Wie du deine K-pop Idols kostenlos siehst

kpop band CNBLUE

Die sogenannte koreanische Welle (Korean Wave) und vor allem K-pop erobern die Welt. Bands wie BTS oder Blackpink brechen einen Musikrekord nach dem nächsten und erklimmen die Billboard Charts. In diesem Blogpost gebe ich dir Tipps, wie du einige deiner Idole kostenlos in Südkorea sehen kannst.

Die erste K-pop Band, die ich für mich entdeckte, war CNBLUE in 2011. Meine Freundin Jenni ist ein großer Fan der japanischen und koreanischen Popkultur, also auch von K-pop und K-dramen. Als Medienwissenschaftlerin war ich gerade anfangs mehr an den Serien interessiert. Ich habe “Heartstrings” mit Hyung Joong-Hwa in der männlichen Hauptrolle gesehen und bin so auf CNBLUE gekommen. Aber um ehrlich zu sein, habe ich bis zu meinem Auslandssemester in Südkorea eher sporadisch K-pop gehört.

❓ Was ist K-Pop?
Die Abkürzung K-Pop (케이팝) steht für die englische Bezeichnung Korean popular music und wird von allen möglichen Musikgenres und Stilistiken beeinflusst. Der Begriff selbst wurde in den 2000er-Jahren bekannt, wurde allerdings auch bereits zuvor verwendet. Die koreanische Welle hat sowohl K-pop als auch K-dramas weltweit bekannt gemacht. Normalerweise sind die Songs eine Mischung aus koreanischer Sprache mit einzelnen Sätzen oder Wörtern in Englisch. Die meisten Bands werden in jungem Alter durch ein Trainee-Programm gecastet, so auch die Girlband Blackpink. Diese Trainee-Programme geraten allerdings immer öfter in Kritik, vor allem durch die westlichen Medien. Andere Kriterien der K-pop Idols, besonders jener, die durch ein Trainee Programm gelaufen sind, sind die komplexen Choreografien sowie die Fashion-Statements auf der Bühne oder in Musikvideo. Normalerweise hat jede K-pop Band einen Leader, der meistens der Älteste oder erfahrenste der Gruppe ist und diese anleitet.
Kostenlose Konzerte für ausländische Einwohner
Kpop duo December

Einige meiner Freunde erzählten mir von kostenlosen K-pop Konzerten für ausländische Einwohner. Ein kostenloses Konzert in Seoul mit meiner Lieblingsband CNBLUE. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Das war es auch. Die Tickets waren bereits alle vergriffen, als ich davon erfuhr (du glaubst nicht, wie traurig ich war). Spoiler Alert: Ich habe sie trotzdem noch live gesehen – ich werde in einer Minute darauf zurückkommen und verraten wie.

Die Idee hinter den kostenlosen Konzerten ist es, die koreanische Kultur zu promoten und K-pop, aber auch die traditionelle koreanische Musik bekannter zu machen, indem Ausländer zu kostenlosen Konzerten eingeladen werden. Das Ganze startete 2015 organisiert durch HelloK!, welches von sich selbst sagt, dass es kulturelle Performances für Ausländer in Korea zeigt. Aber seit dem letzten Jahr scheinen sie sich mehr auf traditionelle Musik zu konzentrieren, das könnte jedoch auch mit Covid-19 zusammenhängen. Es kann sicher nicht schade, einfach mal reinzuschauen.

K-pop band CNBLUE
Meine Lieblingsband CNBLUE aufg dem Korea Sale Festa 2016
Festivals inklusive Konzerten
Kpop Idols on stage Korea Sale Festa 2016

Wie ich bereits erwähnte, hab ich selbst es zwar nicht geschafft, auf eines der kostenloses K-pop Konzerte für Ausländer zu gehen, aber ich habe trotzdem noch eine Chance bekommen. Während meines Auslandssemesters in 2016 konnte ich die Eröffnungsshow des Korea Sale Festa besuchen, mit Bands wie SHINee, Red Velvet, MAMAMOO, Wonder Girls, INFINITE, GOT7, B.A.P. und natürlich CNBLUE. Während der Eröffnungsfeier waren alle Bands dazu eingeladen, einen aktuellen Song auf der Bühne zu performen. Das Festival selbst ist zum Anlass der Shopping Week in Korea mit einem vielfältigen Programm aus Modeschauen, Konzerten und natürlich Tausenden Möglichkeiten zum Shoppen gehen. Die Shopping Week ist jedes Jahr. Aber sei gewarnt, die Konzerte sind sehr beliebt und du musst extrem früh kommen (ernsthaft früh), um einen Platz zu bekommen. Meine Freundinnen hatten sich bereits sieben Stunden vor Beginn des Konzerts angestellt (ich kam etwas später dazu, da ich noch Uni hatte) und wir kamen zwar rein, aber wir standen schon wirklich weit hinten. Am Ende habe ich mich aber einfach nur über die Möglichkeit gefreut, CNBLUE live sehen zu können, weshalb sich das warten für mich rentiert hatte.

K-pop Musikshows
Kpop band I.O.I.

Eine weitere Möglichkeit ist es K-pop Musikshows zu besuchen, welche ziemlich beliebt in Korea sind, wie beispielsweise Simply K-Pop (Arirang TV), MTV The Show (SBS MTV), Show Campion (MBC), M Countdown (Mnet), Music Bank (KBS2), Music Core (MBC), oder auch Inkigayo (SBS). Ich selbst war bei keiner Musikshow, aber ich habe einen ganz guten Artikel von KoreabyMe dazu gefunden, der dir sicherlich weiterhelfen wird, klicke hier, um auf die Seite weitergeleitet zu werden.

Falls du mehr Tipps für kostenlose Events und freien Eintritt in kulturelle Einrichtungen möchtest, dann solltest du auch meinen Blogbeitrag zu Kultur on a Budget – kostenlose Ausflüge, Museumsbesuche und Rabatte lesen.

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Meine Highlights und Tränen aus dem verrückten Saigon

Vietnamese woman with lycheesa bike full of

Das eine Mal, als ich in Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt) ankam und bemerkte, dass ich Multimillionärin bin. Aber es geht auch darum, wie mich eine Sightseeingtour zu Tränen rührte, ein Theater voller tanzender Puppen auf dem Wasser und einer Bootstour direkt durch den Dschungel.

Mein erster Eindruck, als ich in Saigon ankam: Die Stadt ist verrückt. Überall sind Autos und vor allem Motorroller, Letztere ersetzen hier den Familien-Van. Eltern mit drei Kindern passen da schon mal locker auf einen Motorroller. Es ist laut, es ist überfüllt und besonders für einen Westler wie mich etwas verwirrend. Wenn man die Straße überqueren will, gibt es oft keine Ampeln, falls es dann doch mal welche gibt, ignorieren die Motorrollerfahrer auch gerne einfach mal, dass sie eigentlich anhalten müssten (im Vietnam werden Shirts verkauft mit der Aufschrift Rot bedeutet ich kann noch gehen bzw. fahren). Besonders die Rushhour ist reinster Horror. Mir wurde gesagt, der Trick als Fußgänger sei bloß nicht anzuhalten.

💡Informationen über Saigon
Die Stadt Saigon (Sài Gòn) – oder wie es heutzutage genannt wird: Ho-Chi-Minh-Stadt (Thành phố Hồ Chí Minh) – ist mit 7 Millionen Einwohnern die größte Stadt im Vietnam und gleichzeitig auch sein wirtschaftliches Zentrum. Es werden zwar noch beide Namen verwendet, doch der offizielle Name ist Ho-Chi-Minh-Stadt seit der Wiedervereinigung in 1976, benannt nach dem vormaligen Präsidenten des Nord-Vietnams. Zudem war es bis 1975 die Hauptstadt vom Süd-Vietnam, als das Land noch geteilt war.

Rush-Hour
Ups, Ich bin Multi- Millionärin

Ein anderer überfordernder Punkt ist das Geld. Der kleinste Geldschein im Vietnam ist 1.000 VND (circa 0,04 €), der größte ist 500.000 VND (circa 18,40 €). Als ich das erste Mal zur Bank kam, hob ich deswegen auch direkt mal die Höchstsumme von 2 Millionen VND (circa 73,50€) von meinem Konto ab – Ich habe mich noch nie so reich gefühlt.

❗️ Geldtipps für den Vietnam
Falls du das erste Mal im Vietnam bist, könnte dich das Geld etwas verwirren. Die Banknoten sind hoch, alle Scheine sind bunt, haben jedoch die gleiche Person (Ho Chi Minh) aufgedruckt. Eine gute Idee ist es, sich einfach einen Währungsrechner auf dem Handy zu installieren, um jederzeit überprüfen zu können, wie viel Geld man für etwas bezahlt. Eine hilfreiche Faustregel wäre ansonsten rund 25.000 VND sind ein US-Dollar. Lass dich von keinem beim Bezahlen hetzen, denn es gibt leider Menschen, die versuchen das auszunutzen und versuchen mehr Geld von dir zu bekommen, indem sie dir nicht erzählen, falls du einen Schein zu hoch gegriffen hast oder dir nicht genügend Wechselgeld rausgeben. Aber keine Sorge, diese Leute sind die Ausnahme, fast alle Menschen, die ich im Vietnam getroffen habe, waren einfach nur super freundlich und hilfreich. Außerdem wirst du dich ziemlich schnell an die hohen Beiträge und das neue Geld gewöhnen. Behalte zudem im Kopf, dass Handeln ein Teil der Kultur ist (allerdings nur auf den Märkten, nicht in Läden). Am besten ist es, wenn du dich vor deiner Reise schon einmal darüber informierst, wie teuer Taxis oder Produkte vom Markt normalerweise sind.

Vietnamese woman in Ho-Chi-Minh-City
Sightseeingtour in Saigon
City Hall of Ho-Chi-Minh-City
Das Alte Rathaus

Meiner Meinung nach bietet Ho-Chi-Minh-City leider nicht gerade viele Sightseeingspots. Die Stadt hat einige hübsche Gebäude im französischen Kolonialstil wie die Hauptpost (gebaut von Gustave Eiffel, dem Ingenieur des Eiffelturms in Paris), dem Unabhängigkeitspalast oder dem alten Rathaus mit einem kleinen Park davor und einer Statue von Ho Chi Minh. All diese Plätze sind zwar sehenswert, aber man kann dort nicht wirklich viel Zeit verbringen. Daher empfehle ich euch das Kriegsopfermuseum und das Wasser-Puppen-Theater.

Tränen im Kriegsmuseum
War Remnant Museum
Das Kriegsopfermuseum

Das Kriegsopfermuseum kostet 40.000 VND (circa 1,50€) und zeigt verschiedene Fotografien, Zeitungsartikel und unterschiedliche Videos über den Ersten Indochinakrieg (1946-1954) und den Vietnamkrieg (1955-1975). Das Museum erzählt sehr persönlichen Geschichten über Menschen, welche im Krieg umgekommen sind oder noch grausamer durch Kriegsverbrechen wie Massaker. Menschen, welche in den letzten 35 Jahren geboren wurden (manche von ihnen sind in meinem Alter oder sogar jünger) und mit schlimmsten Entstellungen ihres Körpers leben müssen, welche durch die Verwendung von dem Gift Agent Orange ausgelöst wurden. Aber auch von Kriegsopfern, welche ihre Arme und/oder Beine im Krieg verloren haben und heute Top-Athleten oder Maler sind. Ich muss gestehen, dass ich mehr als einmal Tränen in den Augen hatte. Tränen über das Unverständnis, wie so viele Menschen auf der ganzen Welt gegen diesen Krieg protestieren, aber scheinbar nichts ausrichten können. Tränen wegen der scheinbar unbegrenzten menschlichen Grausamkeit beim Töten, Zerstören und Quälen anderer Menschen, was mich echt krank und einfach nur wütend macht. Aber auch Tränen für die Hoffnung, die diese Menschen in den einzelnen Lebensgeschichten dir geben können, über die Möglichkeit, ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen, trotz Einschränkungen und Krankheiten.
Meiner Meinung nach ist es extrem wichtig, mehr über die Geschichte, Kultur und Menschen aus Orten, die ich besuche, zu lernen. Es hilft, um mehr über die politischen, aber auch kulturellen Einstellungen der Bewohner zu lernen und über die Verhältnisse, in die sie geboren und nach denen sie erzogen worden sind. Besonders, wenn sie einen Krieg miterlebt haben. Ich gebe zu, dass der Besuch eines Kriegsmuseums nicht unbedingt eine spaßige Aktivität ist, aber ich denke es ist wichtig, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und zu verstehen, was im Vietnam in den letzten Jahrzehnten passiert ist. Deshalb würde ich dir einen Besuch des Museums auch dringend ans Herz legen und unbedingt weiterempfehlen. Falls du dich für noch mehr Geschichte interessierst, kannst du auch die Ausstellung im Unabhängigkeitspalast besuchen.

Tanzende Puppen auf dem Wasser
Water Puppet Theatre
Tanzende Puppen

Eines meiner anderen absoluten Highlights war das Wasser-Puppen-Theater. Die Tradition dieses Theaterspiels geht zurück bis ins 11. Jahrhundert und ist aus dem Nord Vietnam. Die Show in Saigon dauerte rund 45 Minuten und kostete 200.000 VND (an einem Sonntagabend, circa 7,35 €). Es zeigt verschiedene kleine Geschichten über Tiere und Menschen im Wasser kombiniert mit traditioneller Live-Musik, Gesang und manchmal auch Sprachanteilen (in Vietnamesisch). Die Puppen sind aus Holz und werden mit einer Lackierung versehen. Sie tanzen, schwimmen und laufen durch einen ein kleines Wasserbecken, während die Puppenspieler hinter einem Vorhang versteckt sind.

🚌 Wie du hinkommst
📍 Kriegsopfermuseum
Das Museum beinhaltet Ausstellungen über den Ersten Indochinakrieg und den Vietnamkrieg und ist zu finden in der 8 Vo Van Tan, Ward 6, im Distrikt 3.

📍Wasser-Puppen-Theater
Das bekannteste Puppentheater in Ho-Chi-Minh-Stadt ist das Golden Dragon Water Puppet Theatre in der 55B Nguyen Thi Minh Khai im Distrikt 1.

Das Kriegsmuseum und das Puppentheater sind nur etwa 5 Minuten zu Fuß voneinander entfernt sowie einen 10-minütigen-Spaziergang vom Unabhängigkeitspalast.

Eine Bootstour durch den Dschungel
Boats on Mekong Delta

Viele Hotels und Reiseagenturen bieten verschiedene Touren an. Am berühmtesten sind Eintagestouren zum Mekong Delta oder auch den Cu Chi Tunneln. Ich entschied mich für ersteres. Manche Agenturen bieten bereits für 10$ Gruppentouren an. Der Mekong Delta ist eine Region im Süden Vietnams. Der Mekong ist ein riesiger Fluss, welcher sich über sechs Länder erstreckt: neben dem Vietnam auch China, Myanmar, Thailand, Kambodscha und Laos. Ich schätze mal, dass die meisten Mekong Delta Touren ein sehr ähnliches Programm aufweißen. Wir besuchten einen kleinen Tempel, der auf dem Weg lag und fuhren mit einem Motorboot über den Mekong, probierten Tee und heimische Früchte. Wir besuchten eine Kokosnuss Farm, fuhren mit einem Pferdekarren und natürlich das Highlight – nahmen ein Ruderboot  durch die verschiedenen Kanäle.

Zuerst geschrieben am Mittwoch, den 08. Februar 2017: Du hast den Beitrag Meine Highlights und Tränen aus dem verrückten Saigon auf My Travel Journal-Blog gelesen.

 

Uni, Hangul & Samul Nori – Meine erste Woche in Seoul

Streets of Seoul

Für mich ist Südkorea – aber auch Seoul selbst – voller neuer Erfahrungen, Unterschiede in der Kultur, in der Schrift, im Essen und Alltag. Es ist ein Land voller Gegensätze. Das new-age Korea mit all seinem Hightech und seiner Moderne vs. dem alten, traditionellen Korea mit seinen Palästen und Hanbok. – Dieser Blogpost ist über meine erste Woche als Austauschstudentin in Seoul.

EWHA Womans University with the view in direction of the city

💡 Fakten über Südkorea und Seoul
Der offizielle Name von Südkorea ist Republik Korea (Daehan Minguk auf Koreanisch, 대한민국). Die offizielle Sprache ist Koreanisch und die offizielle Schriftsprache Hangul. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land in Nord- und Südkorea geteilt. Seitdem ist Südkoreas einzige Landesgrenze zu Nordkorea. Die Hauptstadt der Republik Korea ist Seoul. Sie ist zudem die größte Stadt des Landes und die 16. größte Stadt der Welt. Rund 50% der Bevölkerung Südkoreas lebt in der Metropolregion Seoul.

Endlich kann mein Auslandssemester in Seoul starten. Nach 18 Stunden Flug und einer kleinen Zwischenlandung in Abu Dhabi bin ich endlich in Seoul angekommen. Südkorea hat sieben Stunden Zeitunterschied verglichen mit Deutschland. Glücklicherweise hatte ich mit keinem Jet Lag zu kämpfen, zudem ist das Wetter supergut. – Etwas zwischen Spätsommer und den ersten Herbsttagen.

Lebensunterhaltskosten und Lebensmittelshoppen in Südkorea
Clown and girl on the street

Ich studiere an der EWHA Womans University mit einem wirklich hübschen Campus, welcher in Seoul sogar als kleine Touristenattraktion gilt. Die Mieten und vor allem Kautionen sind in Südkorea verhältnismäßig hoch, weshalb ich ziemlich erleichtert war, einen Platz in einem Studi-Wohnheim bekommen zu haben (auch wenn es am Anfang ein ziemliches Chaos war, du kannst darüber mehr hier lesen: Ausgangssperre. Frauen Universität. Visum. Und eine Menge an Vorbereitungen). Auch die Lebensunterhaltskosten sind relativ hoch in Korea, was das Land wiederum im Vergleich zu Deutschland (und vielen anderen Ländern der Welt) ziemlich teuer macht. Daher sind auch Lebensmittelpreise in den Supermärkten vergleichsweise hoch, vor allem Obst und Gemüse (beispielsweise kosten fünf Äpfel etwa 6.000 ₩, das sind etwa 5€). Wenig überraschend sind alle Lebensmittel, die (für Asien) nicht übliche Zutaten enthalten ziemlich teuer. Das schließt alle Arten von Milchprodukten wie Käse und Schokolade ein, aber auch die meisten Brotsorten. Und warum auch immer scheint Toilettenpapier hier ein wahres Luxusgut zu sein.

❗️ Tipps für Drogerie- und Lebensmittel
Wir haben die meisten Artikel fürs Bad, inklusive Toilettenpapier, aber auch Süßigkeiten und Grundnahrungsmittel aus einem Discounter an der Ecke der Universität. Ein gängiger ist der japanische Markt Daiso. Für Obst und Gemüse lohnt es sich, Ausschau nach Straßenhändlern und lokalen Märkten zu halten, dort ist es meistens günstiger.
Außerdem solltest du wissen, dass einige Pflegeprodukte besonders teuer in Korea (oder eigentlich ganz Asien) sind. Daher mein Tipp: Bring genug Deo (die meisten Asiaten benutzen keines, da sie nicht so viel schwitzen – daher ist es nicht nur schwierig zu finden, sondern auch äußerst teuer), Tampons und natürlich Sonnencreme mit. Letzteres ist zwar nicht schwer zu bekommen, aber kann ebenfalls sehr ins Geld gehen. Zudem enthält die meiste Sonnencreme extra Weißmacher, da das koreanische wie auch asiatische Schönheitsideal blasse Haut ist.
Bibimab
Auswärts essen – Restaurants
Korean food

Obwohl Lebensmittel um einiges teurer sind als in Deutschland, kommt mir Essen gehen dagegen doch recht erschwinglich vor. Ich habe mich wirklich oft gewundert, wie es sein kann, dass selbst kochen teurer ist als auswärts essen. Ich habe mal gehört, dass bestimmte Gruppen wie Familien oder Restaurantbesitzer eine spezielle Karte zum Einkaufen erhalten, mit der sie günstiger einkaufen gehen können (aber ich bin nicht sicher, ob das wirklich stimmt). Die drei Hauptpunkte, die das Essen gehen im Vergleich zu Deutschland so günstig machen sind: Erstens, dass du im Restaurant immer kostenlos Wasser oder kalten Tee zu deinem Essen bekommst (andere Getränke müssen bezahlt werden). Zweitens, du bekommst normalerweise kostenlose Beilagen wie Kimchi, gelben Rettich oder auch anderes Gemüse und Reis (es kommt etwas auf das Gericht an) und normalerweise kann man auch kostenlos mehr nachbestellen. Drittens, Koreaner geben kein Trinkgeld.

Fast Food, Street Food und Essen vom Markt

Aber ich habe schnell bemerkt, dass selbst wenn Essen gehen verhältnismäßig günstig ist, es doch zu teuer ist, um es jeden Tag zu machen. Das günstigste Essen ist wahrscheinlich Street Food oder Mahlzeiten vom lokalen Markt. Aber auch die Convenience Stores (kleine 24-Stunden-Läden in der Nachbarschaft) bieten einige Snacks wie meinen liebsten: Samgak Kimbab (dreieckiger Kimbab). Zudem sind die Preise auch stark vom Viertel abhängig. Mir ist aufgefallen, dass das Street Food in den Studierendenvierteln viel günstiger ist als in der Innenstadt. Ebenfalls gängig ist es einfach sein Essen zu bestellen. Ich habe das Gefühl, dass fast alle Restaurants und Imbisse ihre eigenen Lieferservices haben, sogar die ganzen Fast Food-Ketten. Einer meiner Lieblingsorte zum Essenbestellen und picknicken ist der Fluss Han. Als wir dort in meiner ersten Woche waren, bekamen wir 41 Flyer (ich habe sie gezählt) für verschiedene Lieferservices in Seoul, meistens für Fried Chicken oder Pizza.

❗️ Tipps fürs Essen gehen
Wenig überraschend sind die günstigeren Restaurants außerhalb des Stadtzentrums. Restaurants von Ajummas (아줌마, Koreanerinnen mittleren Alters) oder Ahjussis (아저씨, Koreaner mittleren Alters) mit traditionellem koreanischen Essen sind zudem auch meist günstiger. Allerdings sprechen sie in den aller meisten Fällen kein Wort englisch und haben auch keine übersetzen Menüs. Dafür haben die Speisekarten oft Fotos vom Essen (manchmal gibt es sogar Schaufenster, in denen beispielhaft Gerichte ausgestellt sind). Zudem ist Essen auf Koreanisch im Restaurant bestellen recht einfach (ungefähr das einzige Wort, das ich mir gemerkt habe, wenn ich Essen gegangen bin). Sag einfach den Namen des Gerichts und dahinter hängst du Juseyo (주세요), das bedeutet so viel wie bitte, zum Beispiel Bibimbab Juseyo (비빔밥주세요).
Ein Restaurant, welches meine Mitbewohnerin und ich lieben, ist das Food Café. Dort kochen sie bekannte Gerichte wie Kimbab, Jajangmyeon (Nudeln mit schwarzer Bohnensoße) oder auch Omelette. Soweit ich weiß, gibt es das Restaurant sowohl in Gangnam als auch Sinchon.
Im Umkehrschluss sind die aller meisten Restaurants, die sogenanntes Western-Food anbieten normalerweise um einiges teurer.
meals in a display window
Das Lernen neuer Schriftzeichen
King Sejong who invented Hangul
König Sejong, der Hangul erfunden hat

Hangul (한글) ist die offizielle Schriftsprache in Korea. Obwohl es auf den ersten Blick relativ kompliziert aussieht, ist es doch gar nicht so schwer zu lernen. In meinem Unibuch steht, dass Koreanisch die zwölft meist genutzte Sprache der Welt ist und damit sogar noch vor Französisch und Italienisch kommt (klingt unglaublich, ich weiß).
Hangul wurde 1443 von König Sejong erfunden, dem vierten Monarchen während der Joseon-Dynastie. Das neue Alphabet sollte den einfachen Leuten helfen, schreiben und lesen zu lernen. Denn vor Hangul wurde Koreanisch mit chinesischen Zeichen geschrieben. Man sagt, ein weiser Mann lerne Hangul im Laufe eines Tages, ein dummer Mann benötige zehn Tage. Ich habe zweimal in der Woche Koreanischunterricht, daher habe ich Hangul in sieben Tagen gelernt ;). Das moderne Hangul besteht aus 24 Buchstaben und 27 Digraphen. Aber auch wer kein Koreanisch spricht, findet meistens vor allem in Seoul schnell jemanden, der Englisch spricht und versucht einem zu helfen. Außerdem sind auch alle Metroanzeigen und Haltestellendurchsagen auf Englisch.

Samulnori Traditionelle koreanische Musik mit Tanz
Samul Nori

Samulnori ist ein Musikgenre der traditionellen koreanischen Musik, verbunden mit Tanz (ließ mehr über das Traditionelle Korea in meinem Blogpost). Meine Mitbewohnerin und ich hatten Glück, solch einen Tanz durch Zufall mitzuerleben, er wurde von koreanischen Studentinnen unserer Uni aufgeführt. Samulnori bedeutet wörtlich übersetzt vier Dinge spielen, was die Nutzung von vier unterschiedlichen Schlaginstrumenten erklärt. Sie haben einen kleinen Gong (Kkwaenggwari), einen größeren Gong (Jing), eine sanduhrförmige Trommel (Janggu) und eine Fass-Trommel (Buk drum). Die Studentinnen trugen hübsche koreanische Kleider, welche Hanbok genannt werden. Zwei der Studentinnen waren etwas anderes gekleidet in pinkfarbenen Jacken und gaben mithilfe der kleinen Gongs den Rhythmus vor. Manche Zuschauer*innen liefen während der Tänze nach vorne und klemmten den Studentinnen Geldscheine unter deren Hüte.
Zudem gab es eine kleine Zeremonie zu Beginn der Tänze. Wir verstanden nicht, was sie erzählten (da es auf koreanisch war), aber ein Mädchen hielt eine Schweinemaske in ihren Händen. Schweine zählen hier als Glücksbringer. Manche der Mädchen stellten sich dann in eine Reihe auf, bekamen zunächst etwas zu trinken gereicht, knieten dann nieder und steckten nach dem erneuten Aufstehen kleine Zettelchen durch die Schweinemaske. Meine Vermutung ist, dass sie darauf ihre Wünsche niedergeschrieben haben.

Lies mehr

Zwei weitere Erfahrungen, die ich in der ersten Woche sammelte, war ein Museumsbesuch während des Kulturtags und ein kostenloser Ausflug in den Süden Koreas. Der Kulturtag ist eine Initiative des Landes, welches freien Eintritt und Vergünstigungen für kulturelle Einrichtungen bietet. Ich besuchte das Seoul Museum of History. Es zeigt die Geschichte und Kultur von Seoul, von der Joseon Dynastie (1392-1910) bis zur heutigen Zeit. Es repräsentiert das Leben der Menschen in Korea, unter anderem auch während der japanischen Kolonialzeit bis in die späten 1990er.
Die kostenlosen Ausflüge werden von der koreanischen Regierung finanziert und ermöglichen Ausländer*innen Korea besser kennenzulernen. Wir besuchten eine kleine Insel, verschiedene Festivals und ein Museum über koreanische Kunst. Du kannst in meinem Blogpost Kultur on a Budget – kostenlose Ausflüge, Museumsbesuche und Rabatte mehr über den Kulturtag lesen und wie du an einem der kostenlosen Ausflüge teilnehmen kannst.

Zuerst geschrieben am Freitag, den 16. September 2016: Du hast den Beitrag Uni, Hangul & Samul Nori – Meine erste Woche in Seoul auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Kultur on a Budget – kostenlose Ausflüge, Museumsbesuche und Rabatte

Fish shaped lanterns on the lantern festival in Seoul

Der Kulturtag in Korea bietet kostenlose Museumsbesuche und Rabatte, die Regierung lädt Ausländer zu gratis Ausflügen ein und nationale Feiertage bieten viele verschiedene Aktivitäten und Feste. Klingt gut? Dann solltest du unbedingt den folgenden Blogbeitrag lesen.

Korea hat durch seine eigenen Traditionen und moderne Popkultur kulturell viele Seiten zu bieten. Und das obwohl es durch einige andere asiatische Länder beeinflusst wurde, nicht zuletzt China, aber auch die USA spielten eine wichtige Rolle. Besonders Seoul bietet eine große Auswahl an Museen, Palästen, Festen und Veranstaltungen, welche du nicht verpassen solltest. Ich war auf zwei kostenlosen Ausflügen für Ausländer und besuchte einige Museen kostenlos. Lass mich dir erzählen wie.

Kulturtag und freier Eintritt ins Museum
Statue in Korean Museum

Seit 2014 ist jeder letzte Mittwoch im Monat Kulturtag. Dieser spezielle Tag bietet Rabatte oder manchmal sogar freien Eintritt und verlängerte Öffnungszeiten für alle möglichen Museen, Galerien und andere kulturelle Einrichtungen. Museen, wie auch die Königspaläste sind am Kulturtag für gewöhnlich kostenlos und Kinos bieten einen Rabatt an. Wie ich finde ein toller Einfall, denn es ermöglicht die Kultur Koreas besser kennenzulernen, selbst wenn man auf sein Geld achten muss. Ich habe den Kulturtag genutzt, um mehrere Museen in Seoul zu besuchen, wie das Seoul Museum of History (Geschichtsmuseum) und das National Museum of Korea (Nationalmuseum Koreas).

Riders on horses on the lantern festival 2016
Kostenlose Veranstaltungen, Feste und Attraktionen
Peacock at the Lantern Festival 2016

Neben dem Kulturtag solltest du auch nach kostenlosen Veranstaltungen, Festen und Attraktionen Ausschau halten. Besonders Südkoreas Hauptstadt Seoul bietet ein vielfältiges Angebot. Eines meiner Lieblingsfeste war das Lantern Festival (Laternenfestival) am Cheonggyecheon, dem kleinen Fluss in Seoul, welches an der City Hall beginnt. Das Festival ist jeden Winter und zudem auch noch kostenlos. Ein anderes großes Fest ist das Seoul International Fireworks Festival am Fluss Han zu Beginn des Oktobers. Jedes Jahr bereiten zwei bis drei Länder gemeinsam mit Korea eine eigene Feuerwerksshow vor. Am Tag gibt es ein festes Rahmenprogramm. 2016 gab es ein K-Pop Konzert (mit B1A4, I.O.I., 24K, und Mamamoo) und am Abend eine After-Showparty mit einem DJ. Das Festival war sehr gut organisiert. Eine Verkehrskontrolle an der Metro sorgte zudem dafür, dass die Bahnen nicht zu überfüllt waren und somit alle sicher Nachhause kommen konnten.

Feiertage nutzen für Rabatte

Du solltest auch die koreanischen Feiertage beachten, denn diese bieten ebenfalls kostenlose Feste, freien Eintritt und Rabatte. Die größten Feiertage sind Seollal (설날) – das koreanische Neujahr am ersten Tag des koreanischen Kalenders und Chueseok (추석) – das koreanische Erntedankfest im Herst. Als ich in Korea war, bekamen wir an Chuseok in sämtlichen Freizeit- und Wasserparks 50% Rabatt als Ausländer*innen (der Nachteil: wegen der Feiertage war es auch recht voll). Ein anderer Feiertag, den ihr im Hinterkopf behalten solltet, ist Buddhas Geburtstag im Spätfrühling. Es ist der perfekte Tag, um einen der buddhistischen Tempel zu besuchen. Der Tag wird mit verschiedenen Festen und hübschen Laternen gefeiert.

Tipps für die Königspaläste

Falls du den Gyeongbokgung oder Deoksugung Palast in Seoul besuchst, solltest du dir unbedingt die zeremoniellen Wechsel der königlichen Garde ansehen. Die Shows sind kostenlos und direkt am Eingang der Paläste (noch bevor du eintrittst). Falls du die Königspaläste in einem Hanbok (traditionelle koreanische Kleidung) besuchst, erhältst du ebenfalls freien Eintritt. Ansonsten kannst du mit dem Integrated Palace Ticket weiter Gelb sparen, falls du mehr als eine Sehenswürdigkeit besuchen möchtest. Für mehr Informationen solltest du auch meinen Blogbeitrag über Traditionelles Korea lesen.

Kostenlose Ausflüge für Ausländer*innen

Als ich Südkorea 2016 besuchte, hatte ich das Glück bei zwei kostenlosen Ausflügen in den Süden des Landes teilnehmen zu können. Die Idee hinter den Reisen ist es, Ausländer*innen durch kostenlose Touren und kulturelle Veranstaltungen das Land näher zubringen und den Tourismus zu steigern. Die Reisen werden vom Staat bezahlt. Auf meinem ersten Ausflug besuchten wir das Great Battle of Myeongnyang Festival (die große Schlacht von Myeongnyang), das Korean Minhwa Museum mit traditionellen koreanischen Malereien und die kleine Insel 가우도 (Ga-u-do). Der zweite Ausflug beinhaltete einen Besuch des Naeso Tempel in Buan, das Gomso Salted Sea Food Festival (Festival für Meeresfrüchte), das International Integrative Medicine Expo (eine Art internationale Medizinmesse) und Woodland in Jangheung. Letzteres ist ein Zypressenwald und bietet alle möglichen Arten von Aktivitäten und Einrichtungen. Anscheinend ist es auch ein bekannter Drehort für TV-Produktionen wie das K-Drama Faith.

Kostenlose Ausflüge und Seidenraupenpuppen
Beondegi (Korean silkworm pupa)

Nur eine kleine Geschichte am Rande: Auf dem Sea Food Festival hat mich meine Mitbewohnerin Jazz dazu überredet (plus zwei weitere US-Amerikanerinnen und zwei Koreaner, die es wohl auch noch nie gegessen hatten), meinen ersten (und auch letzten) Beondegi zu probieren. Das ist eine Seidenraupenpuppe, ein koreanischer Snack. Was soll ich sagen? Ich dachte, es wäre knusprig – nun, falsch gedacht. Ich fürchte, das Schlimmste war die saftige Konsistenz und das Wissen, was wir da tatsächlich gerade gegessen haben. Ich würde es wahrscheinlich nicht weiter empfehlen (kleiner Funfact: Ich bin seit 2019 Vegetarierin).

❗️Ich habe die kostenlosen Ausflüge mit Kim’s Community Travel gemacht. Soweit ich weiß, sind sie mittlerweile eine Kombination aus kostenlosen Touren und sehr günstigen Ausflügen über Nacht. Ein weiterer Funfact: Der Organisator von Kim’s Travels Dongryeong hat auch ein Community House ins Leben gerufen. Es ist eine Wohngemeinschaft mit verschiedenen Personen aus aller Welt. Da das Konzept der WG in Korea normalerweise nicht existiert, gewann das Community House relativ schnell nationale Aufmerksamkeit, da der TV-Sender KBS eine Reality Serie aus der WG machte. Du kannst Kim’s Community House ebenfalls auf Facebook finden.

Zuerst geschrieben am Freitag, den 16. September 2016: Du hast den Beitrag Kultur on a budget – kostenlose Ausflüge, Museumsbesuche und Rabatte auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Jeju –Lebensgefährliche Jobs im Urlaubsparadies

Seogwipo in dawn

Drei Tage im Urlaubsparadies Südkoreas, die Insel der kleinen Großväter, der Hallabong Frucht und Haenyo – den freitauchenden Frauen von Jeju-do.

cliff and sea on Jeju-do

💡 Fakten über Jeju
Jeju (제주, oder eigentlich Jeju-do, da das Kürzel “do” für die Provinz steht) ist eine Insel und der südlichste Punkt Südkoreas. Zudem ist es eine der neun Provinzen des Landes. Die Hauptstadt der Insel trägt den gleichen Namen wie die Insel, sie heißt Jeju-si (“si” steht für Stadt) oder einfach Jeju City. Die Insel entstand auf Vulkangestein des Gebirges Hallasan, welcher mit 1.950 m auch der höchste Berg Südkoreas ist. Dieser ist ein erloschener Vulkan mit einem Kratersee und befindet sich in der Mitte der Insel. Heutzutage ist das Gebirge und seine Umgebung ein Nationalpark. Die Insel verfügt über subtropisches Klima und ist eines der berühmtesten Urlaubsziele der Koreaner. Vor ein paar Jahren war es zudem auch einer der beliebtesten Orte für Flitterwochen. Heutzutage ist aber auch Europa ein populäres Ziel.
Von kleinen Großvätern und neuen früchten
Grandfather souvenirs

Dol hareubang  (돌 하르방) ist der koreanische Name der Steinfiguren, die überall auf Jeju zu finden sind. Um genau zu sein steht das Wort “dol” (돌) für Stein und “hareubang” (하르방) für Großvater, es sind also die steinernen (kleinen) Großväter. Und natürlich werden diese kleinen Skulpturen auch in allen möglichen Varianten als Souvenirs verkauft. Diese Versionen erinnern mich ehrlich gesagt ein bisschen an die kleinen Trolle aus dem Disney Film Frozen. Im Original stellen die Figuren allerdings Götter dar und sollten Schutz und Fruchtbarkeit bringen.

Hallabong fruit

Ich glaube, Hallabong und Tangerinen sind die am meisten verkauften Früchte auf ganz Jeju. Hallabong ist eine Mischung aus Mandarine und Orange. Der weitverbreitetere Name der Frucht ist “Dekopon” und ist eine Hybridfrucht. In Südkorea wurde die Frucht allerdings nach dem Gebirge Hallasan im Zentrum der Insel benannt, wo das Obst am meisten angebaut wird. Neben den Früchten bieten die Märkte auch gepressten Saft, Schokolade und kleine Backwaren mit Hallabong- und Tangerinenfüllung an. Ebenfalls beliebte Füllungen für Schokolade sind Blaubeeren, grüner Tee und Kaktus Frucht.

Dol hareubang

Haenyeo – ein gefährlicher Beruf in den Meeren Koreas
Haenyeo statue

Haenyeo (해녀) meint wörtlich übersetzt “Meeresfrauen”. Dieser alte, traditionelle Beruf wird nur von Frauen ausgeführt. Sie sind Apnoetaucherinnen (Freitaucherinnen), welche Meeresfrüchte vom Meeresboden ernten. Sie tauchen nur mit Neoprenanzügen und Schwimmflossen – bis zu 20 Meter tief. Da sie keine Sauerstoffflaschen nutzen, haben sie spezielle Trainings, um das Anhalten der Luft unter Wasser zu verlängern. Forscher fanden heraus, dass sie ihren Atem länger anhalten können, indem sie ihre Milz als Sauerstoffspeicher nutzen. Der Beruf als Haenyeo ist nicht nur körperlich fordernd, sondern auch lebensbedrohlich durch die tiefen Tauchgänge. Da die Frauen Gefahr laufen beim Auftauchen bewusstlos zu werden, tauchen sie normalerweise immer nur in zweier Paaren. Auf diese Weise können sie notfalls Erste Hilfe leisten.

Neues Prestige und Klimawandel

Im 18. Jahrhundert tauchten sowohl Männer als auch auch Frauen in den Meeren Koreas, um sich hiermit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Später wurde es ein reiner Frauenberuf. Dies liegt vermutlich vor allem daran, dass viele Männer auf See durch den Krieg umkamen, so wie es eine deutliche Erhöhung der Steuern für Männer gab. Der Beruf als Apnoetaucherin wurde sehr beliebt und gewann an Prestige. Haemyeos bekamen mehr Rechte und Freiheiten im Unterschied zu den Frauen am Festland. So konnten sie sich beispielsweise scheiden lassen oder auch wieder heiraten. Oft war es sogar üblich, dass die Männer auf die Kinder aufpassten und so die Frau zum Familienoberhaupt wurde.

Woman sells seafood

Heutzutage ist der Beruf vom Aussterben bedroht. Nur noch wenige junge Frauen lassen sich zur Aponetaucherin ausbilden. Die meisten Haenyeos sind über 60 Jahre alt. Die Beschäftigung ist nicht nur körperlich sehr fordernd, sondern auch der Klimawandel spielt eine wichtige Rolle. Die Meere um Korea werden immer wärmer und zerstören so den natürlichen Lebensraum der Meerestiere. Die Frauen müssen daher jedes Jahr ein Stückchen tiefer tauchen, um genug Meeresfrüchte zu finden und hiermit ihren Lebensunterhalt zu beschreiten. Die UNESCO hat den Beruf der Haenyeo im Dezember 2016 auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes gesetzt.

🚌 Wie du nach Jeju kommst
Die meisten Menschen fliegen nach Jeju. Die Strecke von Jeju nach Seoul ist die häufigste Flugroute der Welt.
Aber natürlich gibt es auch Fähren von Busan, Mokpo, Haenam, Wando, Goheung, und Yeosu. Der Vorteil besteht darin, dass du dein Auto mitbringen und natürlich die Fahrt über das Meer genießen kannst.
In jedem Fall wirst du an der Nordseite der Insel in der gleichnamigen Hauptstadt Jeju-si ankommen. Die unterschiedlichen Orte und Sightseeing-Spots können mit dem Bus erreicht werden. Insgesamt gibt es acht Expressbuss-Linien, welche die Gäste in unter einer Stunde über die Insel bringen. Der “Airport Limousine Bus” hält an allen teureren und häufiger gebuchten Hotels.
Für mehr Informationen zu dem Bussystem, klicke hier.

Hier geht es zu Part II:
Jeju – Das Urlaubsparadies Südkoreas Pt. II

Zuerst geschrieben am Sonntag, den 30. Oktober 2016: Du hast den Beitrag Jeju –Urlaubsparadies und lebensgefährliche Jobs auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Zwischen Mangas und Sex-Shops in Akihabara

Akihabara fasst vermutlich zusammen, was Leute im Kopf haben, wenn sie über die moderne und verrückte Pop-Kultur Japans sprechen. Wenn ich zurückdenke, erinnere ich mich an Puppen, Spielzeug, Cosplay, jeder Menge Automaten, Sex-Shops, Videospiele, Maid Cafés, Elektroartikel, Anime und natürlich Mangas. Dieses Mal nehme ich euch mit mir mit und stelle euch dieses einzigartige Viertel von Tokio vor.

💡 Informationen über Akihabara
Akihabara (秋葉原) ist eine berühmte Gegend rund um die gleichnamige Metro Station in Japans Hauptstadt Tokio. Es ist bekannt für seine riesigen Einkaufszentren voller Elektroartikel, aber auch Videospiele, Mangas und Anime. Daher ist es auch der perfekte Ort für Otaku – das japanische Wort umschreibt Menschen, die ihre Freizeit am liebsten mit Anime und Mangas verbringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Akihabara den Spitznamen Electric Town.

Als ich das erste Mal nach Akihabara kam, war ich vollkommen überwältigt, aber auch fasziniert. Dieses bunte, leuchtende, verrückte und blinkende Viertel im Zentrum Tokios mit Hochhäusern eingewickelt in Werbeanzeigen. Akihabara (und Shibuya mit seinen vollgestopften Straßen – aber das ist ein anderes Thema) entspricht exakt meinen Vorstellungen vom modernen Teil Japans.

Automaten voller Essen, Figuren und Spielzeug

In Akihabara existieren Läden, welche nur mit verschiedenen Arten von Automaten vollgestopft sind. Diese reihen sich in endlosen Schlangen aneinander. Manche beinhalten Essen, manche Getränke – quasi alles was du dir vorstellen kannst. Von Softgetränken über Trinkpäckchen und Kaffee aus der Dose zu Kuchen aus Boxen, Süßigkeiten, allem möglichen Essen aus Dosen (anscheinend sogar heiße Suppe) und japanische Snacks (wir fanden sogar Insekten, quasi zum zwischendurch wegsnacken). Automaten ohne Essen beinhalteten für gewöhnlich Spielsachen und Kuscheltiere, Schlüsselanhänger, Süßes, Sticker, aber auch Figuren zum Sammeln. Wir fanden auch diese bunten Spielautomaten voller Plüschtiere, die man vom Volksfest in Deutschland kennt, welche mithilfe eines Greifarms in nur einem Versuch hinaus geangelt werden müssen. Außerdem haben sie Gashapon (ガシャポン), das sind Automaten, aus denen man eine Kapsel mit einem Überraschungsspielzeug zieht. Letzteres hat mich ehrlich gesagt ziemlich an den Kaugummiautomaten aus meiner Kindheit erinnert.

Ü18-Sammelfiguren

Manche der Läden bestanden einfach nur aus Vitrinen gefüllt mit allen möglichen Figuren und Puppen zum Verkauf. Wobei ich glaube, dass die wenigsten zum Spielen gedacht waren – zumindest ausgehend von den Menschen, die im Laden unterwegs waren. Viele der Figuren waren wohl eher zum Sammeln gedacht und teilweise erstaunlich teuer. In der hinteren Ecke des einen Ladens war sogar extra ein Bereich, welcher erst ab 18 Jahren zugänglich war, der durch Vorhänge verhüllt und auch extra vor Minderjährigen bewacht wurde. Dort waren leicht bekleidete oder nackte weibliche Figuren in sexuellen Posen und teilweise vollkommen utopischen Körperteilen ausgestellt. Die Ladeninhaber waren so schlau mit den Preisschildern die Genitalbereiche zu verdecken. Wobei ich mich ehrlich gesagt schon frage, was für ein Bild diese doch recht sexistischen Figuren widerspiegeln und wie es die Gesellschaft beeinflusst.

Akihabara in der Nacht
Pachinko – die Spielhallen Japans

Ein paar Meter weiter trafen wir auf Spielhallen, die in Japan als Pachinko (パチンコ) bezeichnet werden. Diese sind gefüllt mit Spielkonsolen, die meisten von ihnen im Anime-Style, Arcade-Spiele (das sind diese alten Spielautomaten mit Joystick und drei Knöpfen, die es in Deutschland vor allem in den 1970/80ern gab) und weiteren Spielgeräten, alles ausgerichtet auf Glücksspiele. Die Räume sind angefüllt mit blinkenden Bildschirmen, welche sich aneinanderreihen. Es war so laut, wegen der Musik und den Sounds von den Spielen, dass wir uns gegenseitig anschreien mussten, um uns zu verstehen. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie es andere stundenlang in diesen Spielhallen aushalten. Da Glücksspiel mit Geldpreisen in Japan übrigens verboten sind, wird dies umgangen, indem man Sachpreise gewinnen kann.

Manga Läden und die Ü18-Abteilung mit Ecchi und Hentai

Natürlich besuchten wir auch die Einkaufszentren mit ihren vielen kleinen Läden. Auch hier bemerkten wir wieder eine Vielzahl an Automaten, aber auch eine Menge an Shops für alle möglichen technischen und elektronischen Geräte, Animes, Cosplay Artikel – und natürlich eine Menge Mangas.

Wir besuchten zwei riesige Stockwerke mit Tausenden von Mangas, ordentlich aneinandergereiht. Wir stöberten uns durch die verschiedenen Regale – und sogar ich erkannte ein paar Mangas wieder von Animes, die in Deutschland ausgestrahlt worden waren. Ähnlich wie in dem vorigen Laden mit den Glasvitrinen gab es auch hier eine 18+ Abteilung. Meine Freundin und ich wollten einen Blick hineinwerfen. Wir waren die einzigen Frauen in der Abteilung – kein Wunder, denn die Magazine waren eindeutig auf eine männliche Zielgruppe ausgerichtet. Diese Art von Mangas werden Ecchi oder Hentai genannt. Ecchi ist die Softversion, welche mit sexuellen Anzüglichkeiten spielt, aber auch Hintergrundgeschichten und Charaktere einbezieht. Hentai ist dagegen quasi ein Porno in Comic-Version. Einige der Magazine erlaubten einen kurzen Blick hinein. Ich war überrascht, dass einige der Mangas die Genitalbereiche mit Hilfe von schwarzen Balken verdeckten – also quasi eine Art zensierter Porno. Die meisten Hefte waren allerdings in Plastik eingeschweißt, aber die Cover verrieten bereits genug über den Inhalt.

Kreiere deine eigene Puppe

Zwei weitere Etagen waren mit Puppen in allen Größen gefüllt. Sie waren aus verschiedenen Materialien wie Plastik oder mit Porzellan-Gesichtern, Barbie-artig, im Manga-Stil oder auch gesichtslose Puppen, die man sich selbst zusammenbauen konnte. – Soweit ich sehen konnte, waren alle Modelle weiblich. Die meisten von ihnen mit den typisch großen Puppenaugen, langem Haar, in kurzen Röckchen – unschuldig und süß-aussehend. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, welche Zielgruppe hier eigentlich angesprochen werden soll, doch ähnlich wie bei den Figuren vermute ich, dass die wenigsten für Kinder zum Spielen gedacht sind. Natürlich konnte zu jeder Puppe auch noch weiteres Zubehör wie Accessoires, Kleidung, Haarfarben oder auch Möbel gekauft werden. Da waren sogar ganze Puppensets, um seine eigenen Puppen aus verschiedenen Körperteilen zusammenzubauen, wie der Augen- und Haarfarbe, bis zur Größe der Brüste. Zumindest gab es diesmal auch eine männliche Version.

Sex-Shops und verbotene Stockwerke

Mit dem Besuch eines “Vergnügungspark für Erwachsene” landeten wir in einem Sex-Shop – oder um genauer zu sein eigentlich sogar sowas wie einem “Sex-Kaufhaus“. Die Läden waren riesig. Der, in dem wir waren, hatte fünf Stockwerke, zwei für Frauen, drei für Männer. Folglich war die Auswahl auch sehr groß. Aber ich würde sagen, insgesamt war es schon sehr ähnlich zu den Sex-Shops, die ich aus Deutschland kenne. Allerdings gab es drei Stockerwerke, die nur für Männer waren – und zwei dieser Stockwerke verboten Frauen tatsächlich, sie überhaupt zu betreten. Sogar der Fahrstuhl wurde bewacht, um sicherzugehen, dass sich niemand unerlaubt hineinschleichen konnte. Da ich nur mit Freundinnen in Tokio war, habe ich nicht rausbekommen, was sie auf den zwei Stockwerken verkaufen. Natürlich hatten wir unsere ganz eigenen Vermutungen, vor allem weil wir es alle ziemlich seltsam fanden, dass uns der Zutritt zu dem Teil des Ladens verwehrt wurde.

Maid Cafés
Ein Flyer aus meinem Reisetagebuch

Japan ist bekannt für seine Maid Cafés – und soweit ich gehört habe, wurden sie sogar in Akihabara erfunden. Das Personal in diesen Cafés tragen Cosplay Kostüme und servieren besonderes und süßaussehendes Essen – bspw. geformt wie Tiere. Die bekanntesten sind die Maid Cafés, in denen Kellnerinnen wie elegante französische Dienstmädchen gekleidet sind. Das männliche Äquivalent dazu sind die Butler Cafés, aber ich glaube, diese sind weitaus weniger verbreitet.

Ich habe auf den Straßen von Akihabara eine Menge Mädels gesehen, die in ihren Maid-Kostümen Flyer verteilt und so versucht haben, Touristen in ihre Cafés zu locken. Die Konkurrenz ist jedoch hoch und die meisten der Eingänge versteckt auf den höheren Stockwerken der vielen Hochhäuser.

🚌 Wie du nach Akihabara kommst

Wenn du Akihabara besuchen möchtest, kannst du einfach die Metro Linie Hibiya bis zur Haltestelle H16 nehmen. Eine andere Möglichkeit bietet die JR-Linie. Dort kannst du zwischen der Yamanote-Linie, Keihin-Tohoku-Linie oder Sobu-Linie wählen. Die Haltestelle heißt ebenfalls Akihabara. Wenn du die Station erreichst, folgst du der Beschilderung in die Richtung des “Electric Town Gate”.
❗️ Ein letzter Kommentar
Ich habe den Artikel vor allem geschrieben, weil ich Akihabara als ein sehr lebendiges, aufregendes und für mich auch ungewöhnliches Viertel der Metropole Tokio kennengelernt habe. Auf die sexuelle Darstellung von Frauen wollte ich dabei ursprünglich nicht eingehen – in erster Linie, weil ich mich nur grob mit der Rolle von Sexualität und dem Frauenbild Japans „auskenne“ und zweitens, weil ich auch nur sehr kurz in Tokio war. Das Thema aber komplett zu ignorieren fand ich auch schwierig, da es eben sehr präsent ist. Ich kann nur für mich sprechen, wenn ich sage, dass ich mich durch die Figuren, Puppen und Mangas, auch wenn sie sicherlich kontrovers sind, nicht persönlich angegriffen gefühlt habe, weil ich mich an der Stelle auch vollkommen von der Art der Darstellung distanziert habe. Da ich als Westeuropäerin aber weder über Japan noch seine Menschen oder Kultur urteilen möchte, zumal ich dafür einfach nicht qualifiziert bin und das auch das Schauen von zwei Dokus und das Lesen von drei Fachartikeln nicht groß ändern wird, habe ich mich dazu entschlossen in diesem Artikel nicht weiter auf die Darstellung der Frauen (besonders im sexuellen Kontext) einzugehen. Der Artikel ist komplett subjektiv und spiegelt mein Empfinden im Moment des Besuches wider.
Falls du allerdings Japaner*in sein solltest oder dich in anderer Weiße angesprochen fühlst, nutze gerne die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen oder schreibe mir privat.

Du hast den Beitrag Zwischen Mangas und Sex-Shops in Akihabara auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Jjimjilbang – Eine Nacht in einer koreanischen Sauna

Jjimjilbang

Wie ist es eine Nacht in einem Jjimjilbang zu verbringen? Ich habe es zusammen mit Lea aus Frankreich und Xiao Ying aus China, zwei meiner Kommilitoninnen aus Seoul ausprobiert. Dabei haben wir die Unterschiede zu herkömmlichen Saunen kennengelernt, uns Eier gegen den Kopf geschlagen und uns einen “Schafskopf” gebastelt.

Street of Seoul at night
💡 Was ist ein Jjimjilbang?
Ein Jjimjilbang (찜질방) ist ein koreanisches öffentliches Badehaus mit verschiedenen Saunen, Whirlpools, Duschen und einem Ruhebereich, welches normalerweise rund um die Uhr geöffnet ist. Gewöhnlich hat der Ort einen größeren Gemeinschaftsbereich ausgestattet mit Lounges und Fernsehern, Fitnessräumen, Restaurants, Schlafräumen und natürlich verschieden temperierten Saunen. In diesen Bereichen ist das Tragen von Kleidung vorgeschrieben, wobei man diese eigens für den Aufenthalt am Eingang ausgehändigt bekommt. Es gibt auch Bereiche, speziell unterteilt in Männer und Frauen mit Whirlpools, Dampfbädern, Duschen und manchmal auch Massagetischen. Hier wird sich nackt aufgehalten.

Kaum war unser Auslandssemester vorüber, schon hatte es unsere Uni relativ eilig uns wieder loszuwerden. Unsere Absolventenfeier hatten wir bereits zehn Tage zuvor gehabt – mit Zeremonie und Urkundenübergabe, wobei wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal unsere Abschlussprüfungen geschrieben hatten. Der letzte Tag Uni bedeutete gleichzeitig auch, dass wir aus unseren Studentenwohnheimen ausziehen mussten – wobei manche zwischen dem Auszug noch ihre letzten Prüfungen schreiben mussten, so wie meine Mitbewohnerin Jazz. Die Eile der Uni hing allerdings auch damit zusammen, dass direkt im Anschluss die neuen Studierenden einziehen sollten, die die Studentenwohnheime während der Semesterferien gemietet hatten.


Ich hatte für den nächsten Tag einen Bus nach Busan gebucht, der zweitgrößten Stadt Südkoreas mit rund 3,4 Millionen Einwohnern. Daher blieb mir aber auch noch eine (vorerst) letzte Nacht in Seoul – und wo hätte ich diese besser verbringen können als in einem Jjimjilbang.

Lea, Xiao Ying und ich trafen uns am frühen Abend, um in Sinchon – einem Studentenviertel in Seoul – zusammen zu essen und anschließend den Rest des Tages in einem koreanischen Badehaus in der Nachbarschaft zu verbringen. Das Jjimjilbang war vergleichsweise klein. Am Eingang bekamen wir zunächst Kleidung für unseren Aufenthalt – ein T-Shirt und eine kurze Jogginghose sowie zwei kleine Handtücher. Mein Outfit war in Schweinchenrosa. Nachdem wir unsere Sachen in Schließfächern am Eingang eingeschlossen hatten, waren wir bereit für eine erste Entdeckungstour.

Jjimjilbangs als Ersatz fürs Taxi
In einer der Saunen

Jjimjilbangs sind eine der günstigsten Übernachtungsmöglichkeiten in Südkorea. Je nach Größe kostet es normalerweise zwischen 10.000 und 12.000 Won (7,50-9 EUR) pro Besuch, wobei es noch mal etwas günstiger wird, wenn man nicht über Nacht bleibt. Tagsüber sind Jjimjilbangs ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und nachts dienen sie als günstige Unterkünfte nach der Arbeit oder für Partygänger (wenn man entweder zu betrunken ist, um seinen Haustürschlüssel zu finden oder die einzige Alternative – das Taxi – einfach zu teuer ist – Südkorea hat keinen öffentlichen Nachtverkehr).

Eine Sauna zum Quatschen, Lesen und Relaxen

Die Saunen unseres Jjimjilbangs waren in bunt-verzierten Iglus aus Stein untergebracht mit kleinen Guckfenstern zum Gemeinschaftsraum. Auf dem Boden der Saunen lagen Kieselsteine bedeckt mit einer hauchdünnen Matte, damit man sich nicht die Fußsohlen verbrennt. Die Iglus verfügen über eine dumpfe Beleuchtung. Die Atmosphäre ist ruhig und entspannend. Zumindest die Hauptsauna, in der wir saßen, war nicht zu heiß, sodass man es auch einige Zeit bequem darin aushalten konnte. Ein Jjimjilbang ist tatsächlich für längere Aufenthalte gedacht und unterscheidet sich von einer herkömmlichen Sauna durch seine Temperatur, diese liegt normalerweise zwischen 40 bis 70 Grad Celsius. Vom Gefühl her hat es mich an einen sehr heißen Sommertag erinnert. Diese Tage, an denen man bereits vom Herumsitzen schwitzt. Neben uns lag sogar ein Koreaner und hat gemütlich gelesen. Jjimjilbangs werden auch genutzt, um ein bisschen mit seinen Freunden zu quatschen oder einfach zum Entspannen. Um einiges heißer sind die Trockensaunen und Dampfbäder, die Art von Saunen, die ich auch aus Europa kenne. Diese haben für gewöhnlich Temperaturen zwischen 50 bis 100 Grad Celsius.

Ein Ofen als Sauna

Ich war ein paar Wochen später noch in einem deutlich größeren Jjimjilbang in Hongdae, einem anderen Studentenviertel in Seoul, welches direkt neben Sinchon liegt. Hier gab es eine größere Auswahl an Saunen. Darunter auch eine Art Ofen (한증막), diese sind um einiges heißer mit Temperaturen bis zu 135 Grad Celsius. In meinem Jjimjilbang war ein kleines rundes Steinhaus, das auch äußerlich an einen Ofen erinnerte, mit einem engen Durchgang, um die Hitze drinnen zu halten. Innen war es relativ dunkel, am anderen Ende war eine eingemauerte Feuerstelle, in der Kohle verbrannt wurde. Es war absolut still. Reden kostet bei der Hitze zu viel Energie. Jeder Besucher musste eine Sanduhr mit hineinnehmen, da man nur einige Minuten in der Sauna verbringen darf, um den Körper nicht zu überlasten. Ich setzte mich relativ weit an den Ausgang, da die Hitze nach hinten hin weiter zunahm.
Anders als bei den finnischen Saunen, die in Europa am weitesten verbreitet sind, verfügen die Saunen in Korea (für gewöhnlich) über keine Bänke, sondern alle Besucher sitzen direkt auf dem Boden – der meistens aus Stein besteht, versehen mit Matten oder Brettern. Zudem sauniert man in Korea mit Kleidung (außer in den speziell geschlechtergetrennten Bereichen).

Der Schafskopf – der Modetrend der Sauna

Lea, Xiao Ying und ich kamen in der Sauna relativ schnell mit drei Koreanerinnen in unserem Alter ins Gespräch – hier ist Saunieren definitiv auch was für junge Menschen als Abendbeschäftigung – statt Karaoke oder Kino. Wir hatten bemerkt, dass die Drei ihre Handtücher zu besonderen Hüten zusammen gefaltet trugen. Sie hatten sie an beiden Enden eingerollt. Ich habe gelesen, dass der Trend 2005 ausgelöst durch ein K-Drama (My Lovely Sam-Soon) nationale Bekanntheit erlangte und seitdem zu einer Art süßem Modetrend in der Sauna wurde. Wegen seines Aussehens wird er Schafskopf (Sheep head) genannt und hat dabei sogar noch einen praktischen Zweck. Das Handtuch um den Kopf soll zum einen dafür sorgen, dass man mehr schwitzt und zum anderen die Haare vor der Hitze schützen. Die drei Koreanerinnen brachten uns bereitwillig die richtige Falttechnik bei.

💡 Angezogen vs. nackt
Wie schon erwähnt Saunieren Koreaner in Kleidung. Die koreanische Etikette schreibt vor, dass man vor dem jeweils anderen Geschlecht angezogen bleibt. Weitaus lockerer geht es dabei in den geschlechtergetrennten Bereichen vor. Hier ist es wiederum üblich sich nackt zu zeigen. Das gilt sowohl für Saunen als auch für beispielsweise Umkleidekabinen öffentlicher Schwimmbäder (ließ dazu mehr über meinen Besuch in einem Wasserpark in Seoul in meinem Blogbeitrag über das tägliche Leben in Südkorea Pt.I).
Warum meine Freundin sich ihre Soja-Eier gegen den Kopf haute …

Jedes Jjimjilbang hat auch mindestens einen Kiosk, wenn nicht sogar ein Restaurant. Die beliebtesten Snacks sind in Sojasoße gedämpfte Eier und Sikhye, ein koreanisches Reisgetränk, welches in Bechern mit Strohhalm serviert wird. Ich habe gelesen, dass manche Eier sogar direkt in den ofenartigen und damit heißesten Saunen gegart werden. Meine Essens-Entscheidung fiel eher unüblich aus, da ich mich für Eis und ein koreanisches Bier entschied. Aber meine Freundin bestellte sich die berühmten Eier. Sie wollte versuchen sie mit einem Schlag gegen den Kopf zu öffnen (aber ich fürchte, sie würde diese Art Eier zu schälen nicht weiterempfehlen). Die Idee hatte sie tatsächlich aus einem K-Drama, das zu der Zeit im Fernsehen lief (The Legend of the Blue Sea). In diesem verbringt die weibliche Hauptcharaktere Shim Cheong (Jun Ji-hyun) eine Nacht in einem Jjimjilbang und öffnet dort die Eier auf besagte weise. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass mir das weniger eine übliche Weise des Eierschälens zu sein scheint, da die Hauptcharaktre in der Serie noch alle möglichen anderen ungewöhnlichen Umgangsweisen mit sich bringt. Zu ihrer Verteidigung: Sie ist eine Meerjungfrau.

Dampfbad und Whirlpool

Nach und nach probierten wir noch ein Dampfbad sowie einen Whirlpool im Frauenbereich aus, außerdem ließ ich mich in einem Massagesessel durchkneten. Letzteres war eigentlich ganz wohltuend, allerdings massierte einem der Sessel auch die Waden und Füße mit durch und das war wiederum doch eher unangenehm. Deshalb schummelte ich etwas und setze mich im Schneidersitz auf den Stuhl, um der Massage an meinen Beinen zu entgehen. Nach den vielen Saunagängen waren wir schließlich müde genug, um schlafen zu gehen. Es gab ein Gemeinschafts-Iglu für Männer und Frauen zum Schlafen. Da meine Kommilitonin aber nicht mit fremden Männern in einem Raum schlafen wollte, entschieden wir uns für einen Schlafraum speziell für Frauen. Diese sind mit dünnen Matten und harten Kissen ausgestattet. Der nächste Morgen wartete mit einer Dusche und dem Check-out.

Du hast den Beitrag Eine Nacht in einer koreanischen Sauna auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Couchsurfing in Cambodia

Couchsurfing in Kambodscha – Hühnerfüße, ein schreiendes Nachbarskind, gerollte Eiscreme und neue Kulturen.

Was ist Couchsurfing?
Couchsurfing ist eine der bekanntesten, kommerziellen Platformen, um eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit weltweit zu finden. Nutzer bieten ihr Sofa und ihr Zuhause zur freien Übernachtung an. Viele Mitglieder nutzen Couchsurfing nicht nur, um ene kostenlose Unterkunft zu finden, sondern auch um Leute aus der ganzen Welt zu treffen, um neue Freunde zu finden oder Reisebegeleiter, um Sprachen auszutauschen oder um mehr über andere Kulturen zu lernen. Couchsurfing wurde 2004 gegründet.

Nachdem ich meine Pläne – nach Siem Reap zu kommen – auf Couchsurfing geteilt hatte, bekam ich prompt eine Einladung von Ratha, um für zwei Nächte bei ihm und seinen Freunden zu bleiben. Ich nahm die Einladung dankend an, zumal ich ziemlich neugierig war mehr über Kambodscha und dessen Kultur zu erfahren – und welche bessere Möglichkeit gibt es, als bei Kambodschanern zu leben. Ratha arbeitet in seiner Heimatstadt als Tour-Guide, sein Freund Veann, welcher mit ihm zusammen wohnt, hat sein eigenes Tuk Tuk. Er war auch derjenige, der mir anbot mich morgens von meinem Hostel abzuholen, in dem ich die ersten Nächte verbracht hatte.

Ratha lebt mit zwei seiner besten Freunde zusammen, sowie dessen Frau und kleinem Bruder. Sie teilen sich eine kleine Wohnung mit drei Schlafzimmern, einem Bad, einer kleinen Küche und dem Eingang, welcher als Art Gemeinschaftsraum dient. Außerdem haben sie noch eine kleinere Wohnung nebenan. Ich war nicht Rathas einziger Gast von Couchsurfing. Er ließ noch ein Pärchen aus Russland, Akhil aus Indien, eine ältere Dame von den Philippinen und ein Mann aus den USA in der Wohnung übernachten. Aber ich bekam trotzdem ein eigenes Zimmer für mich. Um genau zu sein bestand Veann darauf mir seinen Raum zu geben, da ich seiner Meinung nach als Frau meine eigenen Räumlichkeiten bräuchte. Das Zimmer war relativ klein und einfach eingerichtet, viel mehr außer ein Bett stand nicht darin. Das war aber nicht das einzige Mal, dass ich die warmherzige Gastfreundschaft der Kambodschaner kennenlernte.

Kambodschanisches Abendessen

Akhil und ich verbrachten die Nacht mit der Familie und teilten uns das Abendessen miteinander. Wir saßen in einem Kreis auf dem Boden, in der Mitte die Teller und Töpfe mit frisch gekochtem Essen wie Suppe mit Fischbällchen, Gemüse, Fleisch, Curry und kambodschanische Pfannkuchen.

Gerollte Eiscreme

Nach dem Abendessen führte Ratha uns noch ein bisschen durch Siem Reap. Es ist schon praktisch, wenn dein Gastgeber ein Tourguide ist. Wir besuchten die unterschiedlichen Stände des Nachtmarkts im Stadtzentrum. Dort bekamen wir auch ein kleines Dessert – Ice Cream Rolls (Eiscreme Röllchen) or Stir-fried Ice Cream (gebratenes Eis). Das Besondere an diesem Eis ist, dass es frisch zubereitet wird. Der Eisverkäufer verteilt eine Masse, meist bestehend aus Milch, Sahne und Zucker, auf einer Stahlplatte, fügt verschiedene Geschmacksrichtungen (Toppings) hinzu und verteilt das Ganze mit zwei Spachteln auf der Platte. Die Eiscreme wird gleichmäßig auf der Stahlplatte verteilt, in Stücke geschnitten und zusammen gerollt. Ich wählte Erdbeeren und Nutella für meine Rollen – sehr lecker.

Ein Video über die Herstellung des Rolled Ice auf dem Nachtmarkt von Siem Reap.

Wenn der Nachbarjunge schreit …

… oder es Zeit zum Baden ist. Ich hatte bereits eine kalte Dusche am Morgen hinter mir, da die Wohnungen – ähnlich wie viele andere, günstigere Hostels – kein warmes Wasser haben. Selbst an den kältesten Tagen sind es durchschnittlich noch rund 22 Grad in Siem Reap. Trotz allem war es eine gewisse Überwindung für mich unter die kalte Dusche zu springen. Als ich später im Wohnzimmer saß, hörte ich plötzlich ein lautes Schreien vom Nachbarsjungen. Zunächst war ich etwas irritiert, aber ein paar Minuten später sah ich ihn dann in ein Handtuch gewickelt auf dem Arm seiner Mutter. Da wurde mir klar, dass auch er wohl gerade erst ein kaltes Bad hinter sich hatte.

Abenteuer in Phonm Penh

Ich nutze Couchsurfing auch immer wieder gerne, um Menschen aus anderen Städten zu treffen. Das können andere Reisende sein oder auch Locals. Diesmal traf ich mich mit Theara in Siem Reap und mit Phearum in Phonm Penh – beide Kambodschaner – um etwas die jeweiligen Orte kennenzulernen. Es hat auf jeden Fall Vorteile mit Leuten unterwegs zu sein, welche die Stadt und die Sehenswürdigkeiten kennen. In Phnom Penh holte mich Phearum extra mit seinem Motorroller ab, um gemeinsam mit mir zu Abend zu essen. Er brachte mich zu einem lokalen Restaurant, quasi open-air und gleich neben einer kleinen Straße. Soweit ich sehen konnte, waren hier keine anderen Touristen. Ich machte den Fehler ihm die Wahl des Essens zu überlassen – meine einzige Bedingung war, dass er kein Seafood bestellen sollte. Phearum bestellte eine Portion Hühnerfüße (diese habe ich bereits in Macao probiert und war vielleicht nicht gerade der größte Fan) – gummiartiges Fleisch und eine Menge Knochen zum Ausspucken. Außerdem gab es Schnecken – mein erstes Mal und ich fürchte auch das wird nicht auf meiner Lieblingsessensliste landen. Und zu guter Letzt noch eine Art Pfannkuchen, welchen ich bereits in einer ähnlichen Form im Vietnam probiert hatte. Diese sind mit Huhn, Sojasprossen und mini Shrimps gefüllt – also nicht ganz ohne Seafood. Aber die Pfannkuchen sind ehrlich gesagt richtig lecker und ziemlich bekannt in Kambodscha.

