fotos von der Wiedervereinigung Deutschlands sowie Relikte von der früheren DDR (Deutsche Demokratische Republik, Ostdeutschland) aus. Die deutsche Wiedervereinigung erinnert die Besucher der Zugstation daran, dass auch eine Vereinigung Koreas immer noch möglich ist.

 

Der letzte Bahnhof in Südkorea
 
 
 
 
Ein Blick über die Grenze nach Nordkorea
Fernrohre für eine bessere Aussicht
Das Friedensdorf von Nordkorea
 
Am dritten Tunnel
Frieden und Zerstörung (Dritter Tunnel)

DSCN7585Ebenfalls zur DMZ-Tour gehört auch der Besuch des Dritten Tunnels. Dieser Tunnel wurde von Norkorea gemeinsam mit drei weiteren gebaut. Alle vier kreuzen das DMZ von Norden nach Süden. Zunächst bestritt Nordkorea den Bau der Tunnel. Jedoch beweißen die Wände dieser, dass die Erde durch Dynamit von Norden nach Süden abgesprengt worden ist. Der Dritte Tunnel wurde 1978 entdeckt. Südkorea glaubt, dass Nordkorea diese gebaut hat, um möglichst schell Männer im Falle eines weiteren Kriegs nach Südkorea schicken zu können. Es wurde berechnet, dass rund 30.000 Soldaten innerhalb einer Stunde von Nordkorea nach Seoul für einen Überraschungsangriff gelangen könnten. Allerdings wurde der Tunnel niemals fertig gestellt. Die UN beschuldigte Nordkorea des Bruchs der Vereinbarung zum Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern.

DSCN7577Wir bekamen für unseren Besuch gelbe Sicherheitshelme. Zunächst mussten wir entlang einer Rampe in den Tunnel hinuntersteigen. Er liegt etwa 70 Meter unter der Erde und ist an manchen Stellen so niedrig, dass sogar ich beim Laufen den Kopf einziehen musste. Heutzutage werden die Tunnel durch Zementblöcke blockiert. Besucher des Dritten Tunnels können bis zur ersten Blockade vorlaufen und dort durch ein kleines Fenster auf die nächste Wand schauen. Es war ein verrücktes Gefühl durch die unterirdischen, engen Gänge des Tunnelsystems zu laufen und dabei so nah an der Grenze zu sein. Südkorea glaubt, dass es möglicherweise noch deutlich mehr als nur die vier geheimen Tunnel gibt, welche sie bis jetzt gefunden haben.

 

 

 

Daily Life in Südkorea Pt.II

High-Tech Toiletten, Smileys, die an ein Hinterteil erinnern, Schwimmwesten in Wasserparks, spezielle Feiertage mit Nudeln mit Schwarzerbohnen-Sauce und Belehrungsvideos in der Bahn, welche zeigen wie man die Rolltreppe richtig nutzt – das ist Südkorea, diesmal Part II.

 

 

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Seltenheiten: Tampons, Sonnencreme und Deo

Um genau zu sein ist das ein Tipp für ganz Asien. Vor allem wenn du ein „Westler“ bist, solltest du nicht vergessen Tampons, Sonnencreme und Deo mit in deine Reisetasche zu packen. Denn aus Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr schwer ist diese Sache unterwegs zu bekommen oder sie andernfalls einfach wahnsinnig teuer sind. – Und natürlich habe ich mein Deo in Deutschland vergessen und musste mir dann ein neues in Korea kaufen. Lustigerweise gab es nur deutsches Deo und obwohl es runtergsetzt war, habe ich trotz allem noch gut fünf Mal so viel zahlen müssen, wie ich Zuhause dafür bezahlt hätte. Die meisten Asiaten nutzen wohl kein Deo, da sie angeblich weniger schwitzen als der Rest der Welt. Eine andere Sache, die ihr wissen solltet: In Asien entspricht weiße Haut dem Schönheitsideal (für Asiaten: In Europa ist das Schönheitsideal schön sonnengebräunte Haut, ich weiß, ziemlich ironisch). Das ist auch der Grund, weshalb viele Beautyprodukte Weißmacher enthalten, ebenso allerdings auch die Sonnencreme. Zudem ist der Sonnenschutzfaktor (SPF) sehr hoch und Sonnencreme extrem teuer. Daher lieber die eigene Sonnencreme mitbringen, vor allem wenn du mehr der „Ich möchte in meinen Ferien schön braun werden“-Typ bist.

 

Mein Radiobeitrag bei couchFM über mein Auslandssemester – mehr

 

Koreas stilles Örtchen

Nichts ist mehr ambivalent in Korea als seine Toiletten. Auf der einen Seite, haben sie diese wirklich simplen Plumsklos, mit einem Loch im Boden und Toilettenspülung, welche auch fast in ganz Südostasien zu finden sind (dann allerdings gerne auch ohne Spülung). Auf der anderen Seite, haben sie diese extrem luxuriösen Toiletten mit extra Fernbedienung. Dort hat man verschiedene Wasserspülungen und eine Duschfunktion. Einmal hatte meine Toilette sogar einen Knopf für Wassergeräusche, was ich ziemlich verrückt, aber eigentlich auch ganz nett fand. An manchen öffentlichen Orten wie Restaurants und Hotels haben Koreaner extra Toilettenschuhe, welche zum allgemeinen Gebrauch bereitgestellt werden.

 

Frodo, Ryan und Apeach – Die ersten Freunde, die du haben wirst
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Con und Muzi

Korea hat gefühlt für etwa alles seine eigene Firma, sein eigenes Produkt oder zumindest eine koreanische Version. Alles was ich gekauft habe schien „Made in Korea“ zu sein. Ich finde es ziemlich beeindruckend wie ein Land sich in allem selbst so stark unterstützt. Korea hat natürlich auch seinen eigenen Messenger Dienst für Handys, um mit seinen Freunden zu chatten. Die App heißt „Kakao Talk“ und hat seine eigenen Smileys. Die sogenannten „Kakao Friends“ sind in Korea sehr berühmt und haben sogar ihre eigenen Merchandise-Läden. Es gibt siebeneinhalb Charaktere – einhalb, da das kleine Krokodil Con immer nur zusammen mit Muzi auftaucht. Muzi ist ein gelbes Radieschen (neben Kimchi eine sehr beliebte Beilage), welches in eine Art Hasenkostüm steckt und laut der offiziellen Seite auf magische Weise von Con zu Leben erweckt wurde – und nein, das habe ich mir nicht gerade selbst ausgedacht.

Andere Kakao Friends sind die modebewusste Katze Neo und der Stadthund Frodo (Ich glaube ja die Lieblingsfilme des Schöpfers der Kakao Friends sind „Matrix“ und „Der Herr der Ringe“), die cholerische Ente Tube und laut den Erschaffern ein „stylischer Geheimagent“, welcher Jay-G genannt wird. Ich würde sagen es ist ein Bär mit Afro und Sonnenbrille.

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Ryan – the lion als Kuscheltier

Außerdem wäre da noch Ryan, der Löwe, welcher allerdings aussieht wie ein Teddybär (Sorry an alle Koreaner). Laut den Erfindern ist es ein Löwe ohne Mähne. Um ehrlich zu sein dachte ich erst, dass meine Freunde dachten es sei ein Löwe, weil im Koreanischen das „L“ und „R“ quasi der selbe Buchstabe ist. Sprich, wenn sie „Ryan“ sagen, klingt es mehr, als würden sie „Lyan“ sagen – aber ich habe nochmal nachgeschaut und leider denkt der Zeichner der Kakao Friends wirklich, er habe einen Löwen gemalt.

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Apeach

Ach ja, und der letzte Kakao Friend, den ich euch vorstellen möchte ist „Apeach“ (im deutschen also quasi „ein Pfirsich“). Ich denke, ich war nicht der einzige Ausländer, welcher dachte (erneut, an die Koreaner – es tut mir leid), dass Koreaner einen pinken Hintern als Smiley haben. Aber um erneut die Erfinder des Ganzen zu zitieren: Sie haben einen Pfirsich gezeichnet, welcher jedoch wiederum gerne seinen Hintern zeige. Aber sogar die Zeichner mussten zugeben, dass besonders die Rückseite dieser lustigen Frucht an etwas anderes als einen Pfirsich erinnert.

 

Belehrungen in der U-Bahn – oder wie ich eine Rolltreppe benutze

Ich habe das Gefühl Koreaner lieben es etwas andere ein bisschen zu unterweisen. Ein wirklich gutes Beispiel hierfür sind die Videos, welche auf den Bildschirmen an den U-Bahn Stationen in Seoul gezeigt werden. Dort präsentiert die Regierung kleine Videos welche zeigen, wie man eine Rolltreppe richtig benutzt – Pass auf deine Schuhe auf, renne nicht und nutze die Handleiste. Außerdem lernst du, wie du deine Hände richtig wäscht, was passiert wenn du kein Fahrticket hast, warum es wichtig ist aufzupassen, wenn du den Zug verlässt (höre keine Musik, singe und drehe dich nicht im Kreis, sonst fällst du in den Spalt zwischen der Bahn und der Bordsteinkante), was ein Schwangerschafts-Sitz ist, wie man die U-Bahn richtig verlässt oder auch wie man im Zug steht, ohne anderen im Weg zu sein. Meiner Meinung nach sind einige der Videos ziemlich witzig, aber um fair zu bleiben, einige haben auch wirklich wichtige Botschaften, wie jene gegen Suizid und für Notfall-Unterweisungen.

