Meine persönlichen Highlights und Tipps für Sintra

Palace of Pena

Zimmerdecken voller Vogelzeichnungen, sich wie Alice fühlen und Hals über Kopf in mit Zuckerguss bedeckte Paläste verlieben. Das Zimmerdecken voller Vogelzeichnungen, sich wie Alice fühlen und Hals über Kopf in mit Zuckerguss bedeckte Paläste verlieben. Das klingt auf jeden Fall nach Sintra. Wenn du auch Paläste, Schlösser und mysteriöse Gärten liebst, ist Sintra der perfekte Ort für dich. Lies mehr über meine persönlichen Highlights und hole dir Tipps für deinen eigenen Ausflug.

Initiation well

Sintra ist nur etwa 25 km entfernt von Lissabon, Portugals Hauptstadt – und daher die perfekte Wahl für einen Tages- oder sogar Wochenendausflug. Die hübsche Stadt ist voller Paläste, Sintra ist nur etwa 25 km entfernt von Lissabon, Portugals Hauptstadt – und daher die perfekte Wahl für einen Tages- oder sogar Wochenendausflug. Die hübsche Stadt ist voller Palästen, Gärten, Parks und Schlössern. Ich hatte nur einen Tag in Sintra und entschied mich dazu, den aus der portugiesischen Renaissance stammenden Palácio Nacional de Sintra (Nationalpalast von Sintra), die Gärten der Quinta da Regaleira und dem der Romantik angehörenden Palácio Nacional da Pena (Nationalpalast Pena) zu besuchen.

💡 Informationen über Sintra
Sintra ist eine Kleinstadt mit etwas weniger als 30.000 Einwohnern (Stand 2011) und voller bunter Paläste, verschlungener Gärten und prunkvoller Herrenhäuser. Sie gehört zur Metropolregion Lissabons und der portugiesischen Riviera. Außerdem ist sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Da sich die Kleinstadt in den Bergen und Hügeln der Serra de Sintra befindet, ist das Wetter im Sommer angenehmer. Das veranlasste den Adel verschiedener Jahrhunderte dazu, ihre Sommerresidenzen in Sintra zu errichten. Aber die Stadt war auch ein bekanntes Reiseziel für wohlhabende Künstler aus dem 19. Jahrhundert, welche ihre teuren Villen in Sintra bauen ließen.  
❗️ Tipp: Wo du deine Tickets herbekommst
Natürlich hat auch jede Sehenswürdigkeit ihre eigene Eintrittskasse. Solltest du Sintra in der Hochsaison besuchen, kann es sich aber auch lohnen, die Tickets vorher online zu kaufen oder am Ticketautomaten vor der Touristen-Information (gleich neben dem Bahnhof) zu ziehen. Es gibt verschiedene Eintrittspreise für Erwachsene und Kinder. Bei den meisten Attraktionen gibt es auch noch zusätzliche Familientickets.

Palácio Nacional de Sintra – Die königliche Sommerresidenz
The view to the Sintra National Palace
Palácio Nacional de Sintra

Der Nationalpalast von Sintra liegt nicht nur direkt im historischen Stadtkern, sondern gilt auch als das Wahrzeichen der Stadt. Besonders auffallend sind seine zwei weißen Türme. Der Palast ist das besterhaltene mittelalterliche Domizil und wurde zwischen dem frühen 15. Und späten 19. Jahrhundert als Sommerresidenz genutzt.
Besonders gut gefielen mir die bunten Wände mit seinen typisch portugiesischen Kacheln (genannt Azulejos) und den wilden Tiermustern sowie die mit goldenen Ornamenten verzierten Decken, welche mit Vögeln wie Schwänen oder auch Elstern geschmückt waren. Die Räume sind hübsch eingerichtet und geben einen guten Einblick in das Leben der königlichen Familien Portugals. Der Palast weißt viele verschiedene künstlerische Einflüsse auf, wie Gotik, Renaissance, aber auch die portugiesischen Kacheln als ein eigener künstlerischer Stil, welcher durch die Mudéjar-Kunst aus dem islamisch-künstlerischen Einfluss hervorging. Der Eintritt kostete 10 €.

Quinta da Regaleira – Der mysteriöse Garten
Chapel and Palace of Quinta da Regaleira
Quinta da Regaleira
Initiation well
Der Initiation Well

Der Regaleira-Palast ist – wie der Name schon verrät – ein großes Anwesen samt Palast, Kapelle und einem riesigen Garten mit verschiedenen Brunnen, Grotten, kleinen Seen, Türmen und Springbrunnen. Ich fühlte mich etwas wie Alice im Wunderland, als ich den verschlungenen Wegen durch den Park gefolgt bin, teilweise führen sie sogar unter die Erde. Natürlich kümmern sich Gärtner um die Gartenanlage, aber es wirkte trotzdem etwas wild (im positiven Sinne) durch all die kräftigen Farben der Pflanzen und Bäume. Ich war einfach nur begeistert! Für mich war das wirklich ein magischer Ort. Allein der Palast – oder ich würde es vielleicht eher als eine Villa bezeichnen – ist ziemlich außergewöhnlich. Es wurde im gotischen Stil erbaut und ist mit allerlei Ornamenten, Zinnen und Wasserspeiern geschmückt. Auch die Räume im Inneren sind aufwendig dekoriert, besonders gut gefallen haben mir die Holzdecken.
Ein anderes Highlight war es den Initiation Well zu sehen, welcher sich in der Mitte des Parks befindet. Wenn du die Treppe hinabsteigst und dann dem Tunnel weiter folgst, kommst du auch noch zum Unfinished Well. Beide Brunnen dienten nie als tatsächliche Wasserquellen, sondern wurden für Riten verwendet. Ich zahlte 10 € Eintritt, um den gesamten Park samt Palast zu besichtigen.

