Die besten Aussichtspunkte und Tipps für Schloss Neuschwanstein

Neuschwanstein Castle

Spätestens Disney machte Schloss Neuschwanstein weltberühmt. Hier erfährst du, wie du am besten an Tickets kommst, was du von einer Schloss-Tour erwarten kannst und wie du die besten Aussichtspunkte findest, um das Schloss in seiner gesamten Schönheit zu bewundern.

Neuschwanstein Castle

Schloss Neuschwanstein ist wohl das berühmteste Schloss Deutschlands und sogar eines der bekanntesten Europas. Es diente bereits Disney als Inspiration für Cinderellas Palast und ist sogar auf dem bekannten Logo des Unternehmens zu finden.

Letzten Sommer habe ich beschlossen, dass es endlich Zeit wird, das berühmteste aller Schlösser auf meiner Reise durch Bayern zu besuchen und damit einen langersehnten To-Do-Punkt von meiner Reiseliste zu streichen. Ich habe die perfekte Aussicht gefunden und werde in diesem Blog-Post alle meine Tipps mit dir teilen.

💡 Fakten über Schloss Neuschwanstein

Die Bauarbeiten von Neuschwanstein starteten im Sommer 1868. Das Schloss wurde für den bayerischen König Ludwig II. erbaut und als die ideale Ritterburg im Mittelalter konzipiert. Trotzdem wurden für die Bauarbeiten sowohl außen als auch innen die modernste verfügbare Technik eingesetzt. Das Schloss wurde bereits mit einer Warmluftzentralheizung sowie fließendem Wasser und einer automatischen Spülung ausgestattet. Der König hatte sogar ein eigenes Telefon. Wenn ich mich richtig erinnere, konnte er damit allerdings nur bei der Post anrufen.

Der König lebte selbst nur wenige Monate im Schloss, da er 1886 verstarb, bevor das Schloss fertiggestellt werden konnte. Die Bauarbeiten wurden daher auch nie beendet.

Tipps für deine Ticket-Buchung

Falls du das Schloss von innen besichtigen möchtest, solltest du deine Tickets bereits im Vorhinein online buchen. Die Eintrittskarten sind oft Tage vorher ausverkauft, im Sommer sogar Wochen vorher und besonders an Wochenenden sowie Feiertagen besonders schnell vergriffen. Ein Ticket kostet 17,50 EUR für einen Erwachsenen und einen Euro weniger für Studenten, Rentner und Schwerbehinderte sowie mit der Gästekarte (eine Gästekarte erhält man in den meisten Hotels bei einer Übernachtung, ich habe es sogar auf meinem Campingplatz erhalten). Achte darauf, dass du auch für Kinder – sogar für Babys – eine gültige Eintrittskarte benötigst. Tickets für Kinder zwischen 0 und 17 Jahren kosten 2,50 EUR. Die Touren im Schloss sind auf Deutsch oder Englisch verfügbar. Du kannst stattdessen aber auch ein Zeitfenster für einen Audioguide buchen, welcher in 19 verschiedenen Sprachen angeboten wird.

Castle Hohenschwangau
Schloss Hohenschwangau

Du kannst auch ein Kombi-Ticket kaufen und deinen Besuch mit Schloss Hohenschwangau und/oder dem Museum der bayerischen Könige kombinieren, welche sich nur wenige Meter weiter am Alpsee befinden. Sollten bereits alle Tickets während deines Aufenthalts ausverkauft sein, lohnt sich auch ein Blick in den Onlineshop um 8 Uhr morgens, dann werden manchmal noch weitere Restposten für den Tag freigegeben. Du kannst deine Tickets ganz einfach online im offiziellen Shop von Neuschwanstein.de kaufen.

Solltest du den Online-Ticketkauf verpasst haben und noch mal an der Ticketkasse selbst nachsehen wollen, findest du diese direkt bei den Parkplätzen. Es gibt keine Möglichkeit, Tickets direkt am Schloss zu kaufen, mach also nicht den Fehler, zunächst erst mal den Aufstieg zum Schloss anzustreben.

Du solltest etwa 45 Minuten einplanen, um von dem Parkplatz oder der Bushaltestelle gemütlich zum Schloss Neuschwanstein hinaufzulaufen. Es besteht auch die Möglichkeit, mit einem Bus oder einer Pferdekutsche hinaufzufahren, allerdings sind beide Haltestellen noch ein Stück vom eigentlichen Eingang des Schlosses entfernt.  

Was du von der Schloss-Tour erwarten kannst

Das Schloss wurde bereits sieben Wochen nach dem Tod König Ludwig II. im Jahr 1886 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Ironische daran ist, dass das Schloss eigentlich als Rückzugsort des Königs geplant war. Bis heute besuchen jährlich mehr als 1,5 Millionen Menschen die Räume von Schloss Neuschwanstein.

Das Innere von Schloss Neuschwanstein kann nur mit einer Tour besichtigt werden. Diese ist ehrlicherweise recht kurz. Ich entschied mich für eine Führung, welche alles in allem keine 30 Minuten dauerte. Der Grund ist, dass vor dem Tod König Ludwig II. nur 14 Zimmer fertiggestellt wurden. Das heißt, dass die Räume im zweiten Stock nie ausgebaut wurden. Trotzdem würde ich sagen, dass die fertiggestellten Räume einen Besuch wert sind.

A woman on the balcony of Neuschwanstein Castle
Der Blick vom Balkon des Schlosses

Die Bilderzyklen an den Wänden sind inspiriert von Richard Wagners Opern. Seine verschiedenen Werke und die ihnen zugrunde liegenden mittelalterlichen Legenden finden sich in allen Räumen des Schlosses. Ein weiteres wiederkehrendes Thema ist der Schwan, der in verschiedenen Statuen und Gemälden dargestellt wird. Das Tier ist ja auch Teil des Namens des Schlosses selbst sowie der Stadt Schwangau, in der sich Neuschwanstein befindet. Der Schwan wird im Christentum als Symbol der Reinheit verwendet.

Am meisten begeistert hat mich der Sängersaal sowie natürlich die Grotte. Der König ließ sich eine eigene künstliche Tropfsteinhöhle in seine Burg bauen. Sie wurde von August Dirigl entworfen und war ursprünglich sogar mit bunten Lichtern und einem Wasserfall ausgestattet. Der Sängersaal nimmt den gesamten vierten Stock des östlichen Teils des Schlosses ein. Er war als Bühne für Theater- und Musikaufführungen geplant, wurde hierfür jedoch nie genutzt.

Das Fotografieren im Schloss ist leider nicht erlaubt, aber du kannst Fotos von allen Räumen auf der offiziellen Homepage von Neuschwanstein finden.

Die besten Ausblicke rund um Neuschwanstein
The backside of Neuschwanstein Castle

📍 Hinter dem Schloss: Wenn du Neuschwanstein besuchst, folge unbedingt auch dem Weg hinter das Schloss. Das ist wirklich kein Geheimtipp, aber du wirst einen sehr schönen Blick auf die Rückseite des Palastes sowie den Alpsee und Schloss Hohenschwangau haben.