 

Das Geheimnis des Jungbrunnens Koreas

Das letzte Geheimnis, welches ich mit euch teile, ist über den Jungbrunnen Südkoreas. Viele denken Koreaner sehen generell jünger aus, als sie eigentlich sind. Besonders Europäer und Amerikaner finden, dass das Alter von Koreanern wirklich äußerst schwer einzuschätzen ist. Okay, einer der Gründe wird wohl sein, dass Koreaner in ihrem Heimatland älter sind als an (fast) jedem anderen Ort dieser Welt. In Korea sind Kinder bereits bei der Geburt ein Jahr alt und werden mit jedem Neujahr nach dem Chinesischen Kalender ein Jahr älter. Dieses andere System macht dich ein bis zwei Jahre älter als du eigentlich an jedem anderen Ort der Welt wärst (natürlich gibt es ein paar Ausnahmen in Südasien wie in Teilen von China, Japan, der Mongolei oder dem Vietnam).

Übrigens ist das Argument „Ich bin älter“ ein wirklich wichtiges in Korea und kann dir in beinahe jeder Konversation helfen. Ältere Menschen genießen ein wirklich hohes Ansehen in Korea und haben somit einige Privilegien gegenüber jüngeren Menschen. Darüberhinaus sprechen Koreaner immer sehr formell mit Älteren.

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Kimchi

Korea ist ziemlich berühmt für seine vielen Schönheitsprodukte wie Anti-Aging-Cremes oder auch plastische Chirurgie. Aber die Mutter einer Freundin erzählte uns, dass sie den wahren Grund Dank Google herausgefunden habe. Google behaupte nämlich, dass das Geheimnis der koreanischen Frauen im gesunden Kimchi liege, welches Koreaner eigentlich jeden Tag essen.

 

Klick hier um Part I zu lesen:
Daily life in Südkorea Pt. I

 

 

 

Daily Life in Südkorea Pt.I

High-Tech Toiletten, Smileys, die an ein Hinterteil erinnern, Schwimmwesten in Wasserparks, spezielle Feiertage mit Nudeln mit Schwarzerbohnen-Sauce und Belehrungsvideos in der Bahn, welche zeigen wie man die Rolltreppe richtig nutzt – das ist Südkorea.

 

 

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Ich hatte die Möglichkeit während meines Auslandssemester vier Monate in Korea zu leben. Bereits in der erste Woche habe ich viel über die Unterschiede zwischen der asiatischen und westlichen Kultur gelernt, oder um etwas genauer zu sein, zwischen Südkorea und meiner Heimat Deutschland. Hier möchte ich meine Eindrücke mit euch teilen. Vielleicht wart ihr bereits in Korea und findet euch selbst in den Geschichten wieder. Vielleicht seid ihr aber auch nur neugierig, oder ihr plant irgendwann mal nach Südkorea zu fliegen und sucht noch nach ein paar Tips für eure bevorstehende Reise. Falls du Koreaner bist, wirst du hier meine Perspektive einnehmen können und sehen, wie ich dein Land gesehen habe und was mir lustig vorkam (so lustig, dass ich sogar extra einen Blogeintrag darüber verfasst habe). Nimm es nicht zu ernst, denn ich liebe dein Land sehr.

 

Koreaner lieben Endungen
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Jeju-do

Gu, Dong, Si, Gil, Do – Koreaner nutzen Endungen um damit Orte näher zubeschreiben. Zunächst scheint es zwar sehr kompliziert, aber wenn man die einzelnen Bedeutungen der Endungen kennt ist es eigentlich ganz nützlich, da es den Ort näher festlegt. Die Endungen „do“ markiert die Provinz, in der man sich befindet. Südkorea hat acht Provinzen und eine besondere autonome Provinz. Die Endung „si“ steht für die Stadt in der Provinz. Die Hauptstadt der Insel Jeju hat beispielsweise den selben Namen wie ihre Insel. In diesem Fall ist Jeju-do die komplette Insel als eine Provinz. Jeju-si ist wiederum nur die eigentliche Hauptstadt der Insel. Größere Städte haben verschiedene Stadtbezirke mit der Endung „gu“ (kleinere Städte und Landgemeinden haben die Endungen „eup“ und „myeon“) oder Landkreise „gun“. Eine Stufe darunter ist das Stadtviertel welches durch die Endung „dong“ makiert wird. Dörfer haben die Endung „ri“. Zuletzt wäre da noch die Makierung „gil“, mit welcher Straßen bezeichnet werden.

 

Spezielle Feiertage

Koreaner lieben Feiern und sich gegenseitig Geschenke zu machen. Der größte Feiertag ist Chuseok (추석), welcher vergleichbar mit Thanksgiving ist. Zudem wird er auch mit der kompletten Familie gefeiert. Die Feierei geht drei Tage und ist Anfang Herbst. Außerdem feiern Koreaner auch ein spezielles Neujahr nach dem chinesischen Kalender, Seollal (설날). Dieser Feiertag ist zu Beginn des Jahres. Valentinstag ist immer am 14. Februar und in der ganzen Welt bekannt. In Korea ist es der Tag, an dem Frauen ihren Liebsten beschenken. Korea hat aber auch den „White Day“ (Weißer Tag), welcher dem Valentinstag ähnelt. Er ist exakt einen Monat später und an diesen Tagen werden wiederum die Frauen von ihren Partnern beschenkt. Aber Korea hat auch einen speziellen Tag für Singles.

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Jajangmyeon

Am 14. April ist der „Black Day“ (Schwarzer Tag). Alle Singles tragen schwarze Kleisung und treffen sich in Restaurants, um dort Jajangmyeon zu essen, Nudeln mit Schwarzerbohnen-Sauce. Ein anderer kommerzieller und inoffizieller Feiertag ist “Pepero Day”. Pepero (빼빼로) sind kleine Stäbchen mit verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Schokolade, Beeren oder grünem Tee (ähneln den Mikadostäbchen, die man hier kaufen kann). Der Tag wird von der berühmten Firma Lotte unterstützt und wird am 11. November gefeiert, da das Datum des 11.11. an Pepero Stäbchen erinnert.

 

Über Nacht in der Bücherei

Da ich in Seoul studiert habe weiß ich bereits, dass Koreaner sehr fleißig sind und sehr viel lernen. Besonders vor Zwischen- und Abschlussprüfungen sind die Bibliotheken voller Studenten. Manche von ihnen sind so fixiert auf ihre Lern-Phasen, dass sie sogar in der Bibliothek schlafen. Eine Freundin von mir verbrachte ungeplant eine Nacht in der Bücherei meiner Universität. Sie wusste nicht, dass diese um Mitternacht schließt. Da viele andere Studenten auch noch in den Lesesälen saßen, dachte sie nicht weiter über die Schließzeiten nach, kam aber als sie gehen wollte nicht mehr aus der Bibliothek raus. Am Ende musste sie tatsächlich bis fünf Uhr morgens bleiben und warten, bis die Bücherei wieder offiziell geöffnet wurde. Die anderen Studenten erzählten ihr, dass sie absichtlich über Nacht blieben, um sich vollends auf ihre Prüfungen konzentrieren zu können. Wenn nötig, würden sie zwischendurch ein Nickerchen machen oder Decken mitbringen, um in der Bücherei zu schlafen und am frühen Morgen weiterzulernen.

 

Freizeit in Seoul

Falls Koreaner nicht gerade die ganze Nacht durchlernen und sich in Bibliotheken einschließen lassen, genießen sie natürlich auch ihre Freizeit in Seoul. Eine meiner Lieblingsgeschichten ist mein Tag in einem Wasserfreizeitpark in Seoul, weil ich das Gefühl habe, dass ich an dem Tah wirklich einiges über die Unterschiede zwischen unsern Ländern gelernt habe. Ich bin mit drei Freundinnen in den Wasserpark gegangen, wir sind alle aus westlichen Ländern, weshlab es für uns auch relativ gängig war einen Bikini anzuziehen. Das Problem ist, in Asien scheinen Bikinis weniger beliebt zu sein. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass Koreanerinnen eigentlich nie Oberteile mit Ausschnitt anziehen (Mini Röcke sind dagegen kein Problem). Deshalb habe ich mich mit meinem Bikini auch eher etwas fehl am Platz gefunden. Die meisten Koreaner trugen Badeanzüge aus Neopren mit langen Oberteilen. Überhaupt war ich sehr überrascht, wie viele Leute normale Straßenkleidung wie Jeans, Schuhe, Sonnenbrillen oder Shirts zum rutschen im Wasserpark anhatten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies in Deutschland nicht erlaubt wäre. Ein anderer Fakt ist, dass viele Koreaner (aber auch in anderen asiatischen Ländern) nicht oder zumindest nicht besonders gut schwimmen können. Daher tragen viele von ihnen Schwimmwesten, auch auf den Wasserrutschen. Das war ein weiterer Grund weshalb wir auffielen.
Ich habe mich auch etwas über die Mädels gewundert, welche sich extra geschminkt hatten mit Make Up und Lippenstift.  Denn für mich wäre ein Wasserpark der letzte Ort, wo ich mich schön zurecht machen oder überhaupt Make Up tragen würde. Aber meine koreanische Freundin hat dazu gemeint, dass eben auch der Wasserpark ein Ort zum Flirten sei und es deswegen wichtig sei auch dort besonders hübsch zu sein. Einige Schwimmbadbesucher hatten auch kleine transparente Täschchen um den Hals, in denen sie teure Handys, Schminke oder auch ihre Kreditkarten mit sich herumtrugen. Auch das wären Sachen, die ich definitiv Zuhause lassen würde.  Sehr interessant finde ich auch, dass es in Korea vollkommen in Ordnung ist sich vorm gleichen Geschlecht nackt zu zeigen. Wenn ich mir deutsche Schwimmbäder anschaue, gibt es für jeden getrennte Umkleidekabinen und die meisten würden sich nicht einmal in den Duschräumen ausziehen wollen. Auf der anderen Seite geht das deutsche Fernsehen offener mit Nacktheit um, es werden mehr Menschen teilweise oder auch mal komplett nackt gezeigt. Dahingegen sind nackte Körperstellen in koreanischen Filmen oder Serien doch schon eher sehr rar.

 

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Ein koreanischer „Gaming Place“

Etwas anderes mit dem wir gerne unsere Zeit verbracht hatten waren die „Gaming Places“. Wenn man es mit Spielhalle übersetzt, klingt es etwas zu sehr nach Glücksspiel, das ist hiermit aber tatsächlich gar nicht gemeint. Es gab verschiedene kleine Spiele, die man alleine oder auch mit Freunden spielen konnte. Sehr berühmt ist dabei Baseball, wobei der Spieler die Rolle des Batter einnimmt und im besten Fall einen Homerun schlägt. Auch berühmt sind die bunten Automaten voller Kuscheltiere, aus denen man mit Hilfe eines Greifarms ein Spielzeug in nur einem Versuch aus der Maschine holen muss.

 

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Noraebang (노래방)

Die wichtigste Freizeitakitivtät ist das Noraebang (노래방) – Koreanisches Karaoke. Es bietet eine gute Möglichkeit um sich mit Freunden zu treffen und gemeinsam seine liebsten Kpop Songs zu singen, aber auch Hits aus Japan und China und natürlich Welthits in englisch. Jede Gruppe erhält ihren eigenen Raum mit einem großen Bildschirm, Mikrofonen und Partylichtern. Noraebangs sind manchmal auch eine gute Möglichkeit die Zeit verstreichen zu lassen, während man auf die erste Metro am Morgen wartet.  

 

 

Klick hier um Part II zu lesen:
Daily life in Südkorea Pt. II

 

 

 

222 Tage Asien

Schnorcheln mit Fischen, Kayak fahren, Street Art, Buddhistische Tempel, Insekten auf der Speisekarte, öffentliche Bäder, Vulkane, Motorradfahrten, Meditation mit Mönchen, Vollmond-Party, Delfine … 

 

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Als aller erstes: Lass dich nicht umbringen

„Und du willst wirklich nah Südkorea gehen? Ist das nicht zu gefährlich? Immerhin hat Nordkorea Atomwaffen und es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis sie sie einsetzen werden.“, „Mein Onkel war auch mal in Kambodscha, allerdings ist er sechs Monate später an Krebs gestorben, den er dort bekommen hat. Seine Ärzte konnten ihm nicht mehr helfen.“, „Ich habe gehört derzeit werden viele Frauen im Vietnam entführt.“, „Oh man, da musst du aber echt aufpassen. Ich habe schon oft gehört, dass Menschen in Indonesien ausgraubt wurden.“ Um ehrlich zu sein, habe ich eine Menge Geschichten wie diese gehört, sobald ich anderen von meinen Plänen erzählt habe durch Asien zu reisen. Ich verstehe wirklich nicht, warum man nicht einfach eine schöne Zeit wünschen kann, anstatt zu versuchen einem eine höllenangst einzujagen mit den schlimmsten Urlaubsgeschichten aller Zeiten. Wie auch immer, es konnte mich trotz allem nicht davon abbringen mich auf meine Reise zu begeben und ich bin froh, dass ich die mei stn Warnungen einfach überhört habe und mich von Asien hab begeistern lassen.

Zudem habe ich oft gehört – vor allem von Asiaten, dass ich besonders mutig sei alleine zu reisen. Aber um ehrlich zu sein habe ich mich nie für besonders mutig gehalten, zumindest nicht wegen meiner Reisen. Auch wenn es in gewisserweise etwas mit Überwindung zu tun hat, den ersten Schritt zu machen und alleine aufzubrechen. Aber zum Glück war die Neugierde größer als jede Angst. Und am Ende waren die meisten Menschen sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe Menschen getroffen, die mich kostenlos haben übernachten lassen, mich einluden mit ihnen zu essen oder mich irgendwo hinfuhren. Und die meisten Plätze waren am Ende auch nicht annäherend so beängstigend, wie die Geschichten die ich vorher erzählt bekommen habe.

 

 

 

In 222 Tagen habe ich dreizehn verschiedene Länder bereist. Alles begann mit meinem Auslandssemester in Seoul, in Südkorea, Ende August. Während meines Semesters flog ich für fünf Tage nach Tokio in Japan und habe darüber hinaus noch andere Orte Südkoreas besucht, wie die Grenze zu Nordkorea, die Insel Jeju, die zweitgrößte Stadt Busan und eine Insel mitten in Korea – Nami Island. Ein Tag bevor Neujahr flog ich nach Peking, wovon ich meine Reise quer durch Südostasien begann – nach Hong Kong, Macau, den Vietnam, Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien und auf dem Rückweg von Korea in die Vereinten Arabischen Emirate.

Aber ich werde euch noch Stück für Stück mehr von meinen Reisen berichten. Also bleibt dran und lest von meinen verrückten, lustigen und abenteuerlichen Geschichten.

 

 

 

Tränen im verrückten Saigon

Wie ich in Saigon (Ho-Chi-Minh-City) ankam und realisierte, dass ich Multi-Millionärin bin. Zudem lernte ich mehr über den Vietnamesischen Krieg, besuchte ein Theater, bei dem Puppen auf Wasser tanzen und unternahm eine Bootsfahrt in den Dschungel.

 

 

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Mein Flug ging von Hong Kong nach Saigon (Sài Gòn) – oder wie es heutzutage genannt wird: Ho-Chi-Minh-City (Thành phố Hồ Chí Minh) – ich mag die alte Bezeichnung der Stadt. DSCN9530Es werden zwar noch beide Namen verwendet, doch der offizielle Name is Ho-Chi-Minh-City seit der Wiedervereinigung in 1976, benannt nach dem vormaligen Präsidenten des Nord Vietnams. Es ist die größte Stadt des Vietnams mit mehr als 7 Millionen Einwohnern, zudem war es bis 1975 die Hauptstadt vom Süd Vietnam, als das Land noch geteilt war.

Mein erster Eindruck als ich in Saigon ankam war: Die Stadt ist verrückt. Überall sind Autos und vor allem Motorroller. Letztere ersetzen hier den Familien-Van. Eltern mit drei Kindern passen da schon mal locker auf einen Motorroller. Es ist laut, es ist überfüllt und besonders für einen Westler wie mich etwas verwirrend. Wenn man die Straße überqueren will gibt es oft keine Ampeln, falls es dann doch mal welche gibt ignorieren die Motorrollerfahrer auch gerne einfach mal, dass sie eigentlich anhalten müssten. Besonders die Rush Hour ist reinster Horror. Mir wurde gesagt der Trick als Fußgänger sei bloß nicht anzuhalten.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ups, Ich bin Multi- Millionärin

Ein anderer überfordernder Punkt ist das Geld. Der kleinste Geldschein im Vietnam ist 1.000 VND (circa 0,04€), der größte ist 500.000 VND (circa 20,85€). Als ich das erste Mal zur Bank kam, hob ich also direkt mal die Höchstsumme von 2 Millionen VND (circa 83,40€) von meinem Konto ab – Ich habe mich noch nie so reich gefühlt. Falls du das erste Mal im Vietnam bist, könnte dich das Geld etwas verwirren. Die Banknoten sind hoch, alle Scheine sind bunt, haben jedoch die gleiche Person (Ho Chi Minh) aufgedruckt. Eine gute Idee ist sich einfach einen Währungsrechner auf dem Handy zu installieren, um jederzeit überprüfen zu können, wie viel Geld man für etwas bezahlt. Eine hilfreiche Faustregel wäre ansonsten rund 20.000 VND sind ein US-Dollar. Lass dich von keinem beim Bezahlen hetzen, denn es gibt leider Menschen, die versuchen das auszunutzen und versuchen mehr Geld von dir zu bekommen, indem sie dir nicht erzählen, falls du einen Schein zu hoch gegriffen hast oder dir nicht genügend Wechselgeld rausgeben. Aber keine Sorge, du wirst dich schnell an die hohen Beiträge und das neue Geld gewöhnen.

 

Tränen bei der Sightseeing Tour
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Das Alte Rathaus

Meiner Meinung nach bietet Ho-Chi-Minh-City nicht gerade viele Sightseeing Spots. Sie haben ein paar hübsche Gebäude im französischen Kolonialstil wie die Hauptpost (gebaut von Gustave Eiffel, dem Ingenieur des Eiffelturms in Paris), dem Unabhängigkeitspalast oder dem alten Rathaus mit einem kleinen Park davor und einer Statue von Ho Chi Minh. All diese Plätze sind sehenswert, aber man kann dort nicht wirklich viel Zeit verbringen. Ich würde das Kriegsopfermuseum und das Wasser-Puppen-Theater empfehlen.

Das Kriegsopfermuseum kostet nur 15.000 VND (circa 0,65€) und zeigt verschiedene Fotografien, Artikel aus Zeitungen und unterschiedliche Videos über den Vietnam Krieg (1955-1975). Das TitelbildWMMuseum erzählt von sehr persönlichen Geschichten über Menschen, welche im Krieg umgekommen sind oder noch grausamer durch Kriegsverbrechen wie Massaker. Menschen, welche in den letzten 35 Jahren geboren wurden (manche von ihnen sind in meinem Alter oder sogar jünger) und mit schlimmsten Entstellungen ihres Körpers leben müssen, welche durch die Verwendung von dem Gift Agent Orange ausgelöst wurden. Aber auch Kriegsopfer, welche ihre Arme und/oder Beine im Krieg verloren und heute Top-Athleten oder Maler sind. Ich muss gestehen, dass ich mehr als einmal Tränen in den Augen hatte. Tränen über das Unverständnis wie so viele Menschen auf der ganzen Welt gegen diesen Krieg protestieren, aber scheinbar nichts ausrichten können. Tränen wegen der scheinbar unbegrenzten, menschlichen Grausamkeit beim Töten, Zerstören und Quälen anderer Menschen, wodurch mir ganz übel wurde und was mich wütend machte. Aber auch Tränen für die Hoffnung die diese Menschen in den einzelnen Lebensgeschichten dir geben können, über die Möglichkeit ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen, trotz Einschränkungen und Krankheiten.

 

 

Tanzende Puppen auf dem Wasser

Ein anderes Highlight war das Wasser-Puppen-Theater für mich. Die 20170115_191108Tradition dieses Theaterspiels geht zurück bis ins 11. Jahrhundert und ist vom Nord Vietnam. Die Show in Saigon dauerte rund 45 Minuten und kostete 200.000 VND (an einem Sonntagabend, circa 8,35 €) und zeigt verschiedene kleine Geschichten über Tiere und Menschen im Wasser kombiniert mit traditioneller Live-Musik, Gesang und manchmal auch Sprachanteilen (in Vietnamesisch). Die Puppen sind aus Holz und werden mit einer Lackierung versehen. Sie tanzen, schwimmen und laufen durch einen ein kleines Wasserbecken. Die Puppenspieler sind hinter einem Vorhang versteckt.

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Umher schippern im Dschungel

Viele Hotels und Reiseagenturen bieten verschiedene Touren an. Am berühmtesten sind Eintagestouren zum Mekong Delta oder auch den Cu Chi Tunneln. Ich entschied mich für ersteres. Manche Agenturen DSCN9796bieten bereits für 10$ Gruppentouren an. Der Mekong Delta ist eine Region im Süden Vietnams. Der Mekong ist ein riesiger Fluss, welcher sich über sechs Länder erstreckt: neben dem Vietnam auch China, Myanmar, Thailand, Kambodscha und Laos. Ich würde mal behaupten, dass die meisten Mekong Delta Touren ein sehr ähnliches Programm aufweißen. Wir besuchten einen kleinen Tempel, der auf dem Weg lag und fuhren mit einem Motorboot über den Mekong, probierten Tee und heimische Früchte. Wir besuchten eine Kokosnuss Farm, fuhren mit einem Pferdekarren und natürlich das Highlight – nahmen ein Ruderboot  durch die verschiedenen Kanäle.

Nach ein paar Tagen in Ho-Chi-Minh-City ging die Fahrt quasi im Schlaf weiter – denn ich reiste in einem Schlafbus nach Da Lat.

 

 

 

Jeju – Das Urlaubsparadies Südkoreas Pt. II

Nach Wasserfällen, neuen Früchten und einem Besuch auf dem berühmten Seongsan Ilchulbong, ging es am dritten Tag in den Western. An meinem letzten Tag in Jeju habe ich den Hallim Park und den Hyeopjae Strand besucht.

 

 

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Tag 3: Meer, K-Dramas und Museen
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Der Oedolgae Felsen

Am dritten und zugleich auch letzten Tag meiner Reise nach Jeju ging es in den Westen der Insel. Ich habe kurz zuvor eine Koreanerin kennengelernt und wir beschlossen zusammen weiter-zureisen. Unser erste Stop brachte uns an den Oedolgae Felsen. Von dort hat man eine tolle Aussicht übers Meer. Unterschiedliche Rundgänge führen entlang der Klippen. Die Umgebung ist sehr schön, weshalb es nicht überraschen dürfte, dass dieser Ort K-Dramas als Setting dient. Im Allgemeinen ist Jeju im Übrigen ein beliebter Drehort für koreanische Produktionen. Der Oedolgae Felsen war der Drehort des K-Dramas „Daejanggeum“. Die TV-Serie wurde 2003 ausgestrahlt.

 

 

Unser zweiter, kurzer Stop brachte uns zum „Jungmun Tourist Complex“. Hier gilt es verschiedene Museen zu entdecken, wie Ripley’s „Believe it or not! Museum“, welches eine Kette aus den USA ist und verschiedene Kuriositäten ausstellt, aber auch Wunder der Natur und Rekorde. Außerdem ein Schokoladenmuseum und ein Teddy Bear Museum, sowie das „Alive Museum“, indem Besucher lustige Fotos machen und mit optischen Künsten spielen können. Bei „Play Kpop“ handelt es sich um ein Museum über Kpop Musik mit Hologram- und 3D-Konzerten. Aber ich will hier nun auch nicht zu viel Werbung machen. Wenn ihr Museen mögt, etwas Zeit mitbringt und/oder regnerische Tage, ist dieser Ort auf jeden Fall perfekt.

 

Am Oedolgae Felsen
 
 
 
 
 
Ripley's "Believe it or not - Museum" am "Jungmun Tourist Colplex" - das Gebäude sieht bereits verrückt aus.
 
Das K-Pop Museum am "Jungmun Tourist Colplex"
 
A,  Hyeopjae Strand
 
 
 
 
 
Hallim Park – Palmen, Höhlen und tropische Vögel
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Beim Füttern der kleinen Papageien

Der Hallim Park ist in Hallim-eup und wurde, wie man schon hört, auch danach benannt. Der Park wurde 1971 eröffnet und ist ein beliebter Touristenpunkt, ganz in der Nähe des Hyeopjae Strands. Der Hallim Park ist fast 100.000 Quadratmeter groß und verfügt über verschiedene Gärten mit einer Vielzahl an Pflanzen, Tieren und zwei Höhlen. Nach der „Palm Tree Avenue“ (Palmen Allee) können Besucher den „Wild grass & Flower Garden“ (Wildgras- & Blumengarten), den „Jeju Stone & Bonsai Garden“ (Jeju Stein- & Bonsaigarten), the „Stone Exgibit Hall“ (Stein-Exponaten-Halle) und den „Water Garden“ (Wassergarten) besichtigen. The „Hyeopjae & Ssangyon Caves“ (Hyeopjae und Ssangyon Höhlen) sind bekannt als einzige zweidimensionalen Höhlen der Welt. Das „Jae-Am Folk Village“ beinhalten mehrere traditionelle Häuser. dscn9745Besucher bekommen die Möglichkeit kleine Papageien zu füttern, sowie hübsche Pfauen und Straußen im „Bird Garden“ (Vogelgarten) zu sehen. Hierbei ist einigen Vögeln auch das freie Bewegen im Park gestattet. Im „Subtropical Garden“ (Subtropischer Garten) leben verschiedene Tiere wie Schildkröten, Schlangen und Eidechsen. Ich finde zwar gut, dass die Vögel sich frei bewegen können. Allerdings – und ich möchte damit nun wirklich keine lange und ermüdende Diskussion auslösen – allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Terrarien in den Subtropischen Gärten etwas zu klein für ihre Bewohner sind. Das finde ich wirklich schade, zumal die Gärten ansonsten wirklich schön sind und ich glaube, dass Besucher diese noch mehr genießen könnten, wenn sie wüssten, dass es den Tieren auch wirklich gut dort geht (ohne zu viele Unterstellungen machen zu wollen).

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Neben den schon aufgezählten Gärten, gibt es weitere, kleinere Gärten, welche in verschiedenen Monaten geöffnet sind, wie der „Cherry Blossom Garden“ (Kirschblüten-Garten) im April. Wir waren dscn9618fast drei Stunden in dem Park, ich habe anfangs wirklich die Größe unterschätzt. Der Eintritt hat 10.000 Won (~8€) gekostet. Ich würde den Park weiter empfehlen, da er wirklich sehr hübsch ist, es Spaß gemacht hat und interessant war, sich die ganzen Pflanzen und Tiere anzuschauen. Meine Highlights waren das Füttern der kleinen Papageien, die Allee mit den kleinen Großvätern am Beginn der „Wild grass & Flower garden“ (Wildgras- & Blumengarten), aber auch der „Bonsai Garden“ (Bonsaigarten) mit den kleinen Bäumen, welche schon mehrere hundert Jahre alt sind,  die „Palm Tree Avenue“ (Palmen Allee) und die kleinen Häuser des „Jae-Am Folk Village“.

 

Weiße Sandstrände und klares, blaues Wasser

Unser letzter Stop des Tages brachte uns zum Hyeopjae Strand (협재해수욕장). Ich habe bereits in meinem letzten Artikel über die Schönheit der Strände mit ihrem kristallklarem, blauen Wasser geschrieben, welche aussehen, als wären sie aus irgendwelchen Hochglanzmagazinen gestohlen worden. Ja, mit diesem Satz meinte ich den Hyeopjae Strand im Westen von Jeju. Allerdings weiß ich nicht, wie voll der Strand in der Hochsaison ist, da wir dort Mitte Oktober waren. Die Küste ist etwa neun Kilometer lang, hat hübschen, weißen Sand und Gestein aus erloschener Lava. Das Wasser ist für sehr lange Zeit sehr flach, wenn man hinein läuft. Allerdings ist Schwimmen wohl nur mit einem Rettungsschwimmer in der Hochsaison erlaubt.

 

Hier geht es zum ersten Part:
Jeju – Das Urlaubsparadies Südkoreas Pt. I

 

 

 

Jeju – Das Urlaubsparadies Südkoreas Pt. I

Drei Tage im Urlaubsparadies Südkoreas, die Insel der kleinen Großväter, der Hallabong Frucht und von Stränden, welche aussehen, als wären sie gerade aus einem Hochglanzmagazin geklaut worden.

 

 

Fakten über Jeju

Jeju (제주, oder eigentlich Jeju-do, da das Kürzel „do“ für die Provinz steht) ist eine Insel und der südlichste Punkt Südkoreas.  Zudem ist es eine der neun Provinzen des Landes. Die Hauptstadt der Insel hat genaugenommen den gleichen Namen, wie die Insel, sie heißt Jeju-si („si“ steht für Stadt) oder einfach Jeju City.  Die Insel entstand auf Vulkangestein des Gebirges Hallasan, welcher mit 1.950m auch der höchste Berg  Südkoreas ist. Dieser ist ein erloschener Vulkan mit einem Kratersee und befindet sich in der Mitte der Insel. Heutzutage ist das Gebirge und seine Umgebung ein National Park. Die Insel verfügt über subtropisches Klima und ist eines der berühmtesten Urlaubsziele der Koreaner. Vor ein paar Jahren war es zudem auch einer der beliebtesten Orte für Flitterwochen. Heutzutage ist aber auch Europa ein populäres Ziel.

 

 

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Von kleinen Großvätern und neuen Früchten

dscn9270Dol hareubang  (돌 하르방) ist der koreanische Name der Steinfiguren, die überall auf Jeju zu finden sind. Um genau zu sein steht das Wort „dol“ (돌) für Stein und “hareubang” (하르방) für Großvater, es sind also die steinernen (kleinen) Großväter. Und natürlich werden diese kleinen dscn9106Skulpturen auch in allen möglichen Variationen als Souvenirs verkauft. Diese Versionen erinnern mich ehrlich gesagt ein bisschen an die kleinen Trolle aus dem Disney Film Frozen. Im Original stellen die Figuren allerdings Götter dar und sollten Schutz und Fruchtbarkeit bringen.

Ich glaube Hallabong und Tangerinen sind die meist verkauftesten dscn9510Früchte auf ganz Jeju. Hallabong ist eine Mischung aus Mandarine und Orange. Der weitverbreitetere Name der Frucht ist „Dekopon“ und ist eine Hybrid Frucht. In Südkorea wurde die Frucht allerdings nach dem Gebirge Hallasan im Zentrum der Insel benannt, wo das Obst am meisten angebaut wird. Neben den Früchten bieten die Märkte auch gepressten Saft, Schokolade und kleine Backwaren mit Hallabong- und Tangerinenfüllung an. Ebenfalls beliebte Füllungen für Schokolade sind Blaubeeren, grüner Tee und Kaktus Frucht.

 

 

Tag 1: Seongsan Ilchulbong und U-do

Seongsan Ilchulbong (성산 일출봉) ist einer der „must-see“ Sightseeing Points. Er sieht aus wie eine Kegel, geformt aus vulkanischem dscn9033Tuffstein, welches durch eine Eruption entstand. Seongsan Ilchulbong wird auch „Sunrise Peak“ (Sonnenaufgangs-Gipfel) genannt, da er sich auf der östlichen Seite von Jeju befindet und daher einen perfekten Blick beim Sonnenaufgang bietet. Eintrittskarten werden ab einer Stunde vor Sonnenaufgang verkauft. Allerdings fährt der öffentliche Nahverkehr erst ab 6 Uhr. Das war auch mein Problem, weshalb ich es leider nicht rechtzeitig zum Sonnenaufgang geschafft habe. Seongsan Ilchulbong gehört, neben dem Gebirge Hallasan und den Lava Höhlen Geomunoreum, zum UNESCO Weltkulturerbe.

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Ganz in der Nähe des Seongsan Ilchulbong liegt U-do (우도), eine andere, kleinere Insel. Diese entstand ebenfalls durch vulkanische Aktivitäten vor mehr als 2,1 Millionen Jahren. U-do ist nach seiner Form benannt, da diese an eine Kuh erinnert, weswegen sie auch „Cow island“ (Kuhinsel) genannt wird. Die Insel kann ganz einfach mit einer Fähre erreicht werden. Viele Koreaner füttern die Möwen mit Shrimp Chips. Manche der Vögel fraßen sie sogar aus deren Händen, andere fingen die Chips aus der Luft, die ihnen von den Schiffspassagieren zugeworfen wurden. Die Möwen schienen diese Chips auf jeden Fall sehr zu mögen. Wenn du die Möwen von nahem sehen magst, solltest du einfach eine Packung im nächsten Convenience Store (kleiner Lebensmittelladen) kaufen und es ausprobieren. Ehrlich gesagt hat es mir die Möglichkeit gegeben ein paar ganz gute Fotos von den Vögeln zu machen.
dscn9160Viele bringen auch ihre (gemieteten) Autos mit auf die Insel. Obwohl U-do viel kleiner als Jeju ist, ist sie dennoch zu groß, um sie nur zu Fuß zu besichtigen (ich muss leider sagen, dass ich aus Erfahrung spreche). Wenn du die Insel besichtigen magst und kein Auto hast oder es nicht mitbringen willst, solltest du zumindest ein Fahrrad oder besser ein Quad mieten. Andererseits wirst du kaum die Chance haben die wirklich schönen Orte der Insel zu sehen. Wenn du dir kein Fahrzeug ausleihen magst, würde ich einen Besuch nicht weiter empfehlen.

 

Richtung Meer in Ost-Jeju
 
 
Auf dem Weg zum Seongsan Ilchulbong.
 
Der Blick vom Gipfel des Seongsan Ilchulbong.
 
Die Treppen um auf den Seongsan Ilchulbong zu kommen.
 
Der Versuch ein nettes Foto zu machen - es war allerdings ein kleines bisschen windig...
Seongsan Ilchulbong
 
Koreanerinnen verkaufen frisches Sea Food.
 
 
Von der Fehre Richtung U-do.
Die berühmte Kuh auf der Insel U-do.
Am Strand von U-do
 
 
 
U-do ist bekannt für seine Pferde.
 
Tag 2: Viele Wasserfälle um Seogwipo
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Jeongbang Wasserfall

Seogwipo ist die zweitgrößte Stadt Jejus und nimmt den kompletten Südpart der Insel ein. In der Nähe des Zentrums der Stadt sind auch die Cheonjiyeon (천지연폭포) und Jeonbang Wasserfälle (정방폭포).  Ich besuchte beide Wasserfälle am selben Tag. Leider hat es allerdings den ganzen Tag geregnet, wie ihr auch auf den Fotos sehen werdet. Die meisten Koreaner trugen Regencapes, welche ich wirklich praktisch finde, man kam sich aber trotzdem ein bisschen wie unter lauter Teletubbies vor ;). Um die beiden Wasserfälle zu besuchen, muss man 2.000₩ (~ 1,67€) pro Wasserfall zahlen.

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Cheonjiyeon Wasserfall

Der Jeonbang Wasserfall ist der einzige ganz Asiens, welcher direkt ins Meer fällt. Zudem verkaufen Ajummas (ältere koreanische Frauen) frisches Sea Food am Wasserfall. Der andere Wasserfall, Cheonjiyeon, ist in der Nähe der Saeyeongyo Brücke (새연교). Ein Rundgang führt die Besucher zum Wasserfall. Vorher können auch einige kleinere Gefälle gesehen und die Strömung durch Steinplatten überquert werden. Die Übersetzung von Cheonjiyeon ist „Himmel verbunden mit dem Land“, der Wasserfall fällt also vom Himmel auf die Erde. In wärmeren Jahreszeiten kann auch das Donnaeko Valley (돈내코유원지) besucht werden, um dort im klaren Wasser des Wonang Pokpo Wasserfalls zu schwimmen. Das Wasser ist eiskalt, da es direkt vom Hallasan Gebirge kommt.

 

Die Soeyeongyo Brücke am Hafen von Seogwipo.
 
Die Jeongbang Wasserfälle
Koreaner verkaufen frisches Sea Food direkt am Wasserfall.
 
Auf dem Weg zu den Cheonjiyeon Wasserfällen.
Ein kleiner Großvater
 
Die Cheonjiyeon Wasserfälle
Eine Mandarinenente
 
 
 
 
 
Am Hafen von Seogwipo
 
 
Der Rundweg der Birds Island (Vogelinsel)
Große Spinnen in den Gebüschen
 
 
 
Am Donnoeko Valley mit den Wonang Pokpo Wasserfällen
 
Der Hafen von Seogwipo
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Seayongyo Brücke ist am Hafen von Seogwipo und führt zur Saeseom Insel (새섬). Die Übersetzung ist simpel, dscn9236Saeseom bedeutet „Vogelinsel“. Saesom hat einen warm, temperierten Wald mit Umweltschutz-
Zone. Ein Rundweg führt einmal um die Insel und bietet hübsche Spots. Aber sei gewarnt, falls du eine Spinnenphobie hast, ist dieser Rundgang vielleicht nicht das richtige für dich, denn in den Gebüschen sitzen riesige Spinnen (der Körper etwa so groß wie dein Daumen). Aber die Spinnen sind natürlich nicht giftig und bleiben eigentlich auch meist in ihren Spinnennetzen, also keine Angst. Die Brücke ist bei Nacht beleuchtet und der Hauptturm, welcher nach einem Schiffssegel designed wurde, wechselt seine Farben.

 

Hier geht es zu Part II:
Jeju – Das Urlaubsparadies Südkoreas Pt. II

 

 

 

 

Traditionelles Korea

Südkorea ist immer noch voller Traditionen und alter Bräuche. Alleine Seoul hat fünf alte Königspaläste und verschiedene Hanok Dörfer, wo die alten Traditionen Koreas nach wie vor lebending sind.

 

 

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Hanok Dörfer

Die verschiedenen Hanok Dörfer geben die Möglichkeit alte, traditionelle, koreanische Häuser zu besichten, einen Eindruck von der damaligen Architektur zu bekommen und sie gewähren auch schon einmal einen Blick in die Innenräume. Die Häuser sind noch von früher erhalten und teilweise mehr als 100 Jahre alt.dscn7868 Wir haben das Namsangol Hanok Village besucht. Der Eintritt ist frei. Dieses Dorf zeigt erneut die Kombination aus traditionallem und modernen Leben in Korea, rundum die hübschen alten Häuser sind jede Menge Wolkenkratzer. Ich war zudem wirklich überrascht, wie klein die Räume und Häuser waren. An den Eingangstoren steht überall, dass man extra auf seinen Kopf achten soll, da die Toreingänge so niedrig sind. Selbst für musste etwas den Kopf einziehen (und ich kenne wirklich nicht viele Menschen, die kleiner sind als ich). Die Architektur ist zudem sehr schön. Man fühlt sich ein bisschen, als wäre man in der Zeit zurückgereist. Das Dorf ist so schön, dass es auch gerne von frisch verheirateten Pärchen für deren Hochzeitsfotos genutzt wird.

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Samul nori

In dem Dorf hatten sie auch so kleine Strohhütten, welche an Tipis erinnern. Früher haben die Hütten als Aufbewahrungsort für Kimchi (traditionelles koreanisches Essen aus Chinakohl) fungiert, mir wurde erklärt, es wirkt ähnlich wie ein Kühlschrank. Im Zentrum des Dorfes kann man sich an kleinen Spielen probieren. Bei einem der Spiele muss man versuchen Pfeile in eine Vase zu werfen. – Gar nicht so einfach. Aber wenn man es schafft, ist einem die Anerkennung durch die Umstehenden gesichert. Wir hatten außerdem Glück und konnten einem Auftritt von dem traditionellen, koreanischen Tanz, Samul nori, zusehen. Über diese traditionelle Musik und den dazugehörigen Tanz habe ich bereits viel in meinem letzten Beitrag geschrieben (klick einfach hier um den Artikel Meine erste Woche in Seoul zu lesen). Aber diesmal hatten sie Kopfbedeckungen mit langen weißen Bändern daran. Wenn sie ihre Köpfe bewegten, tanzten sie um deren Köpfe. Das sah wirklich toll aus.

 

Im Namsangol Hanok Village
Mädchen mit Hanboks
 
 
 
 
 
Samul nori- Tänzer
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Strohhütte für Kimchi
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Im Bukchon village
 
 
 
 
Sich wie eine koreanische Prinzessin fühlen

Hanbok sind traditionelle, koreanische Kleidung. In Korea hat man auch die Möglichkeit diese Kleidung auszuleihen und zu tragen. Um die Kleidung auszuleihen, muss man etwa zwischen 10.000-20.000₩ (ca. 8,30-16,65€) zahlen. Es kommt ein bisschen dscn8051drauf an, welche Kleider und wie lange man sie ausleihen möchte. Einer der wichtigsten Feiertage in Südkorea ist Chuseok (추석), es ist ein Familienfest. An diesen Tagen war die ganze Stadt voller Koreaner, welche hübsche Hanboks getragen haben. Chuseok meint freiübersetzt etwa sowas wie Herbstabend. Es ähnelt dem Erntedankfest, bzw. noch eher dem amerikanischen Thanksgiving und dauert insgesamt drei Tage.

 

Königspaläste
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Deoksugung Palace

Während der Joseon-Dynastie hatte Seoul sechs Paläste. Heute sind noch fünf von ihnen erhalten: Gyeongbokgung (der größte), Changdeokgung, Deoksugung, Changgyeonggung und der kleine Unhyeongung Palace. Der Besuch eines Königspalastes sollte unbedingt mit auf die Sightseeing-Liste in Südkorea. Die Eintrittspreise sind relativ gering (zwischen 1.000-3.000₩, ~0,80-2,50€), Unhyeongung Palace ist kostenlos. Auch hier ist die Architektur wunderschön.

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Ich mit dem Aekjeongseo Sayak (Schlüsselwahrer) und dem Seungjeongwon Juseo (überbringt die königlichen Befehle)

Die Dächer sind in verschiedenen bunten Farben angemalt. Zudem bieten der Gyeongbokgung und der Deoksugung Palast kostenlose, kleine Shows für Toursiten, bei der die Wechselzeremonien der königlichen Garde gezeigt werden. Dort kann man die verschiedenen Personen der Königsgarde sehen und bekommt ein Gefühl für die koreanische Geschichte. Falls du ein großer Fan der koreanischen Architektur und der Paläste bist, solltet du darüber nachdenken das „Integrated Palace Ticket“ zu kaufen. Dieses bietet den Eintritt zu vier Königspalästen inklusive des Geheimen Gartens und dem Jongmyo Shrein. Das Ticket kostet 10.000 Won (~8 €) und ist bis zu drei Monate nach Erwerb gültig (man spart etwa 4.000 Won, wenn man alle Tickets nutzt). Mit einem Hanbok hat man jederzeit freien Eintritt.

 

Die Königsgarde vor dem Deoksugung Palace.
Der Haupteingang des Deoksugung Palaces.
 
 
 
 
 
Die farbenreichen Dächer des Palasts.
 
Westliche Architektur mitten zwischen traditionelle, koreansichen Häusern. Die Seokjojeon Hall, man muss sich allerdings vorher anmelden, wenn man die Räume besichtigen will.
 
 
Das Deoksugung Art Museum
 
 
 
 
 
 
 
Die Königsgarde marschiert zum Haupteingang.
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

Meine erste Woche in Seoul

Südkorea, aber auch Seoul, stecken voller neuer Erfahrungen, Unterschieden in Kultur, anderen Schriftzeichen, Essen und sogar im alltäglichen Leben. Es ist ein Land voller Gegensätze. Das neuzeitliche Korea mit all seiner moderner Technik im Vergleich zum alten, traditionellen Korea mit seinen Palästen und dem Hanbok … In diesem Beitrag will ich über meine erste Woche als Auslandsstudentin in Seoul berichten.

 

 

Facts über Südkorea und Seoul

Der offizielle Name von Südkorea ist Republik Korea. Die offizielle Sprache ist Koreanisch und die offizielle Schriftsprache ist Hangul. Korea wurde im Jahre 1910 durch das Imperium Japan regiert und nach dem zweiten Weltkrieg in Nord- und Südkorea geteilt. Seit der Teilung ist Südkoreas einzige Landesgrenze de facto zu Nordkorea. Die Hauptstadt der Republik Korea ist Seoul. Sie ist zudem die größte Stadt des Landes und die 16. größte Stadt der Welt. Rund 50% der Bevölkerung Südkoreas lebt in der Metropolregion Seoul.

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Meine erste Woche in Seoul

Mein Auslandssemester in Seoul ist gestartet. Ich bin nach etwa 18 Stunden, mit einem kleinen Zwischenstop in Abu Dhabi, endlich in Seoul gelandet. Südkorea hat einen Zeitunterschied von sieben Stunden zu Deutschland. Ich hatte aber Glück und überraschenderweise mit keinem Jetlag zu kämpfen und auch das Wetter ist bisher ganz gut – irgendwas zwischen Spätsommer und frühem Herbst.

 

 

Ich studiere an der EWHA Womans University, welche einen wirklich hübschen Campus hat und welcher in Seoul sogar als kleine Touristen dscn7825Attraktion gilt. Mieten und vor allem Kautionen sind in Südkorea unglaublich hoch, weshalb ich ziemlich erleichtert war, einen Platz in einem Wohnheim bekommen zu haben (wenn du mehr lesen willst, klick einfach hier um meinen Beitrag Ausgangssperre. Frauen Universität. Visum. Und eine Menge an Vorbereitungen. zu lesen). Auch die Unterhaltskosten sind unheimlich hochpreisig in Korea, was das Land wiederum im Vergleich zu Deutschland, aber auch vielen anderen Ländern der Welt, ziemlich teuer macht. Daher sind auch Lebensmittelpreise in den Supermärkten, aber auch in den kleinen Warenläden vergleichsweise hoch, vor allem Obst und Gemüse (beispielsweise fünf Äpfel kosten etwa 6.000 ₩, das sind etwa 5 Euro). Meiner Meinung nach sind dagegen manche Restaurants Koreas nicht ganz so teuer. Und ich liebe es, dass man immer und zu jeder Mahlzeit kostenloses Wasser bekommt und dies auch immer wieder nachfüllen lassen kann. Der einfachste Weg günstig zu essen ist vermutlich das Streetfood (man zahlt etwas zwischen 1,60-4,20€). Ebenfalls üblich ist das Bestellen von Essen, hier hat sogar McDonalds seinen eigenen Lieferdienst. An öffentlichen Plätzen, wie dem Han-Fluss, kann man auch schon mal gut 40 Flyer für Lieferservice in die Hand gedrückt bekommen. Aber ich werde noch einen eigenen Beitrag nur über koreanisches Essen schreiben und mehr dazu erzählen.

 

 

Das Lernen neuer Schriftzeichen

Hangul (한글) ist die offizielle Schriftsprache in Korea. Obwohl es auf den ersten Blick relativ kompliziert aussieht, ist es doch gar nicht so schwer zu lernen. In meinem Unibuch für steht, dass Koreanisch die zwölft meist genutzte Sprache der Welt ist und damit sogar noch vor Französisch und Italienisch kommt (klingt unglaublich, ich weiß).

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König Sejong, der Hangul erfunden hat

Hangul wurde 1443 von König Sejong, dem vierten Monarchen während der Joseon-Dynastie, erfunden.  Das neue Alphabet sollte den einfachen Leuten helfen schreiben und lesen zu lernen. Denn vor Hangul wurde Koreanisch mit chinesischen Zeichen geschrieben. Man sagt ein weiser Mann lerne Hangul im Laufe eines Tages, ein dummer Mann benötige zehn Tage. Ich habe Koreanisch zweimal in der Woche, daher habe ich Hangul in sieben Tagen gelernt ;). Das moderne Hangul besteht aus 24 Buchstaben und 27 Digraphen. Aber auch wer kein Koreanisch spricht, findet meistens, vor allem in Seoul, schnell jemanden der Englisch spricht und versucht einem zu helfen und außerdem sind auch alle Metroanzeigen und Haltestellendurchsagen auf Englisch.

 

Der Blick von meiner Universität Richtung Stadt.
Auf dem Campus der EWHA
 
 
 
 
 
Am Han-Fluss (Hangang)
Wir haben 41 Flyer für Bestelldienste am Han-Fluss bekommen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der City Tour Bus von Seoul
 
Soju ist der beliebteste Alkohol in Korea und eine Flasche sogar noch billiger als eine Dose Bier.
 
 
Der Pavillion am Namsan Tower
 
 
Ein Untergrundmuseum erklärt die Geschichten von König Sejong und Admiral Yi Sunshin. Die Statue zeigt den Admiral.
Im Untergrundmuseum
 
Kulturtag in Korea

Seit 2014 ist jeder letzte Mittwoch im Monat ein sogenannter Kulturtag. dscn7426 Das bedeutet Museen und Kinos bieten ihren Besuchern Rabatte an, manchmal sogar freien Eintritt oder verlängerte Öffnungszeiten. Da ich Ende August in Seoul angekommen bin, haben wir bereits das Seoul Museum of History besichtigt. Das Museum zeigt die Geschichte und Kultur Seouls von der Joseon-Dynastie (1392-1910) bis zum heutigen Tag. Es repräsentiert das Leben der Menschen in Korea, auch während das Land unter der Kontrolle Japans stand bis in die späten 90er.

 

Seoul Museum of Histroy
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Samul nori – Traditioneller koreanische Musik mit Tanz

Samul nori ist ein Musikgenre der traditionellen koreanischen Musik verbunden mit Tanz. Meine Mitbewohnerin und ich hatten Glück solch einen Tanz durch Zufall mitzuerleben, er wurde von koreanischen Studentinnen unserer Uni aufgeführt. Samul nori nutzt unterschiedliche Schlaginstrumente. Sie haben einen kleinen Gong (Kkwaenggwari), einen größeren Gong (Jing),  eine sanduhrförmige Trommel (Janggu) und eine Fass-Trommel (Buk drum). Die Studentinnen trugen wunderhübsche, koreanische Kleider, welche Hanbok genannt werden. Zwei der Studentinnen waren etwas anderes gekleidet und gaben mit Hilfe der kleinen Gongs den Rhythmus vor. Manche Zuschauer liefen während den Tänzen nach vorne und klemmten den Studentinnen Geldscheine unter deren Hüte. dscn7540
Zudem gab es eine kleine Zeremonie zu Beginn der Tänze. Wir verstanden nicht, was sie vorher erzählten (da es auf Koreanisch war), aber ein Mädchen hielt eine Schweinemaske in ihren Händen.  Schweine zählen hier als Glücksbringer. Manche Mädchen standen dann in einer Reihe, bekamen zunächst erst etwas zu trinken, knieten dann nieder und standen danach wieder auf und steckten kleine Zettelchen durch die Schweinemaske. Vielleicht standen darauf ihre Wünsche oder sowas ähnliches.

 

 
 
 
 
 
 
 
Namsan Tower
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Namsan Tower

Der offizielle Name des Namsan Towers ist N Seoul Tower und eine der bekanntesten Attraktionen Seouls. Es ist ein Fernsehturm und trägt seinen Namen nach dem Berg, auf dem er steht. Wenn man auf den Namsan Tower möchte, kann man den Berg entweder mit Hilfe einer kleinen Seilbahn erreichen oder durch viele, viele Treppen. Ich würde aber tatsächlich die Treppen wegen des tollen Ausblicks empfehlen. Der Turm ist etwa 237 Meter hoch und gibt einen tollen Ausblick über die ganze Stadt. Für Sparfüchse ist der Besuch des eigentlichen Turms meiner Meinung nach aber nicht unbedingt notwendig, da die Aussicht bereits sehr gut vom eigentlichen Berg Namsan am Boden des Turmes ist. Dort ist ebenfalls eine Aussichtsplattform, an der sehr viele Liebesschlösser hängen. Diese können sogar im Turm selbst gekauft werden. Der Eintritt zum Namsan Tower kostet für Erwachsene 10.000 ₩ (ca. 8,30€). Allerdings ist die Aussichtsplattform nur im Inneren und um die Fenster herum sind jede Menge hellerleuchtete Stände, welche ein ordentliches Foto durch die Scheiben noch zusätzlich erschweren.

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Der Ausblick vom Namsan Tower

Entlang der Fensterreihen sind verschiedene Landesflaggen mit den jeweiligen Ländernamen und der dazugehörigen Hauptstadt sowie eine Angabe, wie weit diese entfernt sind. Alles in allem ist der Blick vom Namsan Tower aber doch recht schön und ich bereue es auf jeden Fall auch nicht, dafür Geld ausgegeben zu haben.

 

 

Rabatte und kostenlose Ausflüge für Ausländer

Warum ist es gut ein Ausländer zu sein? Südkorea hat ein großes Interesse daran sein Land nach außen hin mehr zu präsentieren. Sie wollen beispielsweise auch K-Pop Musik bekannter machen. Daher bieten sie kostenlose Konzerte für Ausländer (und tatsächlich nur für diese) an. dscn7810
Ich hatte zudem noch Glück und war mit auf einem Ausflug in die Provence von Jeollanam-do im untersten Südkorea, gesponsert vom koreanischen Staat. Es war ein kostenfreier Ausflug, aber eben nur für Ausländer. Wir waren am Great Battle of Myeongnyang Festival und im Korean Minhwa Museum mit traditionellen koreanischen Zeichnungen (auch einem Bereich mit erotischen Zeichnungen). Aber das beste des Ausflugs war eigentliche der Besuch der kleinen Insel 가우도 (Ga-u-do). Sie ist sehr nah am Festland und durch eine Brücke mit diesem verbunden. Wir sahen auch kleine Fischerboote und der Strand war voller hübscher Muscheln und kleiner Krabben.
Manchmal erhalten Ausländer auch Rabatt für Freizeitaktivitäten. Damit wäre auch die Frage geklärt, warum es gar nicht so übel ist ein Ausländer in Südkorea zu sein.

 

Ein kostenloser Ausflug für Ausländer in die Jeollanam-do Province im Süden.
Auf dem Great Battle of Myeongnyang Festival
Viele Stände mit Essen und Gewürzen.
Beondegi (번데기) ist ein typisches Gericht der koreanischen Küche. Beondegi sind in heißem Wasser gekochte oder in Wasserdampf gegarte Puppen von Seidenraupen.
Die Brücke mit tausenden von Flaggen des Battleship Festivals.
 
 
 
 
Traditionelle koreanische Musik
 
Im Korean Minhwa Museum mit traditionellenkoreanischen Zeichnungen.
Tiger sind eines der Lieblingsmotive der Minhwa Zeichnungen.
Moderne Minhwa Kunst
 
 
Auf der Insel 가우도 (Ga-u-do). Eine Brücke verbindet die Insel mit dem Festland.
 
 
Fischen im Ostmeer (Japanisches Meer).
 
Kleine Krabben zwischen den Steinen am Strand.
 
Und noch eine wichtige Nachricht zum Schluss.

 

 

30 Stunden in Uruguay

Über Weltkulturerben, Klischees, Hundesitter, Nationalhelden und wirklich freundliche Menschen.

 

 

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Die Fähre nach Colonia del Sacramento

DSCN4354Bereits zu Beginn meiner Reise durch Argentinien hatte ich beschlossen, bei der Gelegenheit auch gleich einen Abstecher ins benachbarte Uruguay zu machen. Ich las bereits während meiner Recherche Zuhause von einer Fähre, welche einen von Buenos Aires nach Colonia del Sacramento bringen sollte. Also schleppte ich meinen argentinischen Freund mit ins Reisebüro und bat ihn, mit Tickets für die Überfahrt zu buchen (mit Dolmetscher gelingt das einfach besser). Die Reise startete an einem Donnerstag. Zunächst musste ich zum Check In. Es gibt eine extra Kontrolle für Uruguayer, Argentinier, Brasilianer und Paraguayer. Denn diese vier Länder haben ein spezielles Abkommen, ähnlich des Schengen Raums in der EU. Daher musste ich eine der anderen Passkontrollen über mich ergehen lassen: mit Fingerabdrücken, Kameras, aber auch einem neuen Stempel für meinen Pass. Die Fähre braucht nur eine Stunde, um den Río de la Plata von Buenos Aires nach Colonia del Sacramento zu überqueren.

 

 

Eine Stadt voller Weltkulturerbe

DSCN4443Colonia del Sacramento ist im Südwesten Uruguays direkt am Río de la Plata. Es ist eine der ältesten Städte in Uruguay und war in der Vergangenheit eine portugiesische Kolonie. Um genau zu sein wurde es sogar von den Portugiesen gegründet. Allerdings wurde es zwischendurch auch von Spanien, Brasilien und der Liga Federal regiert. Seit 1828 gehört es aber offiziell zu Uruguay. Insgesamt leben etwa 27.000 Menschen in Colonia del Sacramento. Es hat eine hübsche Altstadt mit einem historischen Viertel, welches zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.DSCN4457 Touristenattraktionen sind der Leuchtturm und die Ruinen des Klosters (Faro y Convento de San Francisco). Während meiner Reise traf ich ziemlich viele Schulklassen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was sie feierten, aber sie hatten auf jeden Fall eine kleine Feier auf dem Festplatz, dem Plaza Major del 25 de Mayo. Das war vielleicht auch der Grund, weshalb ich einige Männer entdeckte, welche traditionelle Uniformen  trugen. Eine weitere Attraktion der Altstadt ist das „Portón de Campo“, das ist das Stadttor und die hölzerne Zugbrücke.

 

 

Am Río de la Plata
In Colonia del Sacramento
 
 
 
Viele Straßen sind von Bäumen gesäumt. -  Da die Aufnahmen von Ende Winter/ Anfang Frühling sind, sie die Bäume noch kahl.
 
 
Das Stadttor von Colonia del Sacramento.
 
 
 
 
 
 
 

 

Am Stadtrand von Montevideo

Am Nachmittag nahm ich schließlich den Bus nach Montevideo. Die Busse sind wirklich sehr komfortabel und so gut wie neu. Nach etwas mehr als drei Stunden erreichte ich Uruguay. Bevor wir allerdings die Stadtgrenze passierten, sind wir durch einige Vororte von Montevideo gefahren. Die Häuser dort sind ziemlich klein, dreckig und mit Wänden, welche aussehen, als seien sie aus Wellblech geformt. Der Reiseführer empfiehlt dringend solche Orte zu meiden, da die Kriminalitätsrate dort sehr hoch sei. Ich habe mich echt etwas unwohl gefühlt, als ich die vielen armen Menschen sah. Da merkt man schon deutlich die Unterschiede zwischen diesen Vororten und der hübschen Altstadt von Colonia del Sacramento – oder natürlich auch zu meinem Heimatland Deutschland.

 

 

Alle Deutschen haben blondes Haar

Ich kam gegen späten Nachmittag/ frühen Abend in Montevideo am Zentralen Omnibusbahnhof an. Ich beschloss zu meinem Hostel zu laufen und dabei gleich etwas die Gegend und Montevideo zu erkunden. Die Uruguayer sind wirklich freundlich und haben mich auch direkt angesprochen, ob ich Hilfe bräuchte, da ich zwischendurch immer mal wieder stoppte, um einen Blick auf meine Karte zu werfen. Am Ende habe ich es aber doch alleine gefunden. Ich hatte ein Bett in einem Mehrbettzimmer gebucht. Das Hostel hieß Tibet Hostel und das war auch der Grund dafür, dass das ganze Hostel mit bunten Tüchern, Schirmen und hübschen Lampen geschmückt war. Ich mochte die Atmosphäre total gerne. Die Besitzer des Hostels erklärten mir später, dass sie ihr Hostel eben nach einer Reise nach Tibet so benannt hatten. Es klang wirklich unglaublich toll, ich würde auf jeden Fall auch mal gerne nach Tibet – leider sind die Einreisebestimmungen ja sehr streng. Wir haben dann ein bisschen Musik gehört – Ich sollte ein deutsches Musikvideo zeigen und einer der Besitzer war wirklich verwirrt, dass da auch braun- und schwarzhaarige Frauen im Video zu sehen waren. Er dachte wirklich, dass alle Deutschen blonde Haare haben. Hier brauche ich vermutlich nicht extra erwähnen, dass das nur ein Gerücht ist. Ich meine ehrlich gesagt sogar, dass ich mal gelesen hätte, dass die meisten Deutschen braune Haare haben.
Ich verbrachte die restliche Nacht in der Bar des Tibet Hostels. Ich trank einen Mohito und einen Erdbeer-Caipirinha – so lecker! Ich aß auch ein paar wirklich leckere Pommes und Chivitos (Wenn ihr mehr lesen wollt … klickt hier um den Artikel Food Porn – Pt. 1 zu lesen).

 

Die Buchstaben von Montevideo.
Nach meiner Ankunft in Montevideo.
 
Der Stadtteil "Tres cruces" (Drei Kreuze)
 
 
Der Blick von der kleinen Dachterrasse meines Hostels.
Spaziergang am Strand
 
 
 
 
 
 
 
Tausende von Gänsen in einem Park nähe des Zentrums von Montevideo.
 
 
 
Der Plaza Independencia in Montevideo
Die riesige Statue des uruguayischen Nationalheldens José Gervasio Artigas
Ich vor dem Palacio Salvo
Die Ciudad Vieja (Altstadt)
 
 
 
 

 

Ein Hundesitter mit 19 (!) Hunden

DSCN4584Am nächsten Morgen startete ich schon früh, da ich mir die Hauptstadt Uruguays endlich mal etwas näher ansehen wollte. Zunächst nahm ich den Weg runter zum Strand – Punta del Canario. Am Strand sind diese großen Buchstaben von Montevideo. Ein Taxifahrer erzählte mir später, dass die Buchstaben immer mal ausgetauscht werden würden. An diesem Tag waren sie besonders bunt. Ich lief entlang der Küste in Richtung Stadtzentrum. Es war sehr windig und etwas kalt. DSCN4585Am Strand stieß ich auf einen Mann, welcher mit Hunden spazieren lief, quasi ein Hundesitter. Aber das waren halt nicht zwei, oder auch mal drei Hunde … Nein, er hatte tatsächlich 19 Hunde an seinen Leinen. Ich habe schon vor meiner Reise nach Südamerika gelesen, dass es viele dieser Hundesitter gibt. Es scheint ein recht häufig gewählter Nebenjob in Südamerika zu sein. Ich habe auch schon einige dieser Hundesitter in Argentinien gesehen. Aber dieser Kerl mit einen 19 Hunden war auf jeden Fall ein echter Rekord für mich. Wirklich unglaublich – Zum Glück habe ich Fotos gemacht, ich glaube nämlich, wenn ich das Zuhause in Deutschland erzählt hätte, hätte jeder gedacht ich übertreibe.

 

Der Nationalheld Uruguays
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Ich sehe ziemlich klein vor der riesigen Statue von José Gervasio Artigas aus.

Ich bin einige Stunden gelaufen, bis ich endlich das Zentrum Montevideos erreicht hatte. Die Stadt ist die größte Uruguays. Es leben über 1,3 Millionen Menschen in Montevideo. Laut den Rankings der Mercer 2015 Quality of Living (also einer Erhebung zu qualitativem Leben in Städten) belegt Montevideo den höchsten Platz in Südamerika mit Rang 78. Die nächst höheren Plätze in Südamerika sind Buenos Aires (91) und Santiago (93). Montevideo hat über 60 Stadtbezirke. Ein Touristenmagnet ist der Plaza Independencia mit dem Palacio Salvo. In der Mitte des Platzes befindet sich eine riesige Statue von José Gervasio Artigas. Er ist der Nationalheld Uruguays und wird von manchen sogar „Vater der Unabhängigkeit Uruguays“ genannt, da er damals während der Uruguayischen Revolution gegen Spanien kämpfte. Sein Leichnam ist im Artigas Mausoleum unter der Erde, um genau zu sein direkt unter seiner Statue und wird täglich von zwei Soldaten bewacht. Die Statue ist 17 Meter hoch und wiegt über 30 Tonnen. Uruguay ist seit 1828 ein unabhängiger Staat mit Montevideo als seine Hauptstadt.

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Das Tor der Altstadt

Ebenfalls auf dem Placa Independencia befindet sich auch der Palacio Salvo. Er wurde von einem italienischen Immigranten gebaut, welcher in Buenos Aires lebte, sein Name ist Mario Palanti. Der Palacio erinnert an den Palacio Barolo in Buenos Aires, welcher ebenfalls vom gleichen Architekten gebaut wurde. Eigentlich war geplant, dass das Gebäude ebenfalls einen Leuchtturm auf dem Dach haben sollte. Dieser wurde jedoch durch einen Satz Antennen ersetzt. Der Palacio Salvo wurde 1828 fertig gebaut und hat eine Höhe von 95 Metern. Leider hatte ich nicht genug Zeit, um den Palacio auch von innen anzuschauen. Hinter dem Plaza Independencia beginnt die Ciudad Vieja, die Altstadt. Sie ist voller hübscher Gebäude aus der Kolonialzeit und voller nationalem Kulturerbe.

 

Gastfreundliche Uruguayer retten mein Leben

Okay, vielleicht klingt die Überschrift doch etwas zu dramatisch. Aber während meiner Erkundungstour merkte ich irgendwann, dass ich gar DSCN4708nicht mehr so viel Zeit bis zur Abfahrt meiner Fähre zurück nach Buenos Aires hatte. Deswegen nahm ich ein Taxi zurück zum Hostel und packte schnell meinen letzten Kram zusammen. Es war schon ziemlich spät und ich hatte fast kein uruguayisches Geld mehr. Es war jedenfalls nicht genug um ein zweites Taxi zurück zum Hafen zu nehmen und ich war mir nicht sicher, mit welchem Bus ich wieder zurück in die Innenstadt kommen würde. Schließlich fragte ich den Elektriker, der im Hostel arbeitete, ob er mir helfen könne. Wir hatten uns schon die letzten Tage etwas miteinander unterhalten. Deswegen fragte ich ihn, ob er mir wohl helfen könne, den richtigen Bus zu finden. Leider hatten wir ein paar Kommunikationsprobleme, weil er nur sehr wenig Englisch sprach und mein Spanisch wirklich sehr, sehr schlecht ist. Am Ende schaute er schließlich kurz auf mein Fährenticket. Dann sprach er schnell mit dem Mädel des Hostels und sagte schließlich, ich solle ihm folgen. Ich dachte erst, er würde mir die Bushaltestelle zeigen, weil es vermutlich schwierig gewesen wäre, den Weg dorthin zu erklären. Aber dabei habe ich kurz vergessen, wie unglaublich hilfsbereit und gastfreundlich die Südamerikaner doch einfach sind. Er fuhr mich tatsächlich zum Hafen und brachte mich bis zum Check In. Er erlaubte mir nicht einmal ihm etwas Geld für das Parkticket zu geben, welches er ziehen musste, um mich bis vor die Tür zu bringen. Er ist wirklich unglaublich lieb und freundlich (An dieser Stelle: ¡Muchas gracias!).

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Der Sonnenuntergang am Hafen von Montevideo.

Ich erreichte immerhin 50 Minuten, bevor die Fähre ablegen sollte, den Hafen. Ich glaube ich hatte etwas Glück. Mein Freund aus Buenos Aires hatte mir gesagt, ich solle eine Stunde vorher am Hafen sein, um einzuchecken. Als ich nochmal auf das Ticket schaute, merkte ich, dass dort stand man solle zwei Stunden früher da sein (ich habe ja schon gesagt, meine Spanischkenntnisse sind ziemlich eingerostet, aber den Satz hatte sogar ich verstanden). Am Ende habe ich wohl Glück, dass die Südamerikaner es einfach nicht so genau mit der Zeit nehmen und alles deutlich relaxter angehen.