Palacio Nacional da Pena – Der bunte Palast
Palace of Pena
Palácio Nacional da Pena

Der Nationalpalast Pena ist vermutlich Sintras meistbesuchte Sehenswürdigkeit und eines der Sieben Wunder von Portugal, welche vor ein paar Jahren mithilfe eines Votings durch seine Einwohnerschaft bestimmt wurden. Auf mich wirkte es wegen seiner knalligen und poppigen Farben als wäre es aus Zuckerguss geformt. Der Palast selbst wurde durch unterschiedliche Stile geprägt, hauptsächlich der Romantik, aber auch der Gotik, Manuelinik, dem Islam und der Renaissance. Der Palast ist von einem riesigen Park umgeben, wessen Erkundung ebenfalls einige Zeit in Anspruch nimmt. Der Nationalpalast Pena wurde auf dem Serra de Sintra gebaut und bietet daher einen tollen Blick über die Stadt sowie zum Castelo dos Mouros (Maurische Burg). Ich hatte das Glück, einen wunderschönen Sonnenuntergang am Schloss zu sehen, welcher noch mehr Farbfacetten hervorbrachte.
Du kannst auch die einzelnen Zimmer des Palastes besuchen, welche ebenfalls farbenfrohe Muster und Fliesen in Kombination mit Holzmöbeln aufweisen. Ich zahlte 14 € Eintritt inklusive Besichtigung der Innenräume des Palastes. Du kannst aber auch ein Ticket nur für außen kaufen. Dieses ist mit 7,50 € immerhin fast 50 Prozent günstiger.

🚌 Wie du nach Sintra kommst
Die erste Frage, die ich mir gestellt hatte, war: Wie komme ich nach Sintra? Am einfachsten ist es, den Zug ab Lissabon zu nehmen. Du kannst entweder am Bahnhof Rossio oder Oriente einsteigen. Die Zugtickets bekommst du direkt am Ticketautomaten am Bahnhof. 2021 zahlte ich 2,30 € für eine einfache Fahrt. Sie dauert etwa 45 Minuten und die Züge fahren normalerweise mindestens zweimal pro Stunde.
Es gibt auch einen Bus nach Sintra, welcher allerdings eine längere Fahrtzeit benötigt. Mit dem Auto solltest du dagegen nicht anreisen, da die Straßen der Stadt sehr eng sind und es nur wenige Parkplätze gibt.     

The view from Palace of Pena to the Moorish Castle
Der Blick auf das Castelo dos Mouros vom Palácio Nacional da Pena
🚌 Wie du in Sintra von A nach B kommst
Sintra ist nicht zu groß, weshalb du vom Bahnhof schnell bis ins Zentrum laufen kannst oder sogar zu den weitergelegenen Palästen. Es gibt aber auch einen Bus, welcher insbesondere für Touristen gedacht ist und daher auch etwas teurer (2021 hat er fast 7€ gekostet). Normalerweise ist es eher eine Frage der Zeit und des eigenen Fitnesslevels, was die Wahl zwischen dem Bus und einer kleinen Wanderung angeht. Vom Bahnhof zum Palácio Nacional da Pena, welches einer der weitentferntesten der bekannten Paläste ist, braucht man ungefähr 1-1,5 Stunden. Allerdings ist fast der komplette Weg bergauf, da sowohl dieser als auch das Castelo dos Mauros (Maurische Burg) in den Bergen der Serra de Sintra liegen. Aber zumindest der Palácio Nacional de Sintra sowie die Gärten von Quinta da Regaleira sind ohne Aufstieg und bequem zu Fuß erreichbar.

Mein kleines Fazit: Lohnt sich ein Besuch in Sintra?

Diese Frage ist einfach zu beantworten: Ja! Ich habe meinen Tagesausflug sehr genossen und war fast ein bisschen traurig, dass ich nicht genug Zeit hatte, um noch einen Tag länger zu bleiben. Ich fand jedenfalls, dass alle von mir besuchten Sehenswürdigkeiten ihr Geld wert waren. Abhängig von der Anzahl der Stunden, die du in Sintra verbringst, solltest du dirbereits im Vorhinein Gedanken machen, welche Attraktionen du besuchen möchtest und genug Zeit dafür einplanen. Behalte die einzelnen Entfernungen im Kopf, rechne mit ein, ob du lieber den Bus nehmen oder zu Fuß gehen möchtest, plane etwas Zeit für ein Mittagessen ein und beachte die Öffnungszeiten. Mit drei Sehenswürdigkeiten war mein Tag schon sehr gut gefüllt. Aber du solltest dir auch überlegen, ob du der Typ Reisender bist, der mehr als einen Tag hintereinander Paläste besuchen möchte.

Generell sind die meist besuchten Sehenswürdigkeiten der Palácio Nacional da Pena, Castelo dos Mouros, Palácio Nacional de Sintra und natürlich Quinta da Regaleira. Aber Sintra und seine Umgebung haben noch viel mehr zu bieten. Das kann besonders empfehlenswert sein, wenn du nicht so viele andere Touristen um dich herum haben möchtest. Du kannst noch weitere Paläste besuchen wie den Palácio de Monserrate, Palácio de Seteais oder die Vila Sassetti. Falls du ein Auto hast, könnte auch eine Fahrt zum 7 km entfernten Franziskanerkloster Das Convento dos Capuchos in Frage kommen. Zudem kannst du mehr Zeit für die Umgebung des Palácio Nacional da Pena einplanen, denn von hier kannst du verschiedenen Wanderwegen folgen und bspw. den höchsten Punkt von Sintras Bergen Cruz Alta besuchen.  