Danke
An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und ein großes Dankeschön an all die lieben Leute aussprechen, welche ich in Kambodscha kennengelernt habe. Ein besonderer Dank gilt Ratha, Veann und ihrer Familie – Danke, dass ihr mich aufgenommen habt, mit mir Siem Reap besucht und euer Essen mit mir geteilt habt <3.

Verbranntes Geld im Vietnam

Ich habe gelernt, warum Menschen ihr Geld verbrennen, ein Lotterie-Ticket gekauft und eine Motorradtour gemacht, welche im wahrsten Sinne des Wortes in der Hölle endete. Außerdem habe ich das russische Ferienparadies Nha Trang besucht und mehr über Egg Spas gelernt.

Da Lat ist die Hauptstadt der Lam Dong Province und trägt den Spitznamen “Stadt der Tausend Blumen”. Mit dem Bus braucht man etwa sieben Stunden von Saigon, obwohl es eigentlich nur etwa 300 km sind. Ich nahm einen Schlafbus über Nacht. Diese Busse sind sogar recht bequem (zumindest für meine Größe) mit gepolsterten Ledersitzen auf zwei Stockwerken, welche bis zu 80 Grad nachhinten verstellt werden können. Ich war ehrlich gesagt froh, dass ich einen der Sitze unten erwischte, obwohl es natürlich an jedem Sitz Anschnallgurte gibt. Die Füße werden unter den Vordersitz geschoben, was erlaubt sich ganz auszustrecken, allerdings erschwert es das Umdrehen. Aber zurück zur Fahrt: Am nächsten Tag kamen wir um 4.45 Uhr in Da Lat an. Der Fahrer weckte uns durch Hupen und Rufen. Oh man, ich hätte mir in dem Moment wirklich nichts sehnlicher gewünscht, als mich einfach nochmal umzudrehen und weiter zu schlafen – aber keine Chance.

DSCN0308Zu Beginn war ich ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht von Da Lat. All die schönen und berühmten Sehenswürdigkeiten, von denen ich gehört hatte, waren nicht in der Stadt sondern im Hinterland und der öffentliche Nahverkehr ist nicht gut genug ausgebaut. Viele Leute mieten sich daher einen Roller und fahren damit herum. Aber um ehrlich zu sein bin ich noch nie Roller gefahren und auch seit einigen Jahren kein Auto mehr. Vielleicht nicht der beste Moment um wieder damit anzufangen, der vietnamesische Straßenverkehr ist schon ein bisschen verrückt ;).
Lustigerweise buchte ich am Ende mehr oder weniger zufälligerweise eine Motorradtour. Ein Mann fragte mich, ob ich Interesse an einer Rundfahrt hätte. Allerdings wollte er 30$ für Orte, zu denen ich eigentlich gar nicht wollte, also begann er mit mir zu handeln. Ich weiß schon, dass manche Menschen hier sehr beharrlich sein können, wenn sie einem etwas verkaufen wollen, aber er bot mir am Ende tatsächlich ein ziemlich gutes Angebot, die Orte die ich sehen wollte für weniger Geld.

Nur ein letztes Problem blieb, denn laut ihm gehörte er zu einer recht bekannten Motorrad-Tour-Company hier im Vietnam, aber seine Papiere sahen alles andere als professionell aus. Daher war ich mir letztendlich auch ziemlich unsicher, ob ich mich wirklich auf die Tour einlassen solle. Aber glücklicherweise fuhr der Rezeptionist meines Hostels, Tabe,  ebenfalls ein paar der Touren für eben diese Firma und erkannte meinen Tourguide wieder. Glück gehabt – so stand meiner Motorradtour nichts mehr im Weg.

 
 
 
Linh Phuoc Pagoda
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Crazy House
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Was bedeuten Himmel und Hölle im Buddhismus?

DSCN0154Mein Fahrer holte mich am nächsten Morgen direkt vor meinem Hostel ab. Leider weiß ich seinen Namen nicht mehr, denn als ich ihn nochal danach fragte antwortete er nur mit “Yes”. Ich glaube sein Englisch ist in etwa so gut wie mein Vietnamesisch. Unsere Tour startete an einem Tabak-Shop an der Straße, wo er sich Zigaretten kaufte. Er fragte mich ein paar Mal, ob ich nicht auch eine Zigarette haben wolle und am Ende rauchten wir schließlich zusammen – ich wollte ja auch nicht unhöflich sein.

DSCN0186Da Lat hat einige sehr schöne Orte, die es sich zu besuchen lohnt, neben den verschiedenen Wasserfällen, auch die Architektur und Tempel. Mein persönliches Highlight war der Linh Phuoc Pagoda. Die Gebäude sind mit Hilfe von kleinen Mosaiken aus Porzellan- und Glassplittern zusammengesetzt, welche das Design so außergewöhnlich und besonders machen. Der Tempel ist von 1949, die Bauarbeiten dauerten allerdings drei Jahre an. Er ist mit verschiedenen Drachen verziert, welche an den Säulen empor kriechen, von den Dächern herunter blicken oder die Ecken des Tempels verzieren. Der längste Drache ist 49m lang und wurde aus über 12.000 Flaschen gefertigt.

DSCN0245Ich nahm mir viel Zeit all den kleinen Wegen und Wendeltreppen zu folgen, die versteckten Ecken zu entdecken, um’s Dach zu laufen, dabei auf die kleinen Details und Ornamente zu achten, die Haupthalle mit dem goldenden Buddha zu besuchen und dabei die Mönche aus Wachs zu betrachten. Neben der Pagoda ist ein Raum mit verschiedenen Möbeln aus Holz, ein Souvenir-Shop und sowohl Himmel, als auch Hölle. In dem Raum sind noch mehr Wachsfiguren von Mönchen, welche auf einem grünen Teppich umgeben von Pflanzen und Bäumen sitzen. In der Mitte stehen drei Staturen von Buddha. Alles ist in grünes Licht getaucht und aus den Boxen in den Ecken tönen Waldgeräusche und das Rauschen des Baches. Doch gleich daneben befand sich eine Treppe als Eingang zur Hölle, bewacht durch einen Ochsen und ein Pferd mit klimmenden, roten Augen. Ein DSCN0255junger Mann und ich (seine Freundin traute sich nicht runter und wartete daher oben) stiegen die Treppen hinunter und folgten dem kleinen Labyrinth, welches uns eine Vorstellung von der buddhistischen Hölle gab. Dort waren verschiedene, gruselige Szenarien hinter Gitterstäben, welche Skelette oder menschliche Figuren zeigten, wie sie von Dämonen gefoltert werden. Die versteckten Lautsprecher in den Ecken spielten eine Mischung aus menschlichen Schreien und dämonischem Lachen. Obwohl es für mich eher surreal war und mich mehr an eine Geisterbahn in einem Freizeitpark erinnert hat (und ich mag wirklich keine Geisterbahnen), der Gedanke, dass diese Szenarien für Gläubige die Realität darstellen könnte, machte es irgendwie schlimmer.

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Verbrenn dein Geld

An meinem letzten Tag in Da Lat habe ich einen 100 US Dollar Schein auf der Straße gefunden. Natürlich war mein erster Gedanke, dass es wohl gefälschtes Geld ist, aber ich musste ihn trotzdem einstecken, quasi nur um sicher zu gehen. Ich zeigte den Schein dem Rezeptionisten meines Hostels. Tabe ist etwa in meinem Alter. Er lachte und meinte “Niemand kann so viel Glück haben, dass er einfach einen 100 US Dollar Schein auf der Straße findet.” (Zwei Wochen später in Kambodscha hatte ich zum ersten Mal einen echten 100 US Dollar Schein in den Händen und muss im Nachhinein zugeben, der Fake war doch schon recht offensichtlich.) Schließlich erklärte er mir, was es mit dem gefälschten Geld auf sich hat. In Vietnam, aber auch anderen ostasiatischen Ländern, verkaufen bzw. kaufen Menschen gefälschtes Geld (Joss Money), um es zu verbrennen, sobald jemand stirbt. Es ist ein Weg Geld an die verstorbenen Verwandten zu senden, welches sie für ihr Leben nach dem Tod benötigen, aber auch um ihnen Respekt zu zollen. – Und natürlich würde keiner echtes Geld verbrennen.

Eine andere Sache, die mich besonders neugierig machte, waren die kleinen bunten Papierchen, die von älteren Frauen in den Straßen verkauft wurden. Doch als ich Tabe danach fragte wusste er nicht, wovon ich spreche. Also gab es keinen anderen Weg, als eines der kleinen Zettelchen zu kaufen. Als ich es Tabe zeigte erklärte er mir, dass ich ein vietnamesisches Lotterie-Ticket gekauft habe. Der Jackpot liegt bei zwei Milliarden VND (ca. 75.600 Euro) und Tabe meinte, ich könnte von dem Geld zwei Häuser und ein Auto kaufen – aber naja, natürlich gewann mein Ticket nicht ;).

Egg Spa und Religion – Nha Trang

Mein Stop in Nha Trang war nicht wirklich geplant. Ich wollte eigentlich mit dem Bus von Da Lat nach Hoi An fahren, aber der Bus fuhr nicht direkt durch, daher beschloss ich eine Nacht in Nha Trang zu bleiben. Die Stadt ist voller Touristen, vor allem aus Russland. Nha Trang liegt direkt am Meer und bietet rießige Strände. Meiner Meinung nach bietet die Stadt weniger kulturelle Spots, sondern mehr Orte zum Entspannen, Wasserparks und Spas für Touristen. Ein bisschen außergewöhnlicher wirkt dabei das Egg Spa. Aber auch wenn sich Dank seines Namens etwas anderes vermuten lässt, bedeutet es nicht zwangsweise, dass man tatsächlich in Eiern schwimmt. Die Becken dort sind mit allen möglichen Schlammbädern und Minderalen gefüllt, Peelings, Bottichen voll mit Kräutern und ätherischen Ölen sowie Whirpools.

 
Po Nagar Cham Towers
 
 
 
 
 
 

DSCN0490Ich kam am Abend an und genoß eine entspannte Nacht mit Backpackern aus der ganzen Welt bei Freibier auf der Dachterrasse. Am nächsten Tag startete ich meine Sightseeing Tour mit Dave aus Kanada. Mein Tag in Nha Trang war sehr heiß, aber trotz allem stark bewölkt und grau – also nicht gerade der perfekte Strandtag. Ein Sparziergang am Meer entlang gehörte trotzdem zu unserem Plan. Wir hatten eine kleine Liste an Orten, die wir sehen wollten, in erster Linie religiöse Gebäude. Der berühmteste Punkt auf unserer Liste waren wohl die Po Nagar Cham Türme, eine hinduistische Gedenkstätte aus dem 8. Jahrhundert, gebaut aus Sandstein. Das Ende des Tages ließ ich in einer kleinen Fotogallerie mit beeindruckenden schwarz-weiß Porträtfotos ausklingen. Und Dank meiner Übersetzungsapp schaffte ich es auch meinen Rucksack am Straßenrand von einer Näherin reparien zu lassen. Am Abend ging es mit dem Bus weiter – auf nach Hoi An.

Ein paar Minuten in Nordkorea – JSA & DMZ

Die Grenze in Korea ist eine der best bewachtesten auf der ganzen Welt. Zwischen Friedens- und Freiheitsdorf, blauen Häusern, Soldaten, Konflikten und geheimen Tunneln liegt eine Touristenattraktion zwischen Nord- und Südkorea.

Korea war über 35 Jahre die Kolonie Japans bevor es nach dem zweiten Weltkrieg in 1945 unabhängig wurde. Aber nur ein paar Jahre später, in 1948, teilten die Sowjetunion und die USA das Land in Süd- (Republik Korea) und Nordkorea (Demokratische Volksrepublik Korea). Zwei Jahre später griff Nordkorea den Süden während des Koreakriegs (1950-1953) an, welcher die Teilung noch weiter vertiefte. Später arbeiteten die Länder an einer friedvollen Wiedervereinigung, welche jedoch bis heute nicht erreicht wurde.

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JSA und DMZ

Da ich ingesamt über vier Monate in Südkorea war, stand der Besuch der Grenze des einzigen Nachbarlands natürlich auf meiner To Do List.
Die Abkürzung DMZ steht für Demilitarisierte Zone, ist vier Kilometer lang und de facto die Grenzlinie zwischen Nord- und Südkorea. Beide Länder unterschrieben 1953 ein Waffenstillstandsabkommen, welches den Soldaten das gegensätzliche betreten des anderen Landes und Angriffe verbietet.

“Keine Angst, der Mann im Hintergrund ist hier, um Sie zu beschützen!”

DSCN7507JSA ist die Abkürzung für Joint Security Area und direkt an der Grenzlinie. Als erstes bekamen wir eine Einführung in die JSA durch einen amerikanischen Soldaten, welcher an der Grenze von Südkorea stationiert ist. Diese Einführung bestand allerdings vorwiegend aus Verboten. Ich bekam bereits vor dem Start der Tour eine ganze Liste mit Kleidungsstücken, welche nicht an der Grenze des JSA getragen werden dürfen. Verboten sind unter anderem Shorts, Jeans mit Löchern, T-Shirts, Flip Flops oder auch Sportkleidung. Südkorea achtet wirklich sehr darauf, dass die nordkoreanische Soldaten keinen Grund finden, um sich provoziert zu fühlen.

Zunächst durchquerten wir in Zweierreihen das Freiheitshaus auf der Südseite. Unser Tourguide führte uns zu einem der blauen Häuser. Diese sind Konferenzräume, welche von den beiden Ländern genutzt werden um miteinander in Verhandlung zu treten. In der Mitte des Raums steht ein langer Tisch, welcher die exakte Grenzlinie makiert. Der Raum hat zwei Türen, eine auf der südkoreanischen, eine auf der nordkoreanischen Seite. Ein südkoreanischer Soldat bewachte die Tür im Norden, um Soldaten aus Nordkorea am Eintreten zuhindern. Wir Touristen durften daher auch die andere Seite des Konferenzraums betreten. Also ja, ich war für bestimmt gute fünf Minuten in Nordkorea. Der amerikanische Soldat – welcher auch unser Tourguide war – meinte, dass die Menschen, die auf seiner Seite des Tisches stehen noch in Südkorea seien – und damit sicher. Aber wir anderen sollten uns keine Sorgen machen, der Soldat an der TürDSCN7505 wäre dafür da um uns zubeschützen. Um ehrlich zu sein hatte mich erst diese Aussage dazu gebracht, überhaupt etwas nervös zuwerden. Aber es unterstrich wirklich auch nochmal die Ernsthaftigkeit der Situation. Trotz allem fühlt es sich irgendwie surreal an. Der arme koreanische Soldat, welcher vor der nordkoreanischen Tür stand, war dann auch für die etwa nächsten 20 Touristenfotos unser Lieblingshintergrundmotiv. Aber er sah auch einfach zu cool aus, mit seiner Sonnenbrille (alle südkoreanischen Soldaten tragen diese Sonnenbrillen – und ja, auch wenn die Sonne nicht scheint).

Souvenirs aus Nordkorea
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Ein nordkoreanischer Soldat

Uns wurde nur erlaubt Fotos von der nordkoreanischen Seite mit dem Panmun-gak (dem Gebäude in Nordkorea) zu machen, aber nicht von dem Freiheitshaus hinter uns auf der südkoreanischen Seite. Das ist irgendwie etwas ironisch, da ich gehört habe, dass man das JSA auch in Nordkorea besuchen kann. Dort ist es anscheinend nur erlaubt Fotos von der südkoreanischen Seite zu machen. Entlang der blauen Häuser standen sich die Soldaten von Norden und Süden gegenüber. Allerdings verstecken sich die Nordkoreaner wohl meistens eher im Gebäude. Aber wir hatten Glück und konnten einen Nordkoreaner vor dem anderen Gebäude sehen. Ich habe meinen Zoom genutzt um einen Blick auf die dortigen Soldaten zu werfen. Es war schon irgendwie etwas verrückt da zu stehen und sie zu beobachten. Aber der amerikanische Soldat versicherte uns, dass sie uns ebenfalls von der anderen Seite aus überwachen und vermutlich auch einige Fotos von uns machen würden. – Ein seltsamer Gedanke.
Nach dem Besuch der Grenzlinie besichtigten wir noch ein kleines Museum und den dazugehörigen Souvenirshop. Dort können verschiedene Andenken an Nordkorea gekauft werden, unter anderem auch Geld und Alkohol. Ich kaufte einen alten 100 KRW Schein mit dem aufgedruckten Gesicht von Kim Il-sung, dem Vater 29133736_10156172574074709_4692789260267290624_odes derzeitigen Oberhaupt Nordkoreas Kim Jong-un. Das fand ich wiederum wirklich interessant, da ich gehört habe, dass wenn man Nordkorea besucht man gar nicht selbst das nordkoreanische Geld bekommt, sondern alles in US-Dollar an seinen Guide bezahlt und dieser dann in der Landeswährung für einen bezahlt.

Von der südkoreanischen Seite aus - die blauen Häuser des JSA
Ein nordkoreanischer Soldat vor dem Panmun-gak
 
Im Inneren der Konferenzräume in einem der blauen Häuser
Im Museum des JSA Besuchercenters
 
Panmunjeon und die Brücke ohne Wiederkehr

Das frühere Panmunjeon war ein Dorf in Korea. Heute ist dort der intermilitäre Komplex der JSA. Vor beinahe 65 Jahren unterschrieben Nordkorea, China und die UNO die Waffenstillstandsvereinbarung um den Koreakrieg 1953 zu beenden. Das Gebäude in dem die Vereinbarung unterschrieben wurde steht immer noch, heute findet man es in einer Provinz in Nordkorea. Die Grenzlinie und JSA behielt den Namen bei und nennen sich daher immer noch Panmunjeon. Nahe bei Panmunjeon ist auch die Brücke ohne Wiederkehr, welche die beiden Ländern miteinander verbindet. Sie verdankt ihren Namen dem Koreakrieg. Die Brücke wurde genutzt um Kriegsgefangene auszutauschen, ein Übertritt zurück ins Heimatland beinhaltete jedoch zugleich das lebenslange Verbot jemals zurück in das jeweils andere Land zu kommen.

Freiheit vs. Frieden
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Blick auf das Friedensdorf

Einige Menschen leben immer noch in der Nähe der Grenze. Auf der südkoreanischen Seite ist dies das Dorf Daeseong-dong, auch Freiheitsdorf genannt. Dort leben vor allem Bauern, welche bereits vor dem Koreakrieg in dem Ort lebten oder direkte Nachkommen der früheren Bewohner sind. Das Dorf hat sogar seine eigene Schule. Die Einwohner profitieren von speziellen Leistungen wie dem Erlass von Steuern. Sie werden von Soldaten beschützt und leben mit einer Ausgangssperre, welche das Verlassen des Hauses nach 23 Uhr verbietet. Auf der anderen Seite in Nordkorea ist die näheste Ortschaft Kijŏng-dong, welche auch Friedensdorf genannt wird. Unser US-Soldat und Tour-Guide erklärte uns, dass sie es Propagandadorf nennen, da die Häuser nur Atrappen seien und sie nicht glaubten, dass dort wirklich Menschen leben würden. Nordkorea behauptet dagegen, dass im Friedensdorf mehrere Familien leben würden und es dort auch ein Gesundheitszentrum, einen Kindergarten und Schulen gäbe.
In beiden Dörfern gibt es auch Fahnenstangen. Der Bau dieser endete in einem kleinen Wettkampf. Nachdem Südkorea ihre gebaut hatte, zog  Nordkorea nämlich nach. Diese Fahnenstange war nicht nur höher als die südkoreanische, sondern bis vor ein paar Jahren sogar die höchste der Welt.

Deutsche Geschichte trifft auf Korea

DSCN7519Unsere Reisegruppe besuchte auch die letzte Zugstation Südkoreas, Dorsan, direkt vor der Grenze. Theoretisch verbindet Dorsan Südkorea mit dem Norden. Praktisch fahren allerdings keine Züge aus dem Bahnhof ab. Aber ein großes Schild in der Eingangshalle sagt “Nach Pjöngjang”. Wir konnten für etwa 80 Cent ein Zugticket kaufen und die Gleise besuchen. Unser Tourguide erzählte uns, dass die Station gebaut wurde, um die beiden Länder im Falle einer Wiedervereinigung miteinander zu verbinden und in diesem Fall auch sofort Züge in Nordkoreas Hauptstadt schicken zu können. Von dieser Station konnten wir auch ganz leise Musik hören, die wohl aus Lautsprechern aus Nordkorea kam.

DSCN7543Die Station Dorsan repräsentiert auch ein Stück Geschichte. Dort steht nämlich ein Teil der Berliner Mauer. Auf beiden Seiten der Mauer sind Tafeln. Die linke zeigt die Daten der deutschen Wiedervereinigung (41 Jahre, 4 Monate und 11 Tage waren Ost- und Westdeutschland getrennt), auf der rechten Seite war eine elektronische Anzeige welche sogar in Sekunden die Dauer der Teilung Koreas hochrechnete. Unser Guide erzählte uns, dass die Zählung sofort gestoppt werden würde, sobald Korea wieder zu einem Land werden würde. Ein kleiner Wagon stellt alte Zeitungsartikel und Fotos von der Wiedervereinigung Deutschlands sowie Relikte von der früheren DDR (Deutsche Demokratische Republik, Ostdeutschland) aus. Die deutsche Wiedervereinigung erinnert die Besucher der Zugstation daran, dass auch eine Vereinigung Koreas immer noch möglich ist.

Der letzte Bahnhof in Südkorea
 
 
 
 
Ein Blick über die Grenze nach Nordkorea
Fernrohre für eine bessere Aussicht
Das Friedensdorf von Nordkorea
 
Am dritten Tunnel
Frieden und Zerstörung (Dritter Tunnel)

DSCN7585Ebenfalls zur DMZ-Tour gehört auch der Besuch des Dritten Tunnels. Dieser Tunnel wurde von Norkorea gemeinsam mit drei weiteren gebaut. Alle vier kreuzen das DMZ von Norden nach Süden. Zunächst bestritt Nordkorea den Bau der Tunnel. Jedoch beweißen die Wände dieser, dass die Erde durch Dynamit von Norden nach Süden abgesprengt worden ist. Der Dritte Tunnel wurde 1978 entdeckt. Südkorea glaubt, dass Nordkorea diese gebaut hat, um möglichst schell Männer im Falle eines weiteren Kriegs nach Südkorea schicken zu können. Es wurde berechnet, dass rund 30.000 Soldaten innerhalb einer Stunde von Nordkorea nach Seoul für einen Überraschungsangriff gelangen könnten. Allerdings wurde der Tunnel niemals fertig gestellt. Die UN beschuldigte Nordkorea des Bruchs der Vereinbarung zum Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern.

DSCN7577Wir bekamen für unseren Besuch gelbe Sicherheitshelme. Zunächst mussten wir entlang einer Rampe in den Tunnel hinuntersteigen. Er liegt etwa 70 Meter unter der Erde und ist an manchen Stellen so niedrig, dass sogar ich beim Laufen den Kopf einziehen musste. Heutzutage werden die Tunnel durch Zementblöcke blockiert. Besucher des Dritten Tunnels können bis zur ersten Blockade vorlaufen und dort durch ein kleines Fenster auf die nächste Wand schauen. Es war ein verrücktes Gefühl durch die unterirdischen, engen Gänge des Tunnelsystems zu laufen und dabei so nah an der Grenze zu sein. Südkorea glaubt, dass es möglicherweise noch deutlich mehr als nur die vier geheimen Tunnel gibt, welche sie bis jetzt gefunden haben.