Woman on Marienbrücke (Mary's Bridge) with the Neuschwanstein Castle in the back

📍 Marienbrücke: Die Marienbrücke ist nur 15 Gehminuten von Schloss Neuschwanstein entfernt. Es gibt auch einen Bus, den man vom Parkplatz aus nehmen kann, um nach oben zu fahren. Die Brücke selbst ist sehr beliebt und oft überfüllt. Es kann passieren, dass du während der Hochsaison bis zu 30-45 Minuten warten musst, um sie betreten zu können. Wenn du die Menschenmassen vermeiden möchtest, solltest du morgens vor oder abends nach den Öffnungszeiten kommen. Ich habe die Brücke im Sommer gegen 18 Uhr besucht. Es war viel weniger los und am Ende hatte ich die Brücke sogar fast für mich alleine. Die Aussicht ist wirklich perfekt. Du stehst direkt über der Pöllatschlucht mit dem Schloss direkt vor dir.

Es kann vorkommen, dass die Brücke im Winter wegen schlechter Wetterbedingungen wie Schnee und Eis geschlossen wird. Am besten informierst du dich vorher online auf der Seite Hohenschwangau.de.

Neuschwanstein Castle and Marienbrücke (Mary's Bridge)

📍 Nähe Marienbrücke: Auch die Marienbrücke selbst ist ein tolles Fotomotiv. Wenn du dem mittleren Weg von der Bushaltestelle aus folgst, hast du eine tolle Aussicht auf die Brücke samt Schloss im Hintergrund, ohne zu viele Menschen Drumherum. Der Weg ist auch durch ein Schild markiert.

View on the Neuschwanstein Castle

📍 Dein ganz persönlicher Spot: Wer auf einen umwerfenden Blick ohne Touristen setzt, sollte einfach dem Weg die Berge hinauf folgen und diese für einen tollen Blick hinab nutzen. Als ich Schloss Neuschwanstein am Nachmittag im Sommer besuchte, war die Schlange an Menschen, die warteten auf die Marienbrücke zu können, schier endlos. Also wanderte ich den Weg weiter bergauf. Dort hatte ich die Aussicht komplett für mich alleine. Der Spot ist nicht wirklich ein Geheimnis, da du ihn auf Google Maps finden kannst. Aber da du hierfür etwa 20 Minuten bergauf laufen musst, wirst du kaum anderen Menschen begegnen. Folge einfach dem eingezeichneten Weg auf Google Maps und genieße deine ganz persönliche schöne Aussicht. Aber achte bitte darauf, nicht zu nah an den Rand zu treten. Sicherheit steht immer an erster Stelle und sollte dir wichtiger als jede schöne Aussicht und jedes Foto sein.

🚌 Wie du die Schlösser mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichst
Wenn du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen willst, kannst du einfach einen Zug nach Füssen (beispielsweise ab München Hauptbahnhof) nehmen und von dort in den Bus (Linie 9606 oder 78) umsteigen, der dich direkt zum Parkplatz und Ticketcenter der Schlösser bringen wird. Die Bushaltestelle heißt Neuschwanstein Castles, Schwangau. Du findest alle Verbindungen und Fahrkarten auf der Seite der Deutschen Bahn unter bahn.de.

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Schwerin – ein Tagesausflug von Berlin

The castle of Schwerin

Nur 2,5 Stunden dauert die Zugfahrt von Berlin in die Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Eine Stadt, die oft vergessen und eher unterschätzt wird, dabei überzeugt Schwerin mit seinem Charme und seiner Architektur, wie seinem berühmten Schloss, seiner Altstadt und seiner Nähe zur Ostsee.

Palace Schwerin

Schwerin ist eine dieser Städte, die sich bei einem Besuch als eine nette Überraschung entpuppen. Anfangs erwarteten wir nicht allzu viel, als wir Schwerin mehr durch Zufall als einen Wochenendausflug planten, doch letztendlich hat es uns mit seinem Charme und seiner Schönheit auf jeden Fall überzeugt. Es hat eine wunderschöne Altstadt und natürlich sein wundervolles Schloss, welches such das Stadtbild prägt. Du kannst den Palast auf fast jedem Foto finden, wenn du Schwerin vor deinem Besuch googelst. Das Schloss Schwerin befindet sich auf einer Insel, welche von dem gleichnamigen See umgeben ist. Daher kannst du es entweder mit einem Boot vom Wasser aus erkunden oder du machst einen Spaziergang drumherum.

💡 Fakten über Schwerin

Schwerin ist die Landeshauptstadt und zweitgrößte Stadt (nach Rostock) Mecklenburg-Vorpommerns. Sie befindet sich im Norden Ostdeutschlands, etwa 225 km entfernt von Berlin. Zur anderen Seite ist auch das Meer nicht weit. Schwerin ist nur etwa 30 km weit von Wismar, eine Stadt, welche direkt an der Ostsee liegt. Daher ist es ein perfektes Ziel für einen Wochenend- oder auch Tagesausflug.

Bummeln durch Schwerin
Schwerin Cathedral of the Old Town

Du wirst keinen Stadtplan brauchen, Schwerin ist klein und kann ganz einfach zu Fuß erkundet werden. Die Stadt bietet zudem auch Wegweiser, welche dir bei der Orientierung helfen. Eine weiterer Anhaltspunkt ist aber auch der auffällige Turm des Schweriner Doms, welcher 117,5 m in den Himmel über der Altstadt ragt.

Dein Besuch im Schloss Schwerin

Das Schloss Schwerin war der Sitz der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin. Heutzutage ist der Palast jedoch nicht mehr nur ein historischer, sondern auch ein politischer Ort. Seit 1990 wird es als Sitz des Landtags des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern genutzt. Der restliche Teil des Schlosses dient als Museum und kann von Touristen besichtigt werden. Der Eintrittspreis liegt bei 8,50 €, verfügt jedoch auch über Ermäßigungen. Kinder (unter 18 Jahren) haben freien Eintritt. Der Park und die Gärten sind ebenfalls für die Öffentlichkeit zugänglich und können auch ohne Ticket besucht werden. Ich würde in jedem Fall empfehlen, einen Spaziergang um das Schloss zu machen.

🚌 Wie du mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln von Berlin nach Schwerin kommst
Schwerin ist ganz einfach mit der (Regional-) Bahn oder dem Bus zu erreichen.

Von Berlin aus kannst du den RE2 Richtung Wismar nehmen, die Fahrt dauert in etwa 2:30 Stunden. Die Züge fahren von vielen verschiedenen Bahnhöfen ab, darunter Berlin-Spandau, Zoologischer Garten, Berlin Hauptbahnhof (Hbf), Friedrichstraße, Alexanderplatz, Ostbahnhof und Ostkreuz.

Falls du mit dem Bus fahren möchtest, kannst du beispielsweise das Busunternhmen Flixbus nutzen. Sie bieten normalerweise eine direkte Fahrt pro Tag an, die etwa 2:45 Stunden dauert. Normalerweise fährt der Bus vom Berliner ZOB (Nähe Messe Nord/ICC) ab.

Klicke hier um mehr Blogbeiträge über weitere Wochenend- und Tagesausflüge in und um Berlin zu finden.

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Little Stories aus Spanien – Kurze Geschichten, Kuriositäten und Trivia

The pillows of Händlerlogo Palau de la Música Catalana

 Little Stories ist eine Kategorie, welche ich auf meinem Instagram-Kanal gestartet habe und wo ich kurze Geschichten, Kuriositäten oder Trivia poste. Hier kannst du alle Postings über Spanien finden. #littlestories

The balcony bridge of Barri Gotic
#8 Der beste Blick auf Barcelona

Beinahe jede Stadt bietet eine Möglichkeit, die Skyline von einem Aussichtspunkt, dem Dach einer Bar oder von einem Hügel aus zu sehen. Insbesondere Barcelona bietet einige gute Gelegenheiten, die Stadt aus verschiedenen Perspektiven von oben aus zu betrachten (ohne dafür zahlen zu müssen). Für mich ist die schönste und nächste Aussicht direkt hinterm Park Güell. Folge einfach den Serpentinen und nutze die Rolltreppen der Stadt, um auf den Turó del Carmel und den Turó de la Rovira (les búnkers del Carmel) zu kommen.
Turó del Carmel ist der Hügel direkt hinter Park Güell. Dort findet sich auch der gutbesuchte Aussichtspunkt Mirador de Joan Sales, welcher ganz in der Nähe von Gaudís Park liegt und daher auch etwas überlaufen ist. Folge daher von dort aus dem Weg weiter hinauf zur Spitze des Hügels und lasse (zumindest die meisten) Leute hinter dir – das hat zumindest für uns sehr gut funktioniert. Oben hat uns ein schöner 360 Grad Blick mit Wiesen voller Wildblumen erwartet.
Turó de la Rovira ist ein 262 Meter hoher Hügel, welcher besonders für seine Bunker bekannt ist. Diese sind die Überreste von Flugabwehrgeschützen und wurden in den 1930er-Jahren während des Spanischen Bürgerkriegs zum Schutz Barcelonas erbaut. Sie wurden 2011 renoviert und gehören nun zum Kulturerbe des MUHBA (Museu D’Història de Barcelona).
Die beiden Hügel sind Teil des sogenannten Balkons von Barcelona und zusammen mit dem Turó de la Creueta del Coll Teil des Els Tres Turons – Die drei Hügel.

Ein weiterer Aussichtspunkt, Telefèric de Montjuïc, liegt direkt am Meer und befindet sich somit auf der anderen Seite von Barcelona. Von dort hast du die Stadt auf der einen und das Meer auf der anderen Seite. Du kannst entweder die Seilbahn nach oben nehmen oder du läufst die 87 Meter einfach. Wobei ich sagen muss, dass der Ausblick in meinen Augen etwas weniger spektakulär ist, dafür aber einen weiteren Blickwinkel auf die Stadt bietet. Außerdem sind die Parks oben auf jeden Fall einen Besuch wert.
Ein weiterer berühmter Aussichtspunkt ist etwas weiter entfernt von der Stadt: Tibidabo. Der kleine Berg ist 512 Meter hoch und berühmt für seine hübsche Kirche Temple Expiatori del Sagrat Cor auf der einen und dem Freizeitpark Tibidabo auf der anderen Seite.


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Besuch von Gaudís bekanntester Architektur – lohnt es sich?

Park Güell

Antoni Gaudí (1852-1926) ist einer der prägendsten Architekten Barcelonas und bekannt als der größte Vertreter der katalanischen Moderne. Er entwarf mehr als zehn verschiedene Gebäude in und um Kataloniens Hauptstadt. Sieben von ihnen sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Ich habe vier von ihnen besucht. Hat es sich gelohnt?

The staircase of Casa Battló
Das Treppenhaus von Casa Battló

Ich war das erste Mal 2014 in Barcelona. Es war Liebe auf den ersten Blick. Kaum eine andere Stadt bietet so viel unglaubliche Architektur, Kunst, Kultur und wunderschöne Bauwerke. Ein großer Anteil daran gebührt Gaudí. Aber auch damals waren die Eintrittspreise bereits sehr hoch und für uns als Studentinnen einfach zu teuer. Wir besuchten nur einen Teil von Park Güell, welcher damals noch kostenlos war (nur der kleinere Teil mit den bunten Bänken und Häusern kostete Eintritt). Aber schon damals wollte ich unbedingt noch mal zurückkommen, um mir Gaudís Arbeiten genauer anzusehen – und dieses Jahr war es soweit.

Park Güell, Palau Güell, Casa Milà, Casa Vicens, Sagrada Família, Casa Batlló und Cripta Güell sind die sieben Werke von Antoni Gaudí, welche Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind. Ich war ihn vieren davon. Generell habe ich alle meine Gaudí-Besuche sehr genossen und es nicht bereut, wirklich viel Geld dafür ausgegeben zu haben. Aber im Rückblick haben sich vor allem zwei Besuche mehr gelohnt, die anderen könnte man notfalls auch weglassen.

Ich besuchte vier der bekanntesten Arbeiten von Antoni Gaudí: Casa Batlló, Sagrada Família, Casa Vicens und Park Güell.

Casa Batlló (1904-1906)

Eintrittspreis: ab 35 Euro

The facade of Casa Battló

Casa Battló befindet sich im Stadtzentrum von Barcelona und ist eines von Gaudís bekannteren Werken. Das Haus selbst wurde bereits 1877 von Emilio Sala Cortés erbaut, jedoch beauftragte Josep Batlló später Antoni Gaudí mit dem Wiederaufbau. Gaudí gestaltete das Haus um, indem er die Fassade wie auch das Innere vollständig veränderte. Casa Batlló ist in guter Gesellschaft. Im gleichen Zeitraum wurden auch umliegende Gebäude von anderen prominenten Architekten renoviert. Dieser spezifische Zeitraum wird Bone of Contention genannt.
Seit den 1950er-Jahren ist Casa Batlló nicht mehr im Besitz der Familie Battló. Es wurde 1995 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Laut der offiziellen Seite hat Casa Battló rund 1 Million Besucher jährlich.

Mein erster Eindruck
A chandelier in Casa Battló
Die Decke im Muster einer Giraffe im Casa Battló

Wie bei jeder Arbeit Gaudís war ich auch hier besonders von seiner Bautechnik beeindruckt. Bereits die Fassade des Gebäudes ist grandios, auch wenn ich in den Balkonen immer Totenköpfe sehe (keine Ahnung, ob das wirklich welche sein sollen). Gaudí weiß wirklich, wie man Gebäude gestaltet und natürliche Elemente, Licht und Luft für seine Arbeit nutzt. Das Design seiner Räume ist unglaublich durchdacht, ich war wirklich erstaunt über die Raffinesse hinter der Gestaltung und dem Aufbau des Hauses. Für den Fall, dass du dich für einen Besuch von Casa Battló entscheidest, solltest du dir unbedingt die Zeit nehmen, dir den Audioguide komplett anzuhören. Er wird dir eine Menge über Gaudís Gedanken und Pläne hinter der Gestaltung der verschiedenen Räume verraten. Das Haus wirkt auch heute noch modern und zeigt Gaudís Genie, der seine Arbeit wirklich verstanden hat. Mein Lieblingszimmer war wahrscheinlich eines der ersten, welches ein Giraffenmuster als Deckendeko nutzt. Aber natürlich hat auch das ganze Treppenhaus samt seiner gewellten Glasfront und die Dachterrasse zu meinen Highlights gezählt. Ich war ungefähr zwei Stunden in Casa Batlló. 

On the rooftop of Casa Battló
Auf der Dachterrasse des Casa Battló
Lohnt es sich?

Dies ist wahrscheinlich der Besuch, bei dem ich am kritischsten sein muss. Ich habe Casa Battló kurz vor Ostern besucht, weshalb es auch sehr voll war. Für meinen Geschmack waren es einfach zu viele Menschen auf einmal. Ich merkte schnell, dass ich zunehmend erschöpft und genervt wegen des vielen Geschubses und den Lärm um mich herum wurde, weshalb ich den Besuch gar nicht richtig genießen konnte. Ich war ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht von der Organisation und dass die Mitarbeiter nicht darauf achteten, dass nicht zu viele Personen gleichzeitig Zutritt haben. Ich hatte das Gefühl, dass das Hauptziel nicht darin bestand, Gaudís unglaubliche Architektur und Kunst zu zeigen, sondern einfach so viele Menschen so schnell wie möglich durchzuschleusen, um so viel Geld wie möglich zu verdienen. Und das in Kombination mit außergewöhnlich hohen Eintrittspreisen. Casa Battló war in jedem Fall interessant und ist natürlich schön anzusehen, aber ist ehrlicherweise viel zu teuer.

Solltest du trotzdem gehen wollen, solltest du deinen Besuch für morgens einplanen, um die Anzahl der Menschen etwas zu reduzieren. Beachte jedoch, dass du dafür weitere 10 Euro bezahlen musst. Das Ticket wird auch teurer, wenn du es erst an der Kasse vor Ort kaufst, weshalb du es unbedingt vorher kaufen solltest.

Inside of Gaudís Dome in Casa Battló
Im Gaudí Dome

Es gibt drei verschiedene Ticketarten: das blaue, das silberne und das goldene Ticket. Ich hatte mich für das goldene Ticket entschieden, weil ich nichts verpassen wollte. Aber ehrlich gesagt habe ich den Besuch letztendlich nur absolut überbezahlt. Meiner Meinung nach ist der Gaudí Dome, der nur im silbernen und goldenen Ticket enthalten ist, zwar schön, aber das zusätzliche Geld, das du zahlen musst, nicht wert. Dasselbe gilt für das Tablet, welches man als Guide für die teureren Tickets erhält. Der normale Audioguide ist mehr als ausreichend. Der ursprüngliche Concierge-Raum ist auch vom normalen Eingang aus sichtbar, du durchquerst den Eingangsbereich nur schneller, aber auch das rechtfertigt in meinen Augen nicht die zusätzlichen Kosten. Alles in allem hängt es sicher von deinem Geldbeutel und Interesse ab. Wenn du Casa Battló schon immer besuchen wolltest, tu es. Wenn du aber ein begrenztes Budget hast oder einfach nicht so viel Geld ausgeben möchtest, solltest du es überspringen, da es das teuerste ist.

Sagrada Família (1882-heute; Gaudí: 1883-1926)

Eintrittspreis: ab 26 Euro

Sagrada Família

Die Basilika der Sagrada Família ist wohl Gaudís bekanntestes Werk und wird sehr oft als Postkartenmotiv verwendet. Das Projekt startete 1882 und wurde ein Jahr später in 1883 von Gaudí übernommen. Er entwarf die Basilika und arbeitete bis zu seinem Tod daran, wohl wissend, dass er die Fertigstellung der Kirche niemals sehen wird. Als Gaudí 1962 starb, war weniger als ein Viertel fertiggestellt. Bis heute arbeiten viele verschiedene Architekten an der Sagrada Família, die Fertigstellung wurde für 2026 geplant – zum 100. Todestag Gaudís. Aber aufgrund mehrerer Hindernisse wie dem spanischen Bürgerkrieg, aber auch Corona kann der Termin nicht eingehalten werden. Laut der Stiftung werden die Bauarbeiten nicht vor 2030-2040 abgeschlossen sein.

The colourful windows of Sagrada Família
Die bunten Glasfenster der Sagrada Família
Mein erster Eindruck
The facade of Sagrada Família showing the crucifixion of Jesus.
Die Fassade zeigt die Kreuzigung von Jesus

Für mich war der Besuch der Sagrada Família eines meiner Highlights meiner Barcelona-Reise. Es war faszinierend so eine riesige Basilika zu besuchen, an der seit mehreren Jahrhunderten gebaut wird und dessen Architektur sich immer noch weiter wandelt. Du solltest dir unbedingt die App mit dem Audioguide vor deinem Besuch herunterladen, da diese spannende weitere Informationen zu Gaudís Werk liefert. Er erklärt beispielsweise die zwei verschiedenen Fassaden der Basilika. Der Unterschied besteht zwischen den weichen Umrissen der Geburtsszene Jesu, von wo aus dein Besuch beginnt, und der harten, eckigen Fassade auf der anderen Seite, die die Kreuzigung darstellt. Außerdem liebe ich das Farbenspiel der Fenster, das der Kirche eine gemütliche Atmosphäre verleiht sowie die Säulen im Inneren, die einen Wald symbolisieren. Alles in allem habe ich 1,5 Stunden in der Sagrada Família verbrachte und tat mich erstaunlich schwer damit, sie wieder zu verlassen.

Lohnt es sich?
Inside of Sagrada Família

Um es kurz zu machen, ich würde ja sagen. Sagrada Família war mein Lieblingswerk von Gaudí von den vieren, die ich gesehen habe. Obwohl ich die Basilika kurz vor Ostern besuchte, fühlte sich die Kirche im Gegensatz zur Casa Batlló nie zu voll an. Natürlich waren auch diesmal viele Leute da, aber ich fand, dass es nicht zu eng war. Die Sagrada Família selbst ist wirklich groß und bietet viel Platz. Ich konnte mir diesmal wirklich die Zeit nehmen, mich in Ruhe umzusehen. Da sich die meiste Architektur an den Wänden und Fenstern über dir befindet, sind die anderen Besucher nicht wirklich im Weg, wenn du dir etwas genauer ansehen willst. Anders als bei meinen weiteren Besuchen musste ich nicht warten, um die Architektur genauer zu betrachten oder ein Foto zu machen. Die Kirche bietet auch ein angebundenes Museum, welches die Geschichte, Technik, Kunst und symbolischen Aspekte hinter der Basilika erklärt.

Sagrada Família hatte für mich ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als Casa Vicens und Casa Batlló. Die Eintrittspreise sind immer noch sehr hoch, werden aber für die Bauarbeiten der Basilika verwendet. Wenn du Low-Budget reist, kannst du den Gottesdienst nutzen, um die Sagrada Família kostenlos zu besuchen. Aber dann solltest du natürlich die anderen Betenden respektieren, für den ganzen Gottesdienst bleiben und während dieser Zeit keine Fotos machen. Außerdem solltest du möglichst früh kommen, da die Kapazität der Kirche begrenzt ist.

Casa Vicens (1883-1885)

Eintrittspreis: 18 Euro

The facade of Casa Vicens

Casa Vicens war das erste Projekt Gaudís, welches er entworfen und gebaut hat. Es wurde 1885 fertiggestellt und diente der Familie von Manuel Vicens als Sommerhaus. Später wurde das Haus unter anderem von Joan Baptista Serra de Martínez weiter ausgebaut, dessen Erweiterung Gaudís ursprünglichem Stil folgte. Casa Vicens befindet sich in der Nachbarschaft von Gràcia. Um Gaudís Haus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, errichtete das Museum anstelle des Originals eine moderne Treppe, um die Räume miteinander zu verbinden. Wenn du Casa Vicens besuchst, kannst  du zuerst die ersten beiden Stockwerke mit den Räumen erkunden, wie Gaudí sie ursprünglich gestaltet hatte, bevor du mehr über die verschiedenen anderen Werke im dritten Stock erfahren kannst.

The terrace of Casa Vicens
Die Terrasse von Casa Vicens
Mein erster Eindruck
The smoking room of Casa Vicens
Der Raucherraum des Casa Vicens

Das Haus selbst ist einfach nur schön mit seinen Farben und zahlreichen Ornamenten. Besonders der erste Stock machte einfach nur Spaß zu erkunden. Ich liebe die Decken, die größtenteils mit verschiedenen Blumen verziert sind. Die Terrasse und das Raucherzimmer waren meine Lieblingsräume. Der gesamte Besuch einschließlich Audioguide, Fotos machen und Ansehen eines Videos über das Haus dauerte etwa 1,5 Stunden.

Lohnt es sich?
The ceiling of the lady’s room
Die Decke des Damenzimmers

Ehrlich gesagt ist der Eintrittspreis vergleichsweise hoch. Das Haus ist zwar auch von innen schön anzusehen, aber nachdem ich ein paar Tage zuvor schon im Casa Batlló war, war dieses hier eher schlicht und weniger spektakulär. Ich bereue den Besuch überhaupt nicht, besonders der Garten, aber auch die Eingangshalle, die Terrasse, das Raucherzimmer und das Damenzimmer warteten mit schöner Architektur und vielen Details auf. Aber ehrlich gesagt, wenn du Low Budget reist oder einfach nicht so viel Zeit mitbringst, kannst du dieses wahrscheinlich auch überspringen, da es weniger ungewöhnlich ist.

Park Güell (1900-1914)

Eintrittspreis: 10 Euro

The benches of Park Güell

Eusebi Güell beauftragte Gaudí 1900 mit der Gestaltung von Park Güell. Dieser wurde 1926 offiziell als öffentlicher Park eröffnet. Er ist mehr als 17 Hektar groß und damit eine der größten Grünflächen Barcelonas. Der Park ist in zwei Bereiche unterteilt, dem Monumentalen- und dem Waldgebiet. Im Park befindet sich auch das Haus von Gaudí, in dem er von 1906 bis 1925 lebte, also bis ein Jahr vor seinem Tod. Heutzutage ist sein ehemaliges Wohnhaus ein Museum. Touristen können in Gaudís Casa persönliche Gegenstände und selbst angefertigte Möbel des Architekten sehen. Der Museumseintritt ist im Park nicht inbegriffen und muss daher separat bezahlt werden.

Mein erster Eindruck
On the benches in Park Güell
Auf den Bänken im Park Güell

Park Güell ist von den vier Werken, die ich besucht habe wahrscheinlich das, an dem ich die meiste Zeit verbracht habe. Mehr als drei Stunden bis zum Sonnenuntergang sind wir durch den großen Park gelaufen, um jeden Winkel zu entdecken. Park Güell selbst bietet einen tollen Blick über Barcelona (aber von den Hügeln hinter dem Park hat man ehrlicherweise einen noch besseren Ausblick) und jede Menge schöne Architektur wie die beiden Häuser mit Dächern, die aussehen wie aus Zuckerguss. Am bekanntesten ist wohl der Drache auf der Treppe und natürlich die mit bunten Mosaiken bedeckten Bänke.

The famous dragon of Park Güell
Der berühmte Drache vom Park Güell
Lohnt es sich?
Park Güell

Meiner Meinung nach lohnt sich der Besuch. Auch wenn vor ein paar Jahren der ganze Park und später zumindest noch ein Teil kostenlos waren. Wegen der vielen Touristen hat sich die Stadt im Oktober 2013 dazu entschieden, Geld zu verlangen. Heutzutage müssen Touristen Eintritt zahlen, wenn sie Park Güell besuchen wollen. Aber die Gebühr ist mit 10 Euro wirklich okay und wird in den Erhalt des Parks und der Architektur investiert. Es gibt keine zeitliche Begrenzung, wie lange du dich mit deinem Ticket im Park aufhalten darfst, aber du kannst ihn nicht wieder betreten, wenn du ihn einmal verlassen hast. Die Eintrittskarten solltest du schon vor deinem Besuch kaufen, da es vorkommt, dass sie besonders an Wochenenden und Feiertage schnell ausverkauft sind.

Die Tickets haben ein Zeitfenster, wobei das Personal uns sagte, dass wir nicht zu der Zeit kommen müssten, die auf unseren Tickets angegeben war, nur der richtige Tag sei wichtig (aber die offizielle Seite sagt, dass man den Park innerhalb von 30 Minuten nach der festgelegten Zeit betreten muss). Die Mitarbeiter empfahlen uns, nach 18:30 Uhr zu kommen, weil dann weniger Leute im Park sind. Allerdings war dieser Tipp im April, als die Sonne bereits gegen 20:30 Uhr unterging.

Der Park ist von 7:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, wobei die Tickets, angepasst an die Saison, nur zwischen 9:00 und 19:30 Uhr verkauft werden. Vor und nach 20 Uhr darf der Park offiziell nur von Anwohnern besucht werden, nicht aber von Touristen. Aber Park Güell verfügt sowieso nicht über künstliche Beleuchtung und sollte daher nicht nur nachts besucht werden, da du sonst die schönen Details von Gaudís Kunst verpassen würdest. Übrigens dürfen Anwohner, die in der Nachbarschaft des Parks wohnen, diesen jederzeit während der Öffnungszeiten kostenlos besuchen. Ich finde es trotzdem sehr seltsam, dass das Recht nicht für alle Bürger*innen von Barcelona gilt.

Zu guter Letzt ist ein Tipp, die Tickets immer im Voraus zu kaufen, um sicherzustellen, dass du in jedem Fall noch reinkommst und auch um von einem schnelleren Einlass zu profitieren. Alle Sehenswürdigkeiten haben einen Sonderpreis für Studierende, aber der Unterschied ist wirklich gering. Der Besuch von Gaudís Architektur ist für die meisten Menschen wahrscheinlich eine einmalige Sache, da die Eintrittspreise sehr hoch sind daher musst du letztendlich für dich selbst entscheiden, wie viel Geld dir die Besuche wert erscheinen.

Was denkst du? Hast du Gaudís Architektur schon besucht? Schreib mir gerne in den Kommentaren, ob du meine Meinung teilst oder anderer bist.

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Die Jagd nach den Polarlichtern

Northern Lights in Tromso

Die Polarlichter sind eines der ältesten Geheimnisse der Natur und wahrscheinlich auf so ziemlich jeder Reise-Bucketlist. Dieser Guide bietet dir alle Infos über die Nordlichter, die du benötigst. Außerdem werde ich meine Erfahrungen mit dir teilen und die Frage beantworten, ob sich eine Polarlichtertour lohnt. 

Northern Lights in Tromso

Nordlichter zu sehen war schon so ziemlich immer auf meiner Reise-Bucketlist. Im März 2022 hatte ich endlich genug Geld zusammen gespart, um meinen Traum in die Tat umzusetzen. Also buchte ich einen Flug nach Tromsø, eine der nördlichsten Städte Norwegens. Tromsø ist quasi auf jeder Top 10 Liste von Orten weltweit, an denen man die Nordlichter am besten sehen kann.

💡 Informationen über die Nordlichter
Die Nordlichter sind Teil verschiedenster Legenden, Mythen und Sagen. Früher wurden sie als Zeichen Gottes oder eine Botschaft von verstorbenen Menschen gedeutet. Meistens wurden sie jedoch als schlechte Vorhersagen verstanden und hatten daher eine ganz andere Bedeutung als heutzutage.
Die Polarlichter sind ein natürliches Licht, welches durch eine Störung in der Magnetatmosphäre ausgelöst wird, welche wiederum durch Sonnenwind entsteht. Die Lichter existieren an beiden Polen der Erde. Im Norden werden sie Nordlichter oder Aurora Borealis genannt. Die Lichter im Süden werden Südlichter oder Aurora Australis genannt. Die Nordlichter sind jedoch die bekannteren, da sie leichter zu erreichen sind und die meisten Regionen im Norden, von denen man sie sehen kann, bewohnt sind. Die Polarlichter können verschiedene Farben haben, die häufigste ist grün. Sie können jedoch auch rot, violett und blau sein.

Wo kannst du die Nordlichter sehen?

Normalerweise lassen sich die Nordlichter vom 60. Breitengrad aus beobachten. Seltener kann man sie aber auch auf einem niedrigeren Breitengrad bis Mitteleuropa und damit sogar über Deutschland sehen. Das kann passieren, wenn es in Kombination mit den richtigen Wetterbedingungen (Winter und klare Nächte) eine sehr starke Sonneneruption gibt. Aber natürlich habt ihr bessere Chancen, die Lichter zu sehen, wenn ihr in den Norden reist. Neben Nordnorwegen (einschließlich Spitzbergen) eignen sich auch der Norden von Kanada, Alaska, Grönland, Island sowie der Norden von Finnland, Schweden und Sibirien zur Beobachtung von Nordlichtern. Die Südlichter sind am besten von der Antarktis aus zu sehen.

Wann ist die beste Zeit, um Nordlichter zu sehen?

Nordlichter lassen sich normalerweise am besten jährlich zwischen September und März beobachten (die Südlichter sind in der umgekehrten Zeit zwischen März und September zu sehen). Danach werden die Tage zu lang und der Himmel zu hell. Während des Sommers geht die Sonne gar nicht mehr unter, man spricht von der Mitternachtssonne. Im Winter ist es das genaue Gegenteil. Besonders zwischen November und Januar ist es beinahe den gesamten Tag dunkel. An manchen Tagen geht die Sonne gar nicht auf oder wirkt zumindest eher wie in einer dauerhaften Dämmerung. Während dieser drei Monate liegen die Durchschnittswerte der Sonnenstunden zwischen 0,1 und 3 Stunden. Allerdings lässt sich Norwegen so ganz ohne Licht auch nur schwer erkunden.
Die Nordlichter sind normalerweise zu Beginn und Ende ihrer Saison am stärksten, also im September und Ende März.

Northern Lights in Tromso
Ich war ziemlich aufgeregt die Nordlichter zum ersten Mal zu sehen.

❗️ 5 Tipps für deine eigene Reise
1) Bringe genug Zeit mit
Zunächst solltest du ausreichend Zeit einplanen, um die Polarlichter tatsächlich sehen zu können. Denn du benötigst nicht nur die richtigen Wetterbedingungen, sondern auch einen Funken Glück. Wir hatten eine Woche in Tromsø eingeplant, um mehrere Nächte die Chance zu haben, die magischen Lichter tatsächlich zu sehen. An einem hat es dann tatsächlich auch geklappt.
2) Achte auf das Wetter und den Mondkalender
Der Rat, sich vorher die Wettervorhersage anzuschauen, ist zwar ein netter, aber auch ein eher nutzloser, da die meisten ihre Flüge natürlich schon Monate im Voraus kaufen, wenn die Wettervorhersagen (wenn überhaupt schon vorhanden) eher einem Glücksspiel entsprechen. Trotzdem kann es sich lohnen, dir vorher schon mal die üblichen Durchschnittswerte für die Anzahl der Regentage und Sonnenstunden für dein Reiseziel und den jeweiligen Monat anzuschauen.
Während die Wettervorhersage etwas schwieriger vorauszusagen ist, gilt dies nicht für den Mondkalender. Du kannst bereits vorab prüfen, in welcher Phase der Mond während deines Aufenthalts sein wird. Da die Nordlichter am besten bei dunklem Nachthimmel beobachtet werden können, solltest du am besten Neumond für deine Reise wählen.
3) Installiere eine Aurora-App
In den App-Stores deines Handys kannst du diverse Aurora-Apps finden. Sie zeigen dir den KP-Index (je höher, desto weiter südlich sind sie sichtbar, das Maximum liegt bei 9 und beschreibt die Stärke der geomagnetischen Aktivität), wie bewölkt der Himmel sein wird (natürlich ist hier weniger mehr) und eine Prozentzahl, die berechnet, wie gut deine Chancen in den nächsten Minuten, Stunden, Tagen oder sogar Wochen sind, um die Polarlichter zu sehen. Normalerweise verfügt die App auch über einen Alert, der dich benachrichtigt, sobald die Chancen an deinem Standort besonders hoch sind und du möglicherweise in den nächsten Minuten die Lichter sehen könntest.
Für Norwegen kannst du auch die offizielle Seite Norwegens nutzen: norway-polarlights.com.
4) Sei mobil
Nordlichter sind wie auch Sterne am besten in einer dunklen Umgebung sichtbar. Deswegen solltest du mobil bleiben und die Städte mit ihren Lichtern hinter dir lassen. Am besten ist die Sicht von einer großflächigen und flachen Stelle. Das genaue Auftauchen für die Nordlichter ist oft nur schwer vorhersagbar. Wenn du ein Fahrzeug mietest, kannst du daher leichter die (meist abgeschiedenen) Orte erreichen, um eine optimale Sicht auf die Polarlichter zu haben.
5) Sei vorbereitet
Das Warten auf die Nordlichter kann manchmal zur Geduldsprobe werden. Bringe warme Kleidung, heiße Getränke und vielleicht sogar etwas Essen mit. Falls du Fotos machen möchtest, bringe die richtige Ausrüstung wie Stativ und aufgeladene Ersatzakkus mit (die Kamera verbraucht in der Kälte besonders schnell seine Energie). Achte darauf, dass deine Kamera bereits richtig eingestellt ist. Schalte deinen Autofokus aus und wähle eine niedrige Belichtungszeit. Manchmal erscheinen die Polarlichter nur für wenige Minuten und beginnen schnell wieder zu verblassen, dann ist gut, wenn du bereits alles vorbereitet hast.

Wie sehen die Nordlichter aus?

Ich habe mal gelesen, dass jede*r  die Nordlichter etwas anders wahrnimmt. Es ist wohl wichtig zu erwähnen, dass die Polarlichter mit bloßem Auge nicht so stark zu sehen sind wie auf den Fotos, die man von ihnen kennt. Es ist viel einfacher, sie auf dem Bildschirm deiner Digitalkamera zu sehen. Bei mir war es genauso. Ich sah die Lichter zuallererst auf meiner Kamera, aber mit der Zeit wurden sie stärker. Für mich war die grüne Intensität in der Realität weit schwächer, als sie auf meinen Fotos zu sehen ist, ich habe sie mehr als ein glänzendes Schimmern wahrgenommen, was über den Himmel tanzte. Es war wirklich magisch, sie zum ersten Mal zu sehen.

Northern Lights in Tromso
Das erste Foto von Polarlichtern wurde 1892 von den deutschen Astronomen Martin Brendel und Otto Baschin aufgenommen worden.
Was kannst du von einer Nordlichter-Tour erwarten?

Es gibt ein riesiges Angebot an Nordlichter-Touren in Nordnorwegen, die teilweise eine ordentliche Preisspanne aufweisen. Normalerweise kostet eine Tour zwischen 100 und 150 €. Am günstigsten sind die Touren in großen Gruppen, meistens mit bis zu 40 Personen. Ich würde dir aber raten, darauf zu achten, dass die Gruppengröße eher klein gehalten wird. Meiner Meinung nach bieten kleine Gruppen ein besseres Erlebnis. Wähle einen kleinen Bus mit maximal 8 bis 10 Personen und eine*m Tourguide, der über Nordlichter Bescheid weiß und dir etwas über sie erzählen kann. Die meisten Tourleiter*innen werden dir auch bei deinen Kameraeinstellungen helfen, damit du das Beste aus deiner (Handy-) Kamera herausholen kannst. Die Touren bieten normalerweise auch weitere Extras wie Schneeanzüge, Stative, heiße Schokolade, ein paar Kekse oder sogar eine ganze Mahlzeit an. Die meisten teilen auch ihr professionell fotografiertes Fotomaterial aus der Nacht, sodass du dich selbst mehr auf das eigentliche Ereignis konzentrieren kannst, anstatt zu versuchen, das beste Foto zu schießen.

Abhängig von den Wetterbedingungen und den Chancen, die Nordlichter in den verschiedenen Regionen zu sehen, kann die Tour unterschiedlich lange dauern. Mein Guide erzählte bei unserer Tour, dass er die Chancen für die verschiedenen Gegenden am gleichen Tag berechnet und daher meist erst wenige Stunden vor der Fahrt entscheide, wohin er tatsächlich fährt. Manchmal führt ihn das bis zu 2,5 Stunden an die finnische Grenze. Daher kann die Tour auch alles zwischen 2 und 9 Stunden dauern, je nachdem wie weit der Guide fahren muss und zu welcher Uhrzeit sich die Nordlichter zeigen.  

Northern Lights tour in Tromso, with a bonfire

Ist eine Nordlicht-Tour ihr Geld wert?

Ich würde eine Tour alles in allem weiterempfehlen, es ist sicherlich auch davon abhängig, wie viel Glück du mit dem Wetter vor Ort hast. Manchmal sind die Nordlichter sogar direkt über der Stadt sichtbar. Meistens sind deine Chancen aber deutlich besser, wenn du dir ein Auto mietest und schaust, an welchem Ort die Wahrscheinlichkeit auf Polarlichter an diesem Abend am höchsten ist. Aber gerade wenn du alleine unterwegs und mit der Umgebung nicht besonders vertraut bist, kann dir eine Tour helfen, dich weniger mit der vorigen Planung zu stressen. Zudem brauchst du keine Angst vor langen Fahrt und der Müdigkeit auf der Rückfahrt zu bekommen. Wenn es deine erste Begegnung mit Polarlichtern ist, kann dir der professionelle Guide auch helfen, sie deutlich schneller zu entdecken. Das ist bei nur schwachen Lichtern nämlich anfangs gar nicht so einfach.

Die meisten kleineren Guides sind in der Regel miteinander vernetzt, um die besten Spots für Nordlichter zu finden. Ich habe wirklich gute Erfahrungen mit meinem Guide gemacht, da er nach wie vor vollkommen verzaubert von dem Anblick der Nordlichter war und seine Leidenschaft und dieses einzigartige Erlebnis mit uns teilen wollte.

Noch einige letzte Tipps zur Buchung …

Falls du jetzt also mit dem Gedanken spielen solltest, eine Nordlichter-Tour zu buchen, hier noch ein kleiner Tipp für dich: Lege die Tour auf den Beginn deines Urlaubs. Ich verstehe total den Impuls, sich das Beste für das Ende der Reise aufheben zu wollen, aber da zu der Beobachtung der Lichter auch etwas Glück und gute Wetterbedingungen gehören, wirst du dir wirklich dankbar sein, wenn du es möglichst an den Anfang deiner Reise packst. Denn dann kannst du die Tour – wenn nötig – nach hinten verschieben. Zumindest in Tromsø war das Angebot auch so hoch, dass die Touren noch für den gleichen Tag gebucht werden konnten.
Stell außerdem sicher, dass dein Reiseleiter*in die Tour bei schlechten (Wetter-) Bedingungen absagt. Manche haben im Kleingedruckten stehen, dass sie die Touren nur absagen, wenn es zu gefährlich ist, herumzufahren, aber nicht, wenn die Chancen generell niedrig sind (bspw. weil es zu bewölkt ist). Das ist vor allem wichtig, da du in aller Regel kein Geld zurückbekommst, auch wenn du Pech hattest und keine Nordlichter gesehen hast. Einige Anbieter gewähren dann allerdings eine zweite Tour zum halben Preis.

❗️ Tipp für ein günstiges Auto in Norwegen
Falls du beschließen solltest, alleine nach den Nordlichtern Ausschau zu halten, wäre es je nach Region ratsam, ein Auto zu mieten, um flexibler zu bleiben und die Lichter der Stadt hinter dir lassen zu können. Wir haben unser Auto bei einem Carsharing-Unternehmen gemietet, was in unserem Fall fast 60 % günstiger war als bei einem der Mietwagenanbieter. Wir haben Book a Wreck genutzt, ihr könnt sie direkt am Flughafen von Tromsø finden, sie sind aber auch in noch mehr Städten vertreten.

Egal wie du dich entscheidest, ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und natürlich Spaß beim Beobachten der Polarlichter.

Du hast den Beitrag Die Jagd nach den Polarlichtern auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Little Stories aus Italien – Kurze Geschichten, Kuriositäten und Trivia

Procida in Italy

 Little Stories ist eine Kategorie, welche ich auf meinem Instagram-Kanal gestartet habe und wo ich kurze Geschichten, Kuriositäten oder Trivia poste. Hier kannst du alle Postings über Italien finden. #littlestories

Rome
#4 Der beißende Mund aus Stein

Bist du jemals von einem Stein gebissen worden?

Die heutige #littlestory führt uns in Italiens Hauptstadt Rom. La Bocca della verità (der Mund der Wahrheit) ist aus Marmor und wurde 1953 durch den Film Roman Holiday mit Gregory Peck und Audrey Hepburn bekannt.

Die Geschichte und die ursprüngliche Verwendung des Steinmundes sind bis heute nicht ganz geklärt. Manche sagen, es sei ein früheres Relikt eines Altars von Herkules und wurde als Kanalabdeckung verwendet. Andere denken, dass es den Titanen Oceanus aus der Griechischen Mythologie darstellt. Eine weitere Theorie glaubt, dass die Öffnung des Mundes zum Ablassen von Rinderblut genutzt wurde, welches Herkules geopfert wurde.

Der wohl bekannteste Mythos besagt, dass der Mund Lügen aufdecken kann. Wenn man seine Hand in die Mundöffnung legt und dabei lügt, soll der Stein zur Strafe die Hand abbeißen. (Wenn man die Wahrheit sagt, passiert dagegen nichts). Ich habe gelesen, dass es im Mittelalter sogar vom Gesetz verwendet wurde. Waren die Richter “sicher”, dass der Täter gelogen hatten, wiesen sie ihren Helfer an, die Hand von der anderen Seite abzuhacken.

Heute ist der Mund der Wahrheit eine berühmte Touristenattraktion und wird von vielen als Fotomotiv genutzt. Natürlich müssen dafür auch die Hände in den Mund gesteckt werden (um fair zu sein, wir waren auch dort – und ich freue mich zu sagen, dass ich immer noch beide Hände habe).
Ich erinnere mich an unseren Urlaub in Kroatien, wo es einen ähnlich aussehenden Automaten gab, der allerdings als eine Art Wahrsager genutzt wurde – also einem wurde quasi aus der Hand gelesen. Ich habe gelesen, dass sich einige dieser Automaten auf der ganzen Welt verteilt finden.

Wenn du Rom besuchst, kannst du den Mund der Wahrheit vor der Kirche Santa Maria in Cosmedin an der Piazza della Bocca della Verità finden. Die Scheibe wurde Mitte des 17. Jahrhunderts in die Kirche überführt.


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Meine persönlichen Highlights und Tipps für Sintra

Palace of Pena

Zimmerdecken voller Vogelzeichnungen, sich wie Alice fühlen und Hals über Kopf in mit Zuckerguss bedeckte Paläste verlieben. Das Zimmerdecken voller Vogelzeichnungen, sich wie Alice fühlen und Hals über Kopf in mit Zuckerguss bedeckte Paläste verlieben. Das klingt auf jeden Fall nach Sintra. Wenn du auch Paläste, Schlösser und mysteriöse Gärten liebst, ist Sintra der perfekte Ort für dich. Lies mehr über meine persönlichen Highlights und hole dir Tipps für deinen eigenen Ausflug.

Initiation well

Sintra ist nur etwa 25 km entfernt von Lissabon, Portugals Hauptstadt – und daher die perfekte Wahl für einen Tages- oder sogar Wochenendausflug. Die hübsche Stadt ist voller Paläste, Sintra ist nur etwa 25 km entfernt von Lissabon, Portugals Hauptstadt – und daher die perfekte Wahl für einen Tages- oder sogar Wochenendausflug. Die hübsche Stadt ist voller Palästen, Gärten, Parks und Schlössern. Ich hatte nur einen Tag in Sintra und entschied mich dazu, den aus der portugiesischen Renaissance stammenden Palácio Nacional de Sintra (Nationalpalast von Sintra), die Gärten der Quinta da Regaleira und dem der Romantik angehörenden Palácio Nacional da Pena (Nationalpalast Pena) zu besuchen.

💡 Informationen über Sintra
Sintra ist eine Kleinstadt mit etwas weniger als 30.000 Einwohnern (Stand 2011) und voller bunter Paläste, verschlungener Gärten und prunkvoller Herrenhäuser. Sie gehört zur Metropolregion Lissabons und der portugiesischen Riviera. Außerdem ist sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Da sich die Kleinstadt in den Bergen und Hügeln der Serra de Sintra befindet, ist das Wetter im Sommer angenehmer. Das veranlasste den Adel verschiedener Jahrhunderte dazu, ihre Sommerresidenzen in Sintra zu errichten. Aber die Stadt war auch ein bekanntes Reiseziel für wohlhabende Künstler aus dem 19. Jahrhundert, welche ihre teuren Villen in Sintra bauen ließen.  
❗️ Tipp: Wo du deine Tickets herbekommst
Natürlich hat auch jede Sehenswürdigkeit ihre eigene Eintrittskasse. Solltest du Sintra in der Hochsaison besuchen, kann es sich aber auch lohnen, die Tickets vorher online zu kaufen oder am Ticketautomaten vor der Touristen-Information (gleich neben dem Bahnhof) zu ziehen. Es gibt verschiedene Eintrittspreise für Erwachsene und Kinder. Bei den meisten Attraktionen gibt es auch noch zusätzliche Familientickets.

Palácio Nacional de Sintra – Die königliche Sommerresidenz
The view to the Sintra National Palace
Palácio Nacional de Sintra

Der Nationalpalast von Sintra liegt nicht nur direkt im historischen Stadtkern, sondern gilt auch als das Wahrzeichen der Stadt. Besonders auffallend sind seine zwei weißen Türme. Der Palast ist das besterhaltene mittelalterliche Domizil und wurde zwischen dem frühen 15. Und späten 19. Jahrhundert als Sommerresidenz genutzt.
Besonders gut gefielen mir die bunten Wände mit seinen typisch portugiesischen Kacheln (genannt Azulejos) und den wilden Tiermustern sowie die mit goldenen Ornamenten verzierten Decken, welche mit Vögeln wie Schwänen oder auch Elstern geschmückt waren. Die Räume sind hübsch eingerichtet und geben einen guten Einblick in das Leben der königlichen Familien Portugals. Der Palast weißt viele verschiedene künstlerische Einflüsse auf, wie Gotik, Renaissance, aber auch die portugiesischen Kacheln als ein eigener künstlerischer Stil, welcher durch die Mudéjar-Kunst aus dem islamisch-künstlerischen Einfluss hervorging. Der Eintritt kostete 10 €.

Quinta da Regaleira – Der mysteriöse Garten
Chapel and Palace of Quinta da Regaleira
Quinta da Regaleira
Initiation well
Der Initiation Well

Der Regaleira-Palast ist – wie der Name schon verrät – ein großes Anwesen samt Palast, Kapelle und einem riesigen Garten mit verschiedenen Brunnen, Grotten, kleinen Seen, Türmen und Springbrunnen. Ich fühlte mich etwas wie Alice im Wunderland, als ich den verschlungenen Wegen durch den Park gefolgt bin, teilweise führen sie sogar unter die Erde. Natürlich kümmern sich Gärtner um die Gartenanlage, aber es wirkte trotzdem etwas wild (im positiven Sinne) durch all die kräftigen Farben der Pflanzen und Bäume. Ich war einfach nur begeistert! Für mich war das wirklich ein magischer Ort. Allein der Palast – oder ich würde es vielleicht eher als eine Villa bezeichnen – ist ziemlich außergewöhnlich. Es wurde im gotischen Stil erbaut und ist mit allerlei Ornamenten, Zinnen und Wasserspeiern geschmückt. Auch die Räume im Inneren sind aufwendig dekoriert, besonders gut gefallen haben mir die Holzdecken.
Ein anderes Highlight war es den Initiation Well zu sehen, welcher sich in der Mitte des Parks befindet. Wenn du die Treppe hinabsteigst und dann dem Tunnel weiter folgst, kommst du auch noch zum Unfinished Well. Beide Brunnen dienten nie als tatsächliche Wasserquellen, sondern wurden für Riten verwendet. Ich zahlte 10 € Eintritt, um den gesamten Park samt Palast zu besichtigen.

Palacio Nacional da Pena – Der bunte Palast
Palace of Pena
Palácio Nacional da Pena

Der Nationalpalast Pena ist vermutlich Sintras meistbesuchte Sehenswürdigkeit und eines der Sieben Wunder von Portugal, welche vor ein paar Jahren mithilfe eines Votings durch seine Einwohnerschaft bestimmt wurden. Auf mich wirkte es wegen seiner knalligen und poppigen Farben als wäre es aus Zuckerguss geformt. Der Palast selbst wurde durch unterschiedliche Stile geprägt, hauptsächlich der Romantik, aber auch der Gotik, Manuelinik, dem Islam und der Renaissance. Der Palast ist von einem riesigen Park umgeben, wessen Erkundung ebenfalls einige Zeit in Anspruch nimmt. Der Nationalpalast Pena wurde auf dem Serra de Sintra gebaut und bietet daher einen tollen Blick über die Stadt sowie zum Castelo dos Mouros (Maurische Burg). Ich hatte das Glück, einen wunderschönen Sonnenuntergang am Schloss zu sehen, welcher noch mehr Farbfacetten hervorbrachte.
Du kannst auch die einzelnen Zimmer des Palastes besuchen, welche ebenfalls farbenfrohe Muster und Fliesen in Kombination mit Holzmöbeln aufweisen. Ich zahlte 14 € Eintritt inklusive Besichtigung der Innenräume des Palastes. Du kannst aber auch ein Ticket nur für außen kaufen. Dieses ist mit 7,50 € immerhin fast 50 Prozent günstiger.