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Berlins beste Orte für die Kirschblüten-Saison

Cherry Blossom in Berlin

Was hat die Kirschblüten-Saison in Berlin mit dem Kalten Krieg zu tun? Welche Rolle spielte Japan dabei? Und wo findest du die besten Orte für ein Meer aus rosa Blüten? – all das wirst du im folgenden Blogbeitrag erfahren.

Jedes Jahr zwischen Mitte April und Anfang Mai erblüht Berlin in einem Meer aus rosa Kirschblüten. Der genaue Zeitraum hängt von der Wetterlage ab und wie früh es im Jahr warm wird. Normalerweise blühen die Bäume zwischen zwei und drei Wochen.

💡 Informationen über Kirschblüten
Kirschblüten (auch Japanische Kirsche) oder in japanisch “Sakura” (桜 ) genannt, ist die weiße oder rosafarbene Blüte der Zierkirsche und von besonderer Bedeutung in Japan. Die Blüten des Baumes werden als die Nationalblume des Landes verstanden. In Japan steht es für die Attribute Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit. In Japanisch wird es unter dem nicht-übersetzbaren Wort mono no aware” (物の哀れ) zusammengefasst, welches das bittersüße Gefühl des verblassenden Moments vergänglicher Schönheit beschreibt. Die Kirschblüten-Zeit in Japan markiert den Höhepunkt des japanischen Kalenders und den Beginn des Frühlings.
Die Japanische Kirsche ist nur ein Zierbaum und steht im Kontrast zum üblichen Kirschbaum, der wegen seiner Früchte angebaut wird.
Ein Geschenk aus Japan

Deutschland bekam die Kirschblüten 1990 als Geschenk von Japan zur deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober. Hierfür startete der japanische Fernsehsender TV Asahi eine Spendenaktion zur Bepflanzung von Kirschbäumen. Sie sammelten Geld für mehr als 9.000 Bäume, die meisten von ihnen wurden in Berlin aufgestellt.

Austausch von Spionen während des Kalten Kriegs

Die ersten Bäume wurden an der Glienicker Brücke im November 1990 angepflanzt. Die Brücke verbindet Potsdam (frühere DDR) mit (West-)Berlin und war von besonderer Bedeutung während des Kalten Kriegs, da sie von den USA und der Sowjet Union damals zum Austausch von Spionen genutzt wurden. Bis heute markiert die Brücke die Grenze (heute nur noch die Grenze zweier Bundesländer) und ist in zwei verschiedenen Grüntönen gestrichen. Sowohl die DDR als auch die BRD strichen jeweils etwa die Hälfte der Brücke. Der Teil, der von Berlin gestrichen wurde, ist dabei in einem etwas dunkleren Grünton. Das kommt zum einen daher, dass Ostdeutschland einen dezent helleren Farbton ausgewählt hat, zum anderen aber auch durch die Witterungsverhältnisse, da Westdeutschland die Brücke bereits einige Jahre zuvor gestrichen hatte.

Die längste Kirschblüten-Allee Berlins

Mehr als 1.000 Bäume säumen die TV-Asahi-Kirschblütenallee am Mauerweg zwischen dem früheren West-Berlin und der DDR. Die Allee ist mehr als 100 Meter lang. Normalerweise findet auch jedes Jahr das Hanami Festival statt. Hanami (花見) ist japanisch und bedeutet wörtlich übersetzt “Blumenschau”. Es beschreibt die japanische Tradition des gemeinsamen Besuchs und Bestaunens der ersten Kirschblüten im Frühling. In Berlin bietet das Festival ein Picknick, japanisches Essen und ein kulturelles Programm.

❗️ Kirschblütenticker
Die Stadt Teltow in Brandenburg hat einen eigenen Kirschblütenticker entwickelt. Hierdurch kann direkt von zu Hause der Zustand der Bäume an der TV-Asahi-Kirschblütenallee, der längsten Kirschblütenallee Berlins, beobachtet werden. Der Ticker besteht aus einer Fotogalerie mit aktuellen Bildern der Blüte, welche jeden zweiten Tag während der Kirschblüten-Saison erneuert wird. Du kannst den Ticker hier anschauen.
Kirschblüten treffen auf deutsche Geschichte

Die Kirschblütenbäume wurden fast ausschließlich entlang des Mauerwegs gepflanzt und markieren einige historische Orte in Berlin. Viele der Bäume befinden sich auch unter der “Bösebrücke“. Hier war am 9. Nemvember 1989, am Tag des Mauerfalls, die erste Grenzöffnung von Ost- nach West-Berlin.

🚌 Wie du zu den Kirschblüten kommst
📍 TV-Asahi-Kirschblütenallee (Grenze zwischen Berlin-Lichterfelde und Teltow):
Nimm die S25 oder S26 bis zur S-Bahn Haltestelle Lichterfelde-Süd. Von dort folgst du dem Holtheimer Weg. Nach etwa 550 Metern solltest du die Kirschblüten erreichen.
📍 Unter der Bösebrücke an der Bornholmer Straße (Prenzlauer Berg/Gesundbrunnen):
Der Mauerweg mit seinen Kirschblütenbäumen verläuft direkt unter der S-Bahn Brücke der Station Bornholmer Straße (S1, S2, S25, S26, S8, S85).
📍 Volkspark am Weinberg oder auch Weinbergpark (Mitte):
Du erreichst den Weinbergpark von der U-Bahn Station Rosenthaler Platz (U8) in rund 5 Minuten zu Fuß.
📍 Zionskirchstraße (Mitte):
Die Zionskirchstraße ist nur etwa weitere 5 Minuten zu Fuß vom Weinbergpark entfernt. Wenn du der Straße Richtung gleichnamiger Kirche folgst, wrist du eine Kirschblüten-Allee mitten in der Stadt entdecken.
📍 Schwedter Straße am Mauerpark (Prenzlauer Berg):
Die Schwedter Straße am Mauerpark liegt zwischen den U-Bahn Stationen Bernauer Straße (U8) und Eberswalder Straße (U2).
📍 Strausberger Platz (Friedrichshain):
Die Kirschbäume sind direkt an der U-Bahn Haltestelle Strausberger Platz (U5).
📍 Gärten der Welt (Marzahn):
Die Gärten der Welt bieten 22 verschiedene Garteninstallationen. Der Park kostet Eintritt und wird am besten mit der U5 bis zur U-Bahn Station Kienberg – Gärten der Welt angefahren.
Klicke hier, wenn du die offizielle Seite besuchen und noch mehr Informationen erhalten willst.
In und um Berlin sind diverse Spots, besonders entlang des Mauerwegs, an denen noch mehr Kirschblütenbäume stehen. Die hier genannten sind die bekannteren Standorte.
Der öffentliche Nahverkehr in Berlin heißt BVG, klicke hier für mehr Zugverbindungen.

Zuerst geschrieben am Mittwoch, den 12. Mai 2021: Du hast den Beitrag Berlins beste Orte für die Kirschblüten-Saison auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Little Stories aus Dänemark – Kurze Geschichten, Kuriositäten und Trivia

Tower in Denmark

Little Stories ist eine Kategorie, welche ich auf meinem Instagram-Kanal gestartet habe und wo ich kurze Geschichten, Kuriositäten oder Trivia poste. Hier kannst du alle Postings über Dänemark finden. #littlestories

#2 Eine Wand voller Schuhe und ihre Geschichte

Welche Schuhe hast du getragen, als du die Welt bereist oder dich verliebt hast, als du zu deinem letzten Vorstellungsgespräch gegangen bist oder auch als du wegen der Quarantäne zu Hause bleiben musstest?

Diese Little Story ist über eine grüne Wand voller Schuhe, einem Kunstwerk aus Kopenhagen. Die Arbeit des dänischen Künstlers Jakob Amsgaard war Teil einer Street Art Zusammenstellung an den grünen Wänden um die Baustelle der neuen Metro Kopenhagens. Seit 2011 sind die umliegnden Zäune offen für Künstler und ihre Werke als ein temporäres Urban Lab (eine urbane Experimentierstätte).
Din sko, din historie, ny start” sagt das Schild an der Wand, das bedeutet übersetzt “Deine Schuhe, deine Geschichte, Neuanfang”. Erzähle mir eine Geschichte über deine Lieblingsschuhe, wann hast du sie getragen? Schuhe erzählen eine Geschichte, zusammen mit ihrem Besitzer – aber nicht jede*r hat Schuhe. Das war die Idee hinter Amsgaards Installation vom Juli 2014. Menschen konnten acht Stunden lang ihre Schuhe spenden und ihnen damit eine neue Geschichte geben. Damit unterstützen sie jedoch nicht nur ein kreatives Projekt, sondern konnten auch Solidarität zum Ausdruck bringen. Die Spenden und alle übrig gebliebenen Schuhe wurden an Grace Kbh weitergegeben, eine Initiative des Blå Kors Danmark (Blaues Kreuz) für Obdachlose. Das Kunstwerk machte damit auf die Problematik von Obdachlosigkeit in der Nachbarschaft Kopenhagens aufmerksam.

Eine Wand voller Schuhe: Din sko, din historie, ny start

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Urban Art in Berlin

Die Kunst liegt auf der Straße – zumindest in Berlin. Denn die deutsche Hauptstadt gehört zu den Hotspots der Urban Art in Europa und wird gerne von Künstlern aus aller Welt als Leinwand genutzt.

Das Video ist auf Englisch, verfügt aber über englische und deutsche Untertitel, die du direkt bei YouTube ein- und ausstellen kannst.

Die Graffiti-Szene startete im Untergrund von New York in den 70er-Jahren und kam innerhalb von ein paar Monaten von Amerika in die Hauptstädte Europas. In Westberlin wurde Street Art hauptsächlich von den damals aus der Gesellschaft ausgeschlossenen Gruppen genutzt. Aber bereits Ende der 70er-Jahre nahm das Interesse an Urban Art zu. Kunstschaffende entdeckten neue Techniken und Stile. Sie nutzen die Straße zum Verbreiten ihrer Botschaften – oftmals politisch motiviert – und nahmen Einfluss an der Veränderung ihrer Stadt. Besonders die Berliner Mauer fungierte als Leinwand. Urban Art etablierte sich auch in Ostberlin, jedoch waren die Künstler hier stärker eingeschränkt, da sie dem sozialistischen Realismus der DDR entsprechen mussten.

Urban Art ist der Hauptbegriff, welcher Street Art, Graffiti und allgemeine Kunst im öffentlichen Raum zusammenfasst.

Schöneberg
Urban Nation Museum

Das Urban Nation Museum (Bülowstraße 7) für urbane, zeitgenössische Kunst wurde im September 2017 in Berlin-Schönefeld gegründet (der Eintritt ist frei). So wie die Hausfassade wechseln auch die Ausstellungen etwa einmal im Jahr. Das Museum ermöglicht einen tieferen Einblick in urbane Kunst, seine Geschichte, Kunstschaffenden und Techniken. Die Urban Nation Initiative unterstützt den Austausch mit den Berliner Vierteln – nicht nur in seinen eigenen vier Wänden, sondern auch durch das One Wall Projekt. Die Idee dahinter ist jedes Jahr fünf Kunstschaffende nach Berlin zu bringen – viele der folgenden Wandgemälde sind durch das Projekt entstanden.

Bülowstraße

Kein Wunder, dass die Straße rund um die beiden U-Bahn Stationen Nollendorfplatz und Bülowstraße voller Urban Art ist, schließlich sind hier auch die Büros der Urban Nation Initiative. Das Gebäude direkt gegenüber vom Museum (Bülowstraße 101, Ecke Bülowstraße/Zietenstraße) wurde von dem in Berlin ansässigen Ecuadorianer Roberto Rivadeneira im Oktober 2020 gestaltet. Im Rahmen des One Wall Projektes kreierte er eine Metapher für die miteinander kollidierenden Zeiträume unter dem Titel Because the moment simply is (frei übersetzt: weil der Moment einfach ist). Aber auch die Häuser drumherum weisen eine bunte Mischung an Street Art in verschiedenen Größen und Formen auf (Bülowstraße 94-98).

Gleich neben dem Museum auf derselben Straßenseite (Bülowstraße 11,12) zieren die Arbeiten der beiden spanischen Kunstschaffenden Deih XLF (erstes Foto unten, links) und David de la Mano (erstes Foto unten, rechts) die Hausfassaden. Letzteres entstand erst im Mai 2019. David de la Mano übermalte sein voriges Werk, da es durch Arbeiten am Haus beschädigt worden war. Der Künstler bevorzugt das Malen von Silhouetten, Bäumen und anderen einfarbigen Symboliken. Dies bestätigt sich auch in seiner neuen Arbeit. Es heißt Gray Habit (frei übersetzt: Graue Gewohnheit) und zeigt eine schwarz-weiße Silhouette einer Frau.
Insgesamt acht Wandmalereien finden sich an der Außenfassade der Häuser (Bülowstraße 32) gleich an der U-Bahn Station Bülowstraße. Die Werke sind von unterschiedlichen Kunstschaffenden wie den englischen Künstlern D’Face und Word to Mother, dem US-amerikanischen Kollektiv Cyrcle sowie Shephard Fairey und der Gruppe Berlin Kidz. Die neuste zusätzlich angebrachte Wandmalerei zeigt eine nackte Frau mit einem roten Handschuh und einer Papiertüte über dem Kopf von 2019. Personen mit der eben erwähnten Papiertüte in einem kritischen Kontext darzustellen ist ein Markenzeichen des deutschen Künstlers Christian Böhmer. Sein Werk Speak Up. Stand Up. (frei übersetzt: Sprich es aus. Steh auf.) setzt sich mit der Gewalt gegen Prostituierte auf der Bülowstraße auseinander.

Mitte
Haus Schwarzenberg

Der kleine Innenhof des Haus Schwarzenberg (Rosenthaler Straße 39, direkt neben den Hackeschen Höfen) verzaubert mit seinen bunten Wandmalereien, Bildern, Graffitis, Collagen und Stickern. Ein näherer Blick wird dringend empfohlen, um all die versteckten Nachrichten, Zeichnungen und kleinen Details zu entdecken. Einige der Wandmalereien werden von Zeit zu Zeit übermalt. Zudem findet sich hier ein Künstleratelier, ein Kino, zwei Bars, das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt und eine Dauerausstellung über Anne Frank.

U-Bahn Station Heinrich-Heine-Straße

Gleich neben der U-Bahn Station der Heinrich-Heine-Straße ist der Eingang des Rockclubs Sage. Die Tür selbst ist unter zahlreichen Malereien versteckt. Das Sage teilt sich seine Räumlichkeiten mit dem KitKatClub, Berlins bekanntestem Fetischclub. Direkt an der gegenüberliegenden Seite des Eingangs zum KitKatClub liegt die Wandmalerei Unter der Hand des deutschen Künstlers CASE.

Nur rund 700 m weiter in die Richtung der U-Bahn Station Mortizplatz (Heinrich-Heine-Straße 36) wartete das Werk Face Time (frei übersetzt: Gesichtszeit) der Kunstschaffenden Various & Gould direkt neben einem Parkplatz. Die Wandmalerei kombiniert die Techniken aus Siebdruckverfahren und Collage.

U-Bahn Station Birkenstraße

Der Junge mit dem verletzten Elefanten ist von dem deutschen Street Art Duo Herakut und den zwei Schweizer Künstlerinnen Wes21 und Onur. Das Wandgemälde trägt die Botschaft As long as you are standing, give a hand to those who have fallen (frei übersetzt: Solange du stehst, gib jenen die Hand, die gefallen sind) – und entstand im Laufe der ersten Ausgabe des Berlin Mural Festivals. Es befindet sich neben der U-Bahn Station Birkenstraße (Stromstraße 36).

Friedrichshain
RAW-Friedrichshain und East Side Gallery

Zu jeder Sightseeing-Tour in Berlin gehört auch ganz klassisch die Besichtigung der East Side Gallery (Müllerstraße 3-100) zwischen den S-Bahn Stationen Warschauer Straße und Ostbahnhof. Das Denkmal ist das längst erhaltene Teilstück der Berliner Mauer. Nach der Öffnung wurde die Mauer auf der Ostseite im Frühjahr 1990 von 118 Künstlern aus insgesamt 21 Ländern bemalt und verziert. Die Kunstwerke stellen die politischen Veränderungen rund um 1989 und 1990 dar.

Das RAW-Friedrichshain – oder RAW-Gelände (Revaler Straße 99, gleich neben der S-Bahn Station Warschauer Straße) ist einer der beliebtesten Orte für Nachtschwärmer in Berlin. Neben den vielen kleinen Clubs und Bars rund um den Platz bietet sich auch eine Entdeckungstour für Street Art Liebhaber an, denn die umgebenen Wände weisen alle möglichen Kunstwerke auf. Bei dem RAW-Gelände handelt es sich um ehemalige Eisenbahnhallen, welche heute für alternative Kulturprojekte zur Verfügung stehen. Es ist auch das Zuhause des Urban Spree, einer kleinen Kunstgalerie mit wechselnden Ausstellungen (der Eintritt ist frei), aber auch einem Ort für Konzerte und Festivals.

Holzmarkt25

Der Holzmarkt25 (Holzmarktstraße 25, gleich neben der S-Bahn Station Ostbahnhof) kreiert eine Art eigenes Dorf mitten zwischen den Vierteln von Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg. Neben einer Musikschule, einer Kita, verschiedenen kreativ-arbeitenden Unternehmen, hat es auch seine eigene Bar, Restaurants und ein Säalchen für Veranstaltungen. Aber noch wichtiger: Es bietet den perfekten Ort, um direkt an der Spree zu chillen, ein Bier von der eigenen Brauerei zu trinken – und das mit seinem eigenen Club Kater Blau gleich nebenan. Die Häuser und Wände des alternativen Viertels sind voller Malereien und Kunst.

Volkspark Friedrichshain

Attack of the 50 Foot Socialite (deutscher Titel: Angriff der 20-Meter-Frau) ist ein Wandgemälde (Am Friedrichshain 33, schräg gegenüber vom “Märchenbrunnen” im Park) vom US-amerikanischen Künstler Tristan Eaton. Das Bild wurde von den ikonischen Filmpostern des gleichnamigen US-Films von 1958 beeinflusst. Das Wandbild war auch Teil des Urban Art Projektes.

Kreuzberg
U-Bahn Station Gleisdreieck

Aufstand der Farben (Luckenwalder Straße 11) war ein Projekt der Interbrigades e.V. vom Juli 2009. Das Wandporträt umfasst 600 Quadratmeter. Es wurde von den lateinamerikanischen Street Art-Künstlern Shamaniko, Hechiza, Somos und UKI sowie vier deutschen Kunstschaffenden aus Berlin kreiert. Insgesamt dauerte die Fertigstellung einen Monat.

U-Bahn Station Hallesches Tor und Tommy-Weisbecker-Haus

Gleich neben dem Ausgang der U-Bahn Station Hallesches Tor (Mehringplatz 28) finden sich die Wandporträts Make Art Not War (frei übersetzt: Mach Kunst, nicht Krieg) vom US-Amerikaner Shephard Fairey und Hoodie Birds des dänischen Künstlers Don John. Beide Werke entstanden im Rahmen des One Wall Projektes in 2014. Nur ein paar Schritte weiter finden sich zwei weitere Wandbilder (Ecke Franz-Kühls-Straße/Friedrichstraße) von Aryz (drittes Foto) und dem spanischen Street Art Duo PichiAvo (zweite Reihe, erstes Foto), welche während der Urban Art Week 2019 entstanden. Um die Ecke sind noch viel mehr Malereien versteckt: Ein ganzer Hauskomplex (Wilhelmstraße 2-6) ist mit Porträts von Menschen mit unterschiedlichen ethnischen Hintergründen geschmückt.

Mein Lieblingswandbild zeigt einen Elefanten mit Ballon in Form der Erde des Berliner Künstlers Jadore Tong. Es findet sich auf der Rückseite des Tommy-Weisbecker-Haus (Wilhelmstraße 7) im Hintergrund eines Basketballplatzes und direkt vor dem Theodor-Wolff-Park. Das Haus ist ein selbstverwaltendes Wohnkollektiv, benannt nach dem linksextremen Thomas Weisbecker. Aber auch ein Gang um das Haus lohnt sich, da alle vier Wände mit Kunst geschmückt sind.

U-Bahn Station Kottbusser Tor

Der Astronaut/Cosmonaut (Oranienstraße 195) entstand im Rahmen des Backjumps – The Live Issue Projekts in 2007. Das Wandporträt wurde mithilfe von Schablonen von dem portugiesischen Künstler Victor Ash entworfen. Die Inspiration zu dem Motiv gab der Kalte Krieg, in dem die USA und Sowjetunion nicht nur ein Wettrüsten gegeneinander veranstalteten, sondern auch versuchten sich gegenseitig in der Raumfahrt zu übertrumpfen. Das geteilte Berlin war ebenfalls Teil dieses Konflikts zwischen Ost und West. Daher wollte Ash das Kunstwerk nahe der ehemaligen Grenzlinie anbringen. Die Schriftzüge drum herum gehören nicht zum Original, sondern kamen im Laufe der Zeit von anderen Taggern hinzu. Das Wandbild ist in der Nähe der U-Bahn Station Kottbusser Tor. Auf dem Weg begegnet man auch der alten Dame mit dem Pelikan und Kaffee in der Hand (Skalitzer Straße 134) – dieses Wandporträt ist gleich neben einem Coffee Shop zu finden.

Prenzlauer Berg
Schwedter Straße

Die Schwedter Straße im Stadtteil Prenzlauer Berg war zum wiederholten Male einer der Standorte des One Wall Projektes. Der spanische Street Artist Deih XLF machte 2017 mit seinem Science-Fiction Wandbild (Schwedter Straße 34) den Auftakt, in dem er seine Introspektive von Gefühlen reflektierte und sein Innenleben zeichnete. Ein Jahr später folgte das Berliner Künstler-Trio Innerfields mit einer weiteren Hausfassade (Schwedter Straße 30) – mit einer zynischen Beobachtung zur Digitalisierung und sozialer Entwicklung. Das neuste Gemälde verbindet die wohlbekannte Comicfigur Snoopy mit realistisch-optischen Täuschungen (Schwedter Straße 29). Der Engländer Fanakapan kombiniert zwei mit drei Dimensionen – ein genauerer Blick zeigt ihn als Spiegelung im 3D-Ballon, wie er ein Foto mit seinem Handy schießt. Ein Stück weiter ist die Internationale Tankstelle FIT (Schwedter Straße 261). Nicht nur die Tankstelle ist besprüht, sondern auch all ihre Wände drumherum. In der hübschen Seitenstraße mit Wimpelketten befindet sich ein Buchladen mit Malereien von einem Kind, welches auf einer Giraffe und einem Elefanten (Choriner Straße 49) reitet.

Andere Bezirke
Tegel

Die Neheimer Straße in Tegel ist das Zuhause von vier Hochhäusern mit acht Wandbildern auf beiden Seiten des Hauses. Sie entstanden in verschiedenen Jahren durch das One Wall Projekt. Manche von ihnen wurden sogar bereits von neuen Urban Art Künstlern übermalt – diese acht Wandbilder sind aktuell in Tegel zu finden.
Das erste Summer of Peace (frei übersetzt: Sommer des Friedens) wurde 2015 von dem Australier FINTAN MAGEE (Bernauer Straße 133/ Neheimer Straße 2) fertiggestellt und ist durch das Kinderbuch A Child’s Garden von Michael Foreman inspiriert. Rund einen Monat später entstand das Werk On Tiptoes (frei übersetzt: Auf Zehenspitzen) der US-amerikanischen Zwillingsbrüder How and Nosm (Neheimer Straße 6) im Artpark Tegel.
Ein Jahr darauf in 2016 folgte das Wandbild The Starling (frei übersetzt: Der Star) des dänischen Duos Collin van der Sluijs und Super A (Neheimer Straße 6). Die Malereien der beiden Künstler wirken oft verträumt und unwirklich. Ihr ausgesuchtes Motiv symbolisiert die Stärke des Kollektivs. Ein weiteres Wandgemälde von 2016 ist Lads are back (frei übersetzt: die Jungs sind zurück) des englischen Duos The London Police (Neheimer Straße 8), welche kräftige Farben und einfache ikonische Charaktere nutzen, um positive Kunst zu schaffen. Playing Cards (frei übersetzt: Spielkarten), gemalt von dem Italiener Pixel Pancho (Neheimer Straße 2) folgte nur wenige Monate später. Typisch für den Künstler ist seine Arbeit mit erdigen Farben und roboterartigen Figuren.

Das Schweizer Künstlerinnen Duo Queenkong arbeitete 2019 in Kollaboration mit dem Polen Tankpetrol. Ihr Wandgemälde 2268miles & Lunchadora Pachamama (Neheimer Straße 4) kombiniert die Arbeit Pilot Girl (auf der linken Seite) von Tankpetrol mit dem naturalistischen Stil des Schweizer Duos. Letzteres weist auf die Bedeutsamkeit von Achtsamkeit für die Natur hin.
Die neusten beiden Projekte des Open Wall des Artparks Tegel folgten 2020. Der Berliner Maler, Illustrator, Musiker und Konzeptkünstler Jim Avignon schuf sein Wandbild (Neheimer Straße 8) über ein Abenteuer im Heißluftballon und die Zukunft zwischen Unsicherheit und Aufbruch. Das neuste Werk von BustArt (Neheimer Straße 4) spielt mit dem Stil aus Graffiti-Pop und Comic. Departure (frei übersetzt: Abreise) ist der Name seines Gemäldes und verweist auf den ehemaligen Flughafen in Tegel.

Neukölln

Dieses Werk war mehr eine Art Zufallsfund von mir: Auf der Vorderseite eines Parkplatzes (Donaustraße 94-95) eines Supermarkets befindet sich ein riesiges Wandgemälde mit dem Motto Schöne Neue Welt.

Charlottenburg

Mit Malereien übersäht ist die Vorderseite eines Hotels (Stuttgarter Platz 17) im Stadtteil Charlottenburg. Die Hausfassade wurde vom irischen Künstler Dom Browne entworfen.

Eines der ältesten Wandbilder Berlins ist das Schiff Phoenix (Wintersteinstraße 29) von 1989 des Berliner Künstlers Gert Neuhaus – die gute Erhaltung des Werks ist besonders in Anbetracht dessen überraschend, dass urbanen Kunst als eine vergängliche gilt.

Warum ehrenamtlich arbeiten

Der heutige Blogbeitrag fällt etwas aus der Reihe – diesmal möchte ich über ehrenamtliches Arbeiten sprechen (ergo Arbeit, für die du nicht bezahlt wirst) und warum es eine großartige Möglichkeit für dich sein kann. (Als kurze Anmerkung: Ich rede von ehrenamtlichen Tätigkeiten in Form von Klubs, Organisationen und Vereinen – und nicht über ein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ). In diesem Beitrag möchte ich mit euch über meine eigenen Erfahrungen und meine Studierendenorganisation AEGEE sprechen – und zumindest Letzteres hat auch wieder mit dem Thema Reisen zu tun.

Diskussion über kulturelle Unterschiede in Russland während meines Sommeraustausches 2018 in Sankt Petersburg.

Ehrenamtliches Arbeiten kann alle möglichen Bereiche und Lebensumstände einschließen. Ganz einfach definiert beschreibt es das unentgeltliche Arbeiten und anbieten seiner Freizeit – also quasi einen Gemeinschaftsdienst. Und natürlich ist es im Speziellen ein sehr interessantes Thema für jüngere Menschen, welche noch im Bildungssystem stecken wie der Schule, Universität oder in einer Ausbildung (wobei Letzteres es schwieriger macht, die Zeit zu finden – ich denke ich weiß wovon ich spreche, ich war auch schon in dem Lebensabschnitt). Prinzipiell gibt es aber keine Altersbeschränkungen, vor allem nicht nach hinten hinaus.

Ehrenämter können soziale Schwerpunkte beinhalten, womit es gerne in Verbindung gebracht wird. Doch auch andere Bereiche sind möglich, vor allem in Kultur, Sport oder auch Ökonomie. Es kann in Form eines Schulvereins sein oder einer Nachbarschaftsinitiative – das Wichtigste ist, dass es die eigenen Interessen unterstützt, immerhin investiert man seine Zeit unentgeltlich. Es gibt auch Organisationen welche ehrenamtliche Arbeiten in anderen Ländern anbieten und somit die Interessen ein Projekt kostenlos zu unterstützen, mit der Möglichkeit des Reisens verbinden. Der Hauptimpuls sollte jedoch bei der Verwirklichung des Projektes liegen. Vermutlich hängt es auch eng damit zusammen, wie stark ehrenamtliches Arbeiten von deinem Land unterstützt wird. Ich habe beispielsweise von Freunden aus den Niederlanden gehört, dass dort das Beitreten einer studentischen Initiative obligatorisch sei.

Die Moderation zum 5-jährigen Jubiläum meines
Campusradios couchFM (Berlin)

Ich bin in Deutschland aufgewachsen und habe das Gefühl, dass ehrenamtliche Tätigkeiten besonders in der Schule nicht besonders gut ausgebaut sind. In unsere Schule hatten wir nur eine sehr kleine Auswahl an verschiedenen Klubs, ich war Teil einer Kunst- und Computer-AG sowie später der Schülerzeitung. Aber ich denke für mich begann die wirklich wichtige freiwilligen Arbeit mit dem Studium. Zum Glück hatten wir einige studentische Organisationen, welche sich bei unserer Einführungsveranstaltung von meinem Hauptfach Theater- und Medienwissenschaft vorstellten. So kam es, dass ich direkt im ersten Semester dem Campusradio beitritt. Ein paar Jahre später – zum Beginn meines Masterstudiums in Berlin – trat ich dann auch der Studierendenorganisation AEGEE bei.

Die Flagge meiner Studierendenorganisation AEFEE-Berlin bei einer Sommerveranstaltung
Was ist AEGEE?
Ich möchte gerne die Möglichkeit nutzen und etwas über meine Studierendenorganisation AEGEE erzählen – denn es könnte interessant für dich sein (für den Fall, dass du in Europa lebst) – besonders da du Reisen zu Lieben scheinst. AEGEE ist ein studentisches Diskussionsforum und die Abkürzung für Association des Etats Généraux des Éstudiants de l’Europe – oder einfacher wir sind eine der größten interdisziplinären Studierendenorganisationen Europas. Wir streben für ein demokratisches und diverses Europa ohne Grenzen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb AEGEE auch Standorte hat, welche nicht zur Europäischen Union gehören. Wir sind eine Nichtregierungsorganisation, politisch unabhängig sowie eine Non-Profit Organisation. Unser Netzwerk beinhaltet rund 10.000 Mitglieder aus 160 Städten in über 40 Ländern – von den Kanarischen Inseln bis Sibirien. In meinen Augen unterstützt AEGEE vor allem den politischen und kulturellen Austausch zwischen jungen Menschen und bestärkt diese darin einen aktiven Part in der Gesellschaft einzunehmen.
Für mehr Informatioenen besuche aegee.org

Meine verrückteste Erfahrung mit AEGEE

Bis heute bin ich mit AEGEE in zehn verschiedene Länder gereist. Hier habe ich an unterschiedlichen Aktivitäten und Sessions rund um Themen wie Geschichte und einheimische Kultur, Kunst, politische Diskussionen, Projekte und Persönlichkeitsentwicklung teilgenommen. Eine meiner Lieblingserinnerungen ist, wie ich als Delegierte zu einer Agora fuhr – unsere Mitgliederversammlung, zu der alle Locals (also Standorte) von AEGEE zusammenkommen (meist rund 700 Mitglieder aus unterschiedlichen Ländern) – um dort fünf Tage über die Zukunft von AEGEE und Europa zu diskutieren. Aber auch um Zeit mit meinen Freunden zu verbringen, welche ich über die letzten Jahre bei AEGEE kennengelernt habe und mit ihnen die Stadt zu erkunden (der Veranstaltungsort der Agora wechselt mit jedem Treffen). Du kannst über meine Zeit als Delegierte in meinem Artikel lesen (s.r.u., der Artikel ist auf Englisch).

Eine andere besondere Erfahrung war, als ich beschloss die Hauptverantwortliche für einen zweiwöchigen Austausch in Berlin mit 35 Teilnehmern aus ganz Europa zu werden. Der Austausch war Teil der Summer University (SU), eines der größten und ältesten Projekte in AEGEE, es startete 1988. Die Hauptidee und Gründungsgrund der SU waren die europäische Integration durch einen kulturellen Austausch zu stärken und die multikulturellen Dimensionen von Europa zu erforschen. Aber auch einen Ort zu erschaffen, an dem junge Menschen offen miteinander diskutieren und neue Menschen aus ganz Europa kennenlernen können. Eine Grundregel von AEGEE ist, all unsere Events für alle Mitglieder bezahlbar zu machen – was uns einen vorgeschriebenen finanziellen Rahmen gab. Es ist eine sehr wichtige Regel, aber machte es für uns ungleich schwerer, diesen Sommeraustausch nach unseren Vorstellungen zu organisieren. Jeder Teilnehmer zahlt nur 14 EUR pro Nacht. Hierfür bekommt er eine Unterkunft, zwei Mahlzeiten am Tag, das gesamte Programm, alle Sessions und die Fahrten während des Austauschs gestellt (wir fuhren an einen See, machten einen Tagesausflug nach Potsdam und verbrachten drei Tage in Dresden). Manchmal war es wirklich besonders herausfordernd für uns, aber letztlich haben wir den besten für uns möglichen Austausch veranstaltet – und ich glaube unsere Teilnehmer haben ihre Zeit in Deutschland wirklich genossen.