Wie du deine K-pop Idols kostenlos siehst

kpop band CNBLUE

Die sogenannte koreanische Welle (Korean Wave) und vor allem K-pop erobern die Welt. Bands wie BTS oder Blackpink brechen einen Musikrekord nach dem nächsten und erklimmen die Billboard Charts. In diesem Blogpost gebe ich dir Tipps, wie du einige deiner Idole kostenlos in Südkorea sehen kannst.

Die erste K-pop Band, die ich für mich entdeckte, war CNBLUE in 2011. Meine Freundin Jenni ist ein großer Fan der japanischen und koreanischen Popkultur, also auch von K-pop und K-dramen. Als Medienwissenschaftlerin war ich gerade anfangs mehr an den Serien interessiert. Ich habe “Heartstrings” mit Hyung Joong-Hwa in der männlichen Hauptrolle gesehen und bin so auf CNBLUE gekommen. Aber um ehrlich zu sein, habe ich bis zu meinem Auslandssemester in Südkorea eher sporadisch K-pop gehört.

❓ Was ist K-Pop?
Die Abkürzung K-Pop (케이팝) steht für die englische Bezeichnung Korean popular music und wird von allen möglichen Musikgenres und Stilistiken beeinflusst. Der Begriff selbst wurde in den 2000er-Jahren bekannt, wurde allerdings auch bereits zuvor verwendet. Die koreanische Welle hat sowohl K-pop als auch K-dramas weltweit bekannt gemacht. Normalerweise sind die Songs eine Mischung aus koreanischer Sprache mit einzelnen Sätzen oder Wörtern in Englisch. Die meisten Bands werden in jungem Alter durch ein Trainee-Programm gecastet, so auch die Girlband Blackpink. Diese Trainee-Programme geraten allerdings immer öfter in Kritik, vor allem durch die westlichen Medien. Andere Kriterien der K-pop Idols, besonders jener, die durch ein Trainee Programm gelaufen sind, sind die komplexen Choreografien sowie die Fashion-Statements auf der Bühne oder in Musikvideo. Normalerweise hat jede K-pop Band einen Leader, der meistens der Älteste oder erfahrenste der Gruppe ist und diese anleitet.
Kostenlose Konzerte für ausländische Einwohner
Kpop duo December

Einige meiner Freunde erzählten mir von kostenlosen K-pop Konzerten für ausländische Einwohner. Ein kostenloses Konzert in Seoul mit meiner Lieblingsband CNBLUE. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Das war es auch. Die Tickets waren bereits alle vergriffen, als ich davon erfuhr (du glaubst nicht, wie traurig ich war). Spoiler Alert: Ich habe sie trotzdem noch live gesehen – ich werde in einer Minute darauf zurückkommen und verraten wie.

Die Idee hinter den kostenlosen Konzerten ist es, die koreanische Kultur zu promoten und K-pop, aber auch die traditionelle koreanische Musik bekannter zu machen, indem Ausländer zu kostenlosen Konzerten eingeladen werden. Das Ganze startete 2015 organisiert durch HelloK!, welches von sich selbst sagt, dass es kulturelle Performances für Ausländer in Korea zeigt. Aber seit dem letzten Jahr scheinen sie sich mehr auf traditionelle Musik zu konzentrieren, das könnte jedoch auch mit Covid-19 zusammenhängen. Es kann sicher nicht schade, einfach mal reinzuschauen.

K-pop band CNBLUE
Meine Lieblingsband CNBLUE aufg dem Korea Sale Festa 2016
Festivals inklusive Konzerten
Kpop Idols on stage Korea Sale Festa 2016

Wie ich bereits erwähnte, hab ich selbst es zwar nicht geschafft, auf eines der kostenloses K-pop Konzerte für Ausländer zu gehen, aber ich habe trotzdem noch eine Chance bekommen. Während meines Auslandssemesters in 2016 konnte ich die Eröffnungsshow des Korea Sale Festa besuchen, mit Bands wie SHINee, Red Velvet, MAMAMOO, Wonder Girls, INFINITE, GOT7, B.A.P. und natürlich CNBLUE. Während der Eröffnungsfeier waren alle Bands dazu eingeladen, einen aktuellen Song auf der Bühne zu performen. Das Festival selbst ist zum Anlass der Shopping Week in Korea mit einem vielfältigen Programm aus Modeschauen, Konzerten und natürlich Tausenden Möglichkeiten zum Shoppen gehen. Die Shopping Week ist jedes Jahr. Aber sei gewarnt, die Konzerte sind sehr beliebt und du musst extrem früh kommen (ernsthaft früh), um einen Platz zu bekommen. Meine Freundinnen hatten sich bereits sieben Stunden vor Beginn des Konzerts angestellt (ich kam etwas später dazu, da ich noch Uni hatte) und wir kamen zwar rein, aber wir standen schon wirklich weit hinten. Am Ende habe ich mich aber einfach nur über die Möglichkeit gefreut, CNBLUE live sehen zu können, weshalb sich das warten für mich rentiert hatte.

K-pop Musikshows
Kpop band I.O.I.

Eine weitere Möglichkeit ist es K-pop Musikshows zu besuchen, welche ziemlich beliebt in Korea sind, wie beispielsweise Simply K-Pop (Arirang TV), MTV The Show (SBS MTV), Show Campion (MBC), M Countdown (Mnet), Music Bank (KBS2), Music Core (MBC), oder auch Inkigayo (SBS). Ich selbst war bei keiner Musikshow, aber ich habe einen ganz guten Artikel von KoreabyMe dazu gefunden, der dir sicherlich weiterhelfen wird, klicke hier, um auf die Seite weitergeleitet zu werden.

Falls du mehr Tipps für kostenlose Events und freien Eintritt in kulturelle Einrichtungen möchtest, dann solltest du auch meinen Blogbeitrag zu Kultur on a Budget – kostenlose Ausflüge, Museumsbesuche und Rabatte lesen.

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Uni, Hangul & Samul Nori – Meine erste Woche in Seoul

Streets of Seoul

Für mich ist Südkorea – aber auch Seoul selbst – voller neuer Erfahrungen, Unterschiede in der Kultur, in der Schrift, im Essen und Alltag. Es ist ein Land voller Gegensätze. Das new-age Korea mit all seinem Hightech und seiner Moderne vs. dem alten, traditionellen Korea mit seinen Palästen und Hanbok. – Dieser Blogpost ist über meine erste Woche als Austauschstudentin in Seoul.

EWHA Womans University with the view in direction of the city

💡 Fakten über Südkorea und Seoul
Der offizielle Name von Südkorea ist Republik Korea (Daehan Minguk auf Koreanisch, 대한민국). Die offizielle Sprache ist Koreanisch und die offizielle Schriftsprache Hangul. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land in Nord- und Südkorea geteilt. Seitdem ist Südkoreas einzige Landesgrenze zu Nordkorea. Die Hauptstadt der Republik Korea ist Seoul. Sie ist zudem die größte Stadt des Landes und die 16. größte Stadt der Welt. Rund 50% der Bevölkerung Südkoreas lebt in der Metropolregion Seoul.

Endlich kann mein Auslandssemester in Seoul starten. Nach 18 Stunden Flug und einer kleinen Zwischenlandung in Abu Dhabi bin ich endlich in Seoul angekommen. Südkorea hat sieben Stunden Zeitunterschied verglichen mit Deutschland. Glücklicherweise hatte ich mit keinem Jet Lag zu kämpfen, zudem ist das Wetter supergut. – Etwas zwischen Spätsommer und den ersten Herbsttagen.

Lebensunterhaltskosten und Lebensmittelshoppen in Südkorea
Clown and girl on the street

Ich studiere an der EWHA Womans University mit einem wirklich hübschen Campus, welcher in Seoul sogar als kleine Touristenattraktion gilt. Die Mieten und vor allem Kautionen sind in Südkorea verhältnismäßig hoch, weshalb ich ziemlich erleichtert war, einen Platz in einem Studi-Wohnheim bekommen zu haben (auch wenn es am Anfang ein ziemliches Chaos war, du kannst darüber mehr hier lesen: Ausgangssperre. Frauen Universität. Visum. Und eine Menge an Vorbereitungen). Auch die Lebensunterhaltskosten sind relativ hoch in Korea, was das Land wiederum im Vergleich zu Deutschland (und vielen anderen Ländern der Welt) ziemlich teuer macht. Daher sind auch Lebensmittelpreise in den Supermärkten vergleichsweise hoch, vor allem Obst und Gemüse (beispielsweise kosten fünf Äpfel etwa 6.000 ₩, das sind etwa 5€). Wenig überraschend sind alle Lebensmittel, die (für Asien) nicht übliche Zutaten enthalten ziemlich teuer. Das schließt alle Arten von Milchprodukten wie Käse und Schokolade ein, aber auch die meisten Brotsorten. Und warum auch immer scheint Toilettenpapier hier ein wahres Luxusgut zu sein.

❗️ Tipps für Drogerie- und Lebensmittel
Wir haben die meisten Artikel fürs Bad, inklusive Toilettenpapier, aber auch Süßigkeiten und Grundnahrungsmittel aus einem Discounter an der Ecke der Universität. Ein gängiger ist der japanische Markt Daiso. Für Obst und Gemüse lohnt es sich, Ausschau nach Straßenhändlern und lokalen Märkten zu halten, dort ist es meistens günstiger.
Außerdem solltest du wissen, dass einige Pflegeprodukte besonders teuer in Korea (oder eigentlich ganz Asien) sind. Daher mein Tipp: Bring genug Deo (die meisten Asiaten benutzen keines, da sie nicht so viel schwitzen – daher ist es nicht nur schwierig zu finden, sondern auch äußerst teuer), Tampons und natürlich Sonnencreme mit. Letzteres ist zwar nicht schwer zu bekommen, aber kann ebenfalls sehr ins Geld gehen. Zudem enthält die meiste Sonnencreme extra Weißmacher, da das koreanische wie auch asiatische Schönheitsideal blasse Haut ist.
Bibimab
Auswärts essen – Restaurants
Korean food

Obwohl Lebensmittel um einiges teurer sind als in Deutschland, kommt mir Essen gehen dagegen doch recht erschwinglich vor. Ich habe mich wirklich oft gewundert, wie es sein kann, dass selbst kochen teurer ist als auswärts essen. Ich habe mal gehört, dass bestimmte Gruppen wie Familien oder Restaurantbesitzer eine spezielle Karte zum Einkaufen erhalten, mit der sie günstiger einkaufen gehen können (aber ich bin nicht sicher, ob das wirklich stimmt). Die drei Hauptpunkte, die das Essen gehen im Vergleich zu Deutschland so günstig machen sind: Erstens, dass du im Restaurant immer kostenlos Wasser oder kalten Tee zu deinem Essen bekommst (andere Getränke müssen bezahlt werden). Zweitens, du bekommst normalerweise kostenlose Beilagen wie Kimchi, gelben Rettich oder auch anderes Gemüse und Reis (es kommt etwas auf das Gericht an) und normalerweise kann man auch kostenlos mehr nachbestellen. Drittens, Koreaner geben kein Trinkgeld.

Fast Food, Street Food und Essen vom Markt

Aber ich habe schnell bemerkt, dass selbst wenn Essen gehen verhältnismäßig günstig ist, es doch zu teuer ist, um es jeden Tag zu machen. Das günstigste Essen ist wahrscheinlich Street Food oder Mahlzeiten vom lokalen Markt. Aber auch die Convenience Stores (kleine 24-Stunden-Läden in der Nachbarschaft) bieten einige Snacks wie meinen liebsten: Samgak Kimbab (dreieckiger Kimbab). Zudem sind die Preise auch stark vom Viertel abhängig. Mir ist aufgefallen, dass das Street Food in den Studierendenvierteln viel günstiger ist als in der Innenstadt. Ebenfalls gängig ist es einfach sein Essen zu bestellen. Ich habe das Gefühl, dass fast alle Restaurants und Imbisse ihre eigenen Lieferservices haben, sogar die ganzen Fast Food-Ketten. Einer meiner Lieblingsorte zum Essenbestellen und picknicken ist der Fluss Han. Als wir dort in meiner ersten Woche waren, bekamen wir 41 Flyer (ich habe sie gezählt) für verschiedene Lieferservices in Seoul, meistens für Fried Chicken oder Pizza.

❗️ Tipps fürs Essen gehen
Wenig überraschend sind die günstigeren Restaurants außerhalb des Stadtzentrums. Restaurants von Ajummas (아줌마, Koreanerinnen mittleren Alters) oder Ahjussis (아저씨, Koreaner mittleren Alters) mit traditionellem koreanischen Essen sind zudem auch meist günstiger. Allerdings sprechen sie in den aller meisten Fällen kein Wort englisch und haben auch keine übersetzen Menüs. Dafür haben die Speisekarten oft Fotos vom Essen (manchmal gibt es sogar Schaufenster, in denen beispielhaft Gerichte ausgestellt sind). Zudem ist Essen auf Koreanisch im Restaurant bestellen recht einfach (ungefähr das einzige Wort, das ich mir gemerkt habe, wenn ich Essen gegangen bin). Sag einfach den Namen des Gerichts und dahinter hängst du Juseyo (주세요), das bedeutet so viel wie bitte, zum Beispiel Bibimbab Juseyo (비빔밥주세요).
Ein Restaurant, welches meine Mitbewohnerin und ich lieben, ist das Food Café. Dort kochen sie bekannte Gerichte wie Kimbab, Jajangmyeon (Nudeln mit schwarzer Bohnensoße) oder auch Omelette. Soweit ich weiß, gibt es das Restaurant sowohl in Gangnam als auch Sinchon.
Im Umkehrschluss sind die aller meisten Restaurants, die sogenanntes Western-Food anbieten normalerweise um einiges teurer.
meals in a display window
Das Lernen neuer Schriftzeichen
King Sejong who invented Hangul
König Sejong, der Hangul erfunden hat

Hangul (한글) ist die offizielle Schriftsprache in Korea. Obwohl es auf den ersten Blick relativ kompliziert aussieht, ist es doch gar nicht so schwer zu lernen. In meinem Unibuch steht, dass Koreanisch die zwölft meist genutzte Sprache der Welt ist und damit sogar noch vor Französisch und Italienisch kommt (klingt unglaublich, ich weiß).
Hangul wurde 1443 von König Sejong erfunden, dem vierten Monarchen während der Joseon-Dynastie. Das neue Alphabet sollte den einfachen Leuten helfen, schreiben und lesen zu lernen. Denn vor Hangul wurde Koreanisch mit chinesischen Zeichen geschrieben. Man sagt, ein weiser Mann lerne Hangul im Laufe eines Tages, ein dummer Mann benötige zehn Tage. Ich habe zweimal in der Woche Koreanischunterricht, daher habe ich Hangul in sieben Tagen gelernt ;). Das moderne Hangul besteht aus 24 Buchstaben und 27 Digraphen. Aber auch wer kein Koreanisch spricht, findet meistens vor allem in Seoul schnell jemanden, der Englisch spricht und versucht einem zu helfen. Außerdem sind auch alle Metroanzeigen und Haltestellendurchsagen auf Englisch.

Samulnori Traditionelle koreanische Musik mit Tanz
Samul Nori

Samulnori ist ein Musikgenre der traditionellen koreanischen Musik, verbunden mit Tanz (ließ mehr über das Traditionelle Korea in meinem Blogpost). Meine Mitbewohnerin und ich hatten Glück, solch einen Tanz durch Zufall mitzuerleben, er wurde von koreanischen Studentinnen unserer Uni aufgeführt. Samulnori bedeutet wörtlich übersetzt vier Dinge spielen, was die Nutzung von vier unterschiedlichen Schlaginstrumenten erklärt. Sie haben einen kleinen Gong (Kkwaenggwari), einen größeren Gong (Jing), eine sanduhrförmige Trommel (Janggu) und eine Fass-Trommel (Buk drum). Die Studentinnen trugen hübsche koreanische Kleider, welche Hanbok genannt werden. Zwei der Studentinnen waren etwas anderes gekleidet in pinkfarbenen Jacken und gaben mithilfe der kleinen Gongs den Rhythmus vor. Manche Zuschauer*innen liefen während der Tänze nach vorne und klemmten den Studentinnen Geldscheine unter deren Hüte.
Zudem gab es eine kleine Zeremonie zu Beginn der Tänze. Wir verstanden nicht, was sie erzählten (da es auf koreanisch war), aber ein Mädchen hielt eine Schweinemaske in ihren Händen. Schweine zählen hier als Glücksbringer. Manche der Mädchen stellten sich dann in eine Reihe auf, bekamen zunächst etwas zu trinken gereicht, knieten dann nieder und steckten nach dem erneuten Aufstehen kleine Zettelchen durch die Schweinemaske. Meine Vermutung ist, dass sie darauf ihre Wünsche niedergeschrieben haben.

Lies mehr

Zwei weitere Erfahrungen, die ich in der ersten Woche sammelte, war ein Museumsbesuch während des Kulturtags und ein kostenloser Ausflug in den Süden Koreas. Der Kulturtag ist eine Initiative des Landes, welches freien Eintritt und Vergünstigungen für kulturelle Einrichtungen bietet. Ich besuchte das Seoul Museum of History. Es zeigt die Geschichte und Kultur von Seoul, von der Joseon Dynastie (1392-1910) bis zur heutigen Zeit. Es repräsentiert das Leben der Menschen in Korea, unter anderem auch während der japanischen Kolonialzeit bis in die späten 1990er.
Die kostenlosen Ausflüge werden von der koreanischen Regierung finanziert und ermöglichen Ausländer*innen Korea besser kennenzulernen. Wir besuchten eine kleine Insel, verschiedene Festivals und ein Museum über koreanische Kunst. Du kannst in meinem Blogpost Kultur on a Budget – kostenlose Ausflüge, Museumsbesuche und Rabatte mehr über den Kulturtag lesen und wie du an einem der kostenlosen Ausflüge teilnehmen kannst.

Zuerst geschrieben am Freitag, den 16. September 2016: Du hast den Beitrag Uni, Hangul & Samul Nori – Meine erste Woche in Seoul auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Kultur on a Budget – kostenlose Ausflüge, Museumsbesuche und Rabatte

Fish shaped lanterns on the lantern festival in Seoul

Der Kulturtag in Korea bietet kostenlose Museumsbesuche und Rabatte, die Regierung lädt Ausländer zu gratis Ausflügen ein und nationale Feiertage bieten viele verschiedene Aktivitäten und Feste. Klingt gut? Dann solltest du unbedingt den folgenden Blogbeitrag lesen.

Korea hat durch seine eigenen Traditionen und moderne Popkultur kulturell viele Seiten zu bieten. Und das obwohl es durch einige andere asiatische Länder beeinflusst wurde, nicht zuletzt China, aber auch die USA spielten eine wichtige Rolle. Besonders Seoul bietet eine große Auswahl an Museen, Palästen, Festen und Veranstaltungen, welche du nicht verpassen solltest. Ich war auf zwei kostenlosen Ausflügen für Ausländer und besuchte einige Museen kostenlos. Lass mich dir erzählen wie.

Kulturtag und freier Eintritt ins Museum
Statue in Korean Museum

Seit 2014 ist jeder letzte Mittwoch im Monat Kulturtag. Dieser spezielle Tag bietet Rabatte oder manchmal sogar freien Eintritt und verlängerte Öffnungszeiten für alle möglichen Museen, Galerien und andere kulturelle Einrichtungen. Museen, wie auch die Königspaläste sind am Kulturtag für gewöhnlich kostenlos und Kinos bieten einen Rabatt an. Wie ich finde ein toller Einfall, denn es ermöglicht die Kultur Koreas besser kennenzulernen, selbst wenn man auf sein Geld achten muss. Ich habe den Kulturtag genutzt, um mehrere Museen in Seoul zu besuchen, wie das Seoul Museum of History (Geschichtsmuseum) und das National Museum of Korea (Nationalmuseum Koreas).

Riders on horses on the lantern festival 2016
Kostenlose Veranstaltungen, Feste und Attraktionen
Peacock at the Lantern Festival 2016

Neben dem Kulturtag solltest du auch nach kostenlosen Veranstaltungen, Festen und Attraktionen Ausschau halten. Besonders Südkoreas Hauptstadt Seoul bietet ein vielfältiges Angebot. Eines meiner Lieblingsfeste war das Lantern Festival (Laternenfestival) am Cheonggyecheon, dem kleinen Fluss in Seoul, welches an der City Hall beginnt. Das Festival ist jeden Winter und zudem auch noch kostenlos. Ein anderes großes Fest ist das Seoul International Fireworks Festival am Fluss Han zu Beginn des Oktobers. Jedes Jahr bereiten zwei bis drei Länder gemeinsam mit Korea eine eigene Feuerwerksshow vor. Am Tag gibt es ein festes Rahmenprogramm. 2016 gab es ein K-Pop Konzert (mit B1A4, I.O.I., 24K, und Mamamoo) und am Abend eine After-Showparty mit einem DJ. Das Festival war sehr gut organisiert. Eine Verkehrskontrolle an der Metro sorgte zudem dafür, dass die Bahnen nicht zu überfüllt waren und somit alle sicher Nachhause kommen konnten.

Feiertage nutzen für Rabatte

Du solltest auch die koreanischen Feiertage beachten, denn diese bieten ebenfalls kostenlose Feste, freien Eintritt und Rabatte. Die größten Feiertage sind Seollal (설날) – das koreanische Neujahr am ersten Tag des koreanischen Kalenders und Chueseok (추석) – das koreanische Erntedankfest im Herst. Als ich in Korea war, bekamen wir an Chuseok in sämtlichen Freizeit- und Wasserparks 50% Rabatt als Ausländer*innen (der Nachteil: wegen der Feiertage war es auch recht voll). Ein anderer Feiertag, den ihr im Hinterkopf behalten solltet, ist Buddhas Geburtstag im Spätfrühling. Es ist der perfekte Tag, um einen der buddhistischen Tempel zu besuchen. Der Tag wird mit verschiedenen Festen und hübschen Laternen gefeiert.

Tipps für die Königspaläste

Falls du den Gyeongbokgung oder Deoksugung Palast in Seoul besuchst, solltest du dir unbedingt die zeremoniellen Wechsel der königlichen Garde ansehen. Die Shows sind kostenlos und direkt am Eingang der Paläste (noch bevor du eintrittst). Falls du die Königspaläste in einem Hanbok (traditionelle koreanische Kleidung) besuchst, erhältst du ebenfalls freien Eintritt. Ansonsten kannst du mit dem Integrated Palace Ticket weiter Gelb sparen, falls du mehr als eine Sehenswürdigkeit besuchen möchtest. Für mehr Informationen solltest du auch meinen Blogbeitrag über Traditionelles Korea lesen.

Kostenlose Ausflüge für Ausländer*innen

Als ich Südkorea 2016 besuchte, hatte ich das Glück bei zwei kostenlosen Ausflügen in den Süden des Landes teilnehmen zu können. Die Idee hinter den Reisen ist es, Ausländer*innen durch kostenlose Touren und kulturelle Veranstaltungen das Land näher zubringen und den Tourismus zu steigern. Die Reisen werden vom Staat bezahlt. Auf meinem ersten Ausflug besuchten wir das Great Battle of Myeongnyang Festival (die große Schlacht von Myeongnyang), das Korean Minhwa Museum mit traditionellen koreanischen Malereien und die kleine Insel 가우도 (Ga-u-do). Der zweite Ausflug beinhaltete einen Besuch des Naeso Tempel in Buan, das Gomso Salted Sea Food Festival (Festival für Meeresfrüchte), das International Integrative Medicine Expo (eine Art internationale Medizinmesse) und Woodland in Jangheung. Letzteres ist ein Zypressenwald und bietet alle möglichen Arten von Aktivitäten und Einrichtungen. Anscheinend ist es auch ein bekannter Drehort für TV-Produktionen wie das K-Drama Faith.

Kostenlose Ausflüge und Seidenraupenpuppen
Beondegi (Korean silkworm pupa)

Nur eine kleine Geschichte am Rande: Auf dem Sea Food Festival hat mich meine Mitbewohnerin Jazz dazu überredet (plus zwei weitere US-Amerikanerinnen und zwei Koreaner, die es wohl auch noch nie gegessen hatten), meinen ersten (und auch letzten) Beondegi zu probieren. Das ist eine Seidenraupenpuppe, ein koreanischer Snack. Was soll ich sagen? Ich dachte, es wäre knusprig – nun, falsch gedacht. Ich fürchte, das Schlimmste war die saftige Konsistenz und das Wissen, was wir da tatsächlich gerade gegessen haben. Ich würde es wahrscheinlich nicht weiter empfehlen (kleiner Funfact: Ich bin seit 2019 Vegetarierin).

❗️Ich habe die kostenlosen Ausflüge mit Kim’s Community Travel gemacht. Soweit ich weiß, sind sie mittlerweile eine Kombination aus kostenlosen Touren und sehr günstigen Ausflügen über Nacht. Ein weiterer Funfact: Der Organisator von Kim’s Travels Dongryeong hat auch ein Community House ins Leben gerufen. Es ist eine Wohngemeinschaft mit verschiedenen Personen aus aller Welt. Da das Konzept der WG in Korea normalerweise nicht existiert, gewann das Community House relativ schnell nationale Aufmerksamkeit, da der TV-Sender KBS eine Reality Serie aus der WG machte. Du kannst Kim’s Community House ebenfalls auf Facebook finden.

Zuerst geschrieben am Freitag, den 16. September 2016: Du hast den Beitrag Kultur on a budget – kostenlose Ausflüge, Museumsbesuche und Rabatte auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Jeju –Lebensgefährliche Jobs im Urlaubsparadies

Seogwipo in dawn

Drei Tage im Urlaubsparadies Südkoreas, die Insel der kleinen Großväter, der Hallabong Frucht und Haenyo – den freitauchenden Frauen von Jeju-do.

cliff and sea on Jeju-do

💡 Fakten über Jeju
Jeju (제주, oder eigentlich Jeju-do, da das Kürzel “do” für die Provinz steht) ist eine Insel und der südlichste Punkt Südkoreas. Zudem ist es eine der neun Provinzen des Landes. Die Hauptstadt der Insel trägt den gleichen Namen wie die Insel, sie heißt Jeju-si (“si” steht für Stadt) oder einfach Jeju City. Die Insel entstand auf Vulkangestein des Gebirges Hallasan, welcher mit 1.950 m auch der höchste Berg Südkoreas ist. Dieser ist ein erloschener Vulkan mit einem Kratersee und befindet sich in der Mitte der Insel. Heutzutage ist das Gebirge und seine Umgebung ein Nationalpark. Die Insel verfügt über subtropisches Klima und ist eines der berühmtesten Urlaubsziele der Koreaner. Vor ein paar Jahren war es zudem auch einer der beliebtesten Orte für Flitterwochen. Heutzutage ist aber auch Europa ein populäres Ziel.
Von kleinen Großvätern und neuen früchten
Grandfather souvenirs

Dol hareubang  (돌 하르방) ist der koreanische Name der Steinfiguren, die überall auf Jeju zu finden sind. Um genau zu sein steht das Wort “dol” (돌) für Stein und “hareubang” (하르방) für Großvater, es sind also die steinernen (kleinen) Großväter. Und natürlich werden diese kleinen Skulpturen auch in allen möglichen Varianten als Souvenirs verkauft. Diese Versionen erinnern mich ehrlich gesagt ein bisschen an die kleinen Trolle aus dem Disney Film Frozen. Im Original stellen die Figuren allerdings Götter dar und sollten Schutz und Fruchtbarkeit bringen.

Hallabong fruit

Ich glaube, Hallabong und Tangerinen sind die am meisten verkauften Früchte auf ganz Jeju. Hallabong ist eine Mischung aus Mandarine und Orange. Der weitverbreitetere Name der Frucht ist “Dekopon” und ist eine Hybridfrucht. In Südkorea wurde die Frucht allerdings nach dem Gebirge Hallasan im Zentrum der Insel benannt, wo das Obst am meisten angebaut wird. Neben den Früchten bieten die Märkte auch gepressten Saft, Schokolade und kleine Backwaren mit Hallabong- und Tangerinenfüllung an. Ebenfalls beliebte Füllungen für Schokolade sind Blaubeeren, grüner Tee und Kaktus Frucht.

Dol hareubang

Haenyeo – ein gefährlicher Beruf in den Meeren Koreas
Haenyeo statue

Haenyeo (해녀) meint wörtlich übersetzt “Meeresfrauen”. Dieser alte, traditionelle Beruf wird nur von Frauen ausgeführt. Sie sind Apnoetaucherinnen (Freitaucherinnen), welche Meeresfrüchte vom Meeresboden ernten. Sie tauchen nur mit Neoprenanzügen und Schwimmflossen – bis zu 20 Meter tief. Da sie keine Sauerstoffflaschen nutzen, haben sie spezielle Trainings, um das Anhalten der Luft unter Wasser zu verlängern. Forscher fanden heraus, dass sie ihren Atem länger anhalten können, indem sie ihre Milz als Sauerstoffspeicher nutzen. Der Beruf als Haenyeo ist nicht nur körperlich fordernd, sondern auch lebensbedrohlich durch die tiefen Tauchgänge. Da die Frauen Gefahr laufen beim Auftauchen bewusstlos zu werden, tauchen sie normalerweise immer nur in zweier Paaren. Auf diese Weise können sie notfalls Erste Hilfe leisten.

Neues Prestige und Klimawandel

Im 18. Jahrhundert tauchten sowohl Männer als auch auch Frauen in den Meeren Koreas, um sich hiermit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Später wurde es ein reiner Frauenberuf. Dies liegt vermutlich vor allem daran, dass viele Männer auf See durch den Krieg umkamen, so wie es eine deutliche Erhöhung der Steuern für Männer gab. Der Beruf als Apnoetaucherin wurde sehr beliebt und gewann an Prestige. Haemyeos bekamen mehr Rechte und Freiheiten im Unterschied zu den Frauen am Festland. So konnten sie sich beispielsweise scheiden lassen oder auch wieder heiraten. Oft war es sogar üblich, dass die Männer auf die Kinder aufpassten und so die Frau zum Familienoberhaupt wurde.

Woman sells seafood

Heutzutage ist der Beruf vom Aussterben bedroht. Nur noch wenige junge Frauen lassen sich zur Aponetaucherin ausbilden. Die meisten Haenyeos sind über 60 Jahre alt. Die Beschäftigung ist nicht nur körperlich sehr fordernd, sondern auch der Klimawandel spielt eine wichtige Rolle. Die Meere um Korea werden immer wärmer und zerstören so den natürlichen Lebensraum der Meerestiere. Die Frauen müssen daher jedes Jahr ein Stückchen tiefer tauchen, um genug Meeresfrüchte zu finden und hiermit ihren Lebensunterhalt zu beschreiten. Die UNESCO hat den Beruf der Haenyeo im Dezember 2016 auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes gesetzt.

🚌 Wie du nach Jeju kommst
Die meisten Menschen fliegen nach Jeju. Die Strecke von Jeju nach Seoul ist die häufigste Flugroute der Welt.
Aber natürlich gibt es auch Fähren von Busan, Mokpo, Haenam, Wando, Goheung, und Yeosu. Der Vorteil besteht darin, dass du dein Auto mitbringen und natürlich die Fahrt über das Meer genießen kannst.
In jedem Fall wirst du an der Nordseite der Insel in der gleichnamigen Hauptstadt Jeju-si ankommen. Die unterschiedlichen Orte und Sightseeing-Spots können mit dem Bus erreicht werden. Insgesamt gibt es acht Expressbuss-Linien, welche die Gäste in unter einer Stunde über die Insel bringen. Der “Airport Limousine Bus” hält an allen teureren und häufiger gebuchten Hotels.
Für mehr Informationen zu dem Bussystem, klicke hier.

Hier geht es zu Part II:
Jeju – Das Urlaubsparadies Südkoreas Pt. II

Zuerst geschrieben am Sonntag, den 30. Oktober 2016: Du hast den Beitrag Jeju –Urlaubsparadies und lebensgefährliche Jobs auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Jjimjilbang – Eine Nacht in einer koreanischen Sauna

Jjimjilbang

Wie ist es eine Nacht in einem Jjimjilbang zu verbringen? Ich habe es zusammen mit Lea aus Frankreich und Xiao Ying aus China, zwei meiner Kommilitoninnen aus Seoul ausprobiert. Dabei haben wir die Unterschiede zu herkömmlichen Saunen kennengelernt, uns Eier gegen den Kopf geschlagen und uns einen “Schafskopf” gebastelt.

Street of Seoul at night
💡 Was ist ein Jjimjilbang?
Ein Jjimjilbang (찜질방) ist ein koreanisches öffentliches Badehaus mit verschiedenen Saunen, Whirlpools, Duschen und einem Ruhebereich, welches normalerweise rund um die Uhr geöffnet ist. Gewöhnlich hat der Ort einen größeren Gemeinschaftsbereich ausgestattet mit Lounges und Fernsehern, Fitnessräumen, Restaurants, Schlafräumen und natürlich verschieden temperierten Saunen. In diesen Bereichen ist das Tragen von Kleidung vorgeschrieben, wobei man diese eigens für den Aufenthalt am Eingang ausgehändigt bekommt. Es gibt auch Bereiche, speziell unterteilt in Männer und Frauen mit Whirlpools, Dampfbädern, Duschen und manchmal auch Massagetischen. Hier wird sich nackt aufgehalten.

Kaum war unser Auslandssemester vorüber, schon hatte es unsere Uni relativ eilig uns wieder loszuwerden. Unsere Absolventenfeier hatten wir bereits zehn Tage zuvor gehabt – mit Zeremonie und Urkundenübergabe, wobei wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal unsere Abschlussprüfungen geschrieben hatten. Der letzte Tag Uni bedeutete gleichzeitig auch, dass wir aus unseren Studentenwohnheimen ausziehen mussten – wobei manche zwischen dem Auszug noch ihre letzten Prüfungen schreiben mussten, so wie meine Mitbewohnerin Jazz. Die Eile der Uni hing allerdings auch damit zusammen, dass direkt im Anschluss die neuen Studierenden einziehen sollten, die die Studentenwohnheime während der Semesterferien gemietet hatten.


Ich hatte für den nächsten Tag einen Bus nach Busan gebucht, der zweitgrößten Stadt Südkoreas mit rund 3,4 Millionen Einwohnern. Daher blieb mir aber auch noch eine (vorerst) letzte Nacht in Seoul – und wo hätte ich diese besser verbringen können als in einem Jjimjilbang.

Lea, Xiao Ying und ich trafen uns am frühen Abend, um in Sinchon – einem Studentenviertel in Seoul – zusammen zu essen und anschließend den Rest des Tages in einem koreanischen Badehaus in der Nachbarschaft zu verbringen. Das Jjimjilbang war vergleichsweise klein. Am Eingang bekamen wir zunächst Kleidung für unseren Aufenthalt – ein T-Shirt und eine kurze Jogginghose sowie zwei kleine Handtücher. Mein Outfit war in Schweinchenrosa. Nachdem wir unsere Sachen in Schließfächern am Eingang eingeschlossen hatten, waren wir bereit für eine erste Entdeckungstour.

Jjimjilbangs als Ersatz fürs Taxi
In einer der Saunen

Jjimjilbangs sind eine der günstigsten Übernachtungsmöglichkeiten in Südkorea. Je nach Größe kostet es normalerweise zwischen 10.000 und 12.000 Won (7,50-9 EUR) pro Besuch, wobei es noch mal etwas günstiger wird, wenn man nicht über Nacht bleibt. Tagsüber sind Jjimjilbangs ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und nachts dienen sie als günstige Unterkünfte nach der Arbeit oder für Partygänger (wenn man entweder zu betrunken ist, um seinen Haustürschlüssel zu finden oder die einzige Alternative – das Taxi – einfach zu teuer ist – Südkorea hat keinen öffentlichen Nachtverkehr).

Eine Sauna zum Quatschen, Lesen und Relaxen

Die Saunen unseres Jjimjilbangs waren in bunt-verzierten Iglus aus Stein untergebracht mit kleinen Guckfenstern zum Gemeinschaftsraum. Auf dem Boden der Saunen lagen Kieselsteine bedeckt mit einer hauchdünnen Matte, damit man sich nicht die Fußsohlen verbrennt. Die Iglus verfügen über eine dumpfe Beleuchtung. Die Atmosphäre ist ruhig und entspannend. Zumindest die Hauptsauna, in der wir saßen, war nicht zu heiß, sodass man es auch einige Zeit bequem darin aushalten konnte. Ein Jjimjilbang ist tatsächlich für längere Aufenthalte gedacht und unterscheidet sich von einer herkömmlichen Sauna durch seine Temperatur, diese liegt normalerweise zwischen 40 bis 70 Grad Celsius. Vom Gefühl her hat es mich an einen sehr heißen Sommertag erinnert. Diese Tage, an denen man bereits vom Herumsitzen schwitzt. Neben uns lag sogar ein Koreaner und hat gemütlich gelesen. Jjimjilbangs werden auch genutzt, um ein bisschen mit seinen Freunden zu quatschen oder einfach zum Entspannen. Um einiges heißer sind die Trockensaunen und Dampfbäder, die Art von Saunen, die ich auch aus Europa kenne. Diese haben für gewöhnlich Temperaturen zwischen 50 bis 100 Grad Celsius.

Ein Ofen als Sauna

Ich war ein paar Wochen später noch in einem deutlich größeren Jjimjilbang in Hongdae, einem anderen Studentenviertel in Seoul, welches direkt neben Sinchon liegt. Hier gab es eine größere Auswahl an Saunen. Darunter auch eine Art Ofen (한증막), diese sind um einiges heißer mit Temperaturen bis zu 135 Grad Celsius. In meinem Jjimjilbang war ein kleines rundes Steinhaus, das auch äußerlich an einen Ofen erinnerte, mit einem engen Durchgang, um die Hitze drinnen zu halten. Innen war es relativ dunkel, am anderen Ende war eine eingemauerte Feuerstelle, in der Kohle verbrannt wurde. Es war absolut still. Reden kostet bei der Hitze zu viel Energie. Jeder Besucher musste eine Sanduhr mit hineinnehmen, da man nur einige Minuten in der Sauna verbringen darf, um den Körper nicht zu überlasten. Ich setzte mich relativ weit an den Ausgang, da die Hitze nach hinten hin weiter zunahm.
Anders als bei den finnischen Saunen, die in Europa am weitesten verbreitet sind, verfügen die Saunen in Korea (für gewöhnlich) über keine Bänke, sondern alle Besucher sitzen direkt auf dem Boden – der meistens aus Stein besteht, versehen mit Matten oder Brettern. Zudem sauniert man in Korea mit Kleidung (außer in den speziell geschlechtergetrennten Bereichen).

Der Schafskopf – der Modetrend der Sauna

Lea, Xiao Ying und ich kamen in der Sauna relativ schnell mit drei Koreanerinnen in unserem Alter ins Gespräch – hier ist Saunieren definitiv auch was für junge Menschen als Abendbeschäftigung – statt Karaoke oder Kino. Wir hatten bemerkt, dass die Drei ihre Handtücher zu besonderen Hüten zusammen gefaltet trugen. Sie hatten sie an beiden Enden eingerollt. Ich habe gelesen, dass der Trend 2005 ausgelöst durch ein K-Drama (My Lovely Sam-Soon) nationale Bekanntheit erlangte und seitdem zu einer Art süßem Modetrend in der Sauna wurde. Wegen seines Aussehens wird er Schafskopf (Sheep head) genannt und hat dabei sogar noch einen praktischen Zweck. Das Handtuch um den Kopf soll zum einen dafür sorgen, dass man mehr schwitzt und zum anderen die Haare vor der Hitze schützen. Die drei Koreanerinnen brachten uns bereitwillig die richtige Falttechnik bei.

💡 Angezogen vs. nackt
Wie schon erwähnt Saunieren Koreaner in Kleidung. Die koreanische Etikette schreibt vor, dass man vor dem jeweils anderen Geschlecht angezogen bleibt. Weitaus lockerer geht es dabei in den geschlechtergetrennten Bereichen vor. Hier ist es wiederum üblich sich nackt zu zeigen. Das gilt sowohl für Saunen als auch für beispielsweise Umkleidekabinen öffentlicher Schwimmbäder (ließ dazu mehr über meinen Besuch in einem Wasserpark in Seoul in meinem Blogbeitrag über das tägliche Leben in Südkorea Pt.I).
Warum meine Freundin sich ihre Soja-Eier gegen den Kopf haute …

Jedes Jjimjilbang hat auch mindestens einen Kiosk, wenn nicht sogar ein Restaurant. Die beliebtesten Snacks sind in Sojasoße gedämpfte Eier und Sikhye, ein koreanisches Reisgetränk, welches in Bechern mit Strohhalm serviert wird. Ich habe gelesen, dass manche Eier sogar direkt in den ofenartigen und damit heißesten Saunen gegart werden. Meine Essens-Entscheidung fiel eher unüblich aus, da ich mich für Eis und ein koreanisches Bier entschied. Aber meine Freundin bestellte sich die berühmten Eier. Sie wollte versuchen sie mit einem Schlag gegen den Kopf zu öffnen (aber ich fürchte, sie würde diese Art Eier zu schälen nicht weiterempfehlen). Die Idee hatte sie tatsächlich aus einem K-Drama, das zu der Zeit im Fernsehen lief (The Legend of the Blue Sea). In diesem verbringt die weibliche Hauptcharaktere Shim Cheong (Jun Ji-hyun) eine Nacht in einem Jjimjilbang und öffnet dort die Eier auf besagte weise. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass mir das weniger eine übliche Weise des Eierschälens zu sein scheint, da die Hauptcharaktre in der Serie noch alle möglichen anderen ungewöhnlichen Umgangsweisen mit sich bringt. Zu ihrer Verteidigung: Sie ist eine Meerjungfrau.

Dampfbad und Whirlpool

Nach und nach probierten wir noch ein Dampfbad sowie einen Whirlpool im Frauenbereich aus, außerdem ließ ich mich in einem Massagesessel durchkneten. Letzteres war eigentlich ganz wohltuend, allerdings massierte einem der Sessel auch die Waden und Füße mit durch und das war wiederum doch eher unangenehm. Deshalb schummelte ich etwas und setze mich im Schneidersitz auf den Stuhl, um der Massage an meinen Beinen zu entgehen. Nach den vielen Saunagängen waren wir schließlich müde genug, um schlafen zu gehen. Es gab ein Gemeinschafts-Iglu für Männer und Frauen zum Schlafen. Da meine Kommilitonin aber nicht mit fremden Männern in einem Raum schlafen wollte, entschieden wir uns für einen Schlafraum speziell für Frauen. Diese sind mit dünnen Matten und harten Kissen ausgestattet. Der nächste Morgen wartete mit einer Dusche und dem Check-out.

Du hast den Beitrag Eine Nacht in einer koreanischen Sauna auf My Travel Journal-Blog gelesen.

Ein paar Minuten in Nordkorea – JSA & DMZ

Die Grenze in Korea ist eine der best bewachtesten auf der ganzen Welt. Zwischen Friedens- und Freiheitsdorf, blauen Häusern, Soldaten, Konflikten und geheimen Tunneln liegt eine Touristenattraktion zwischen Nord- und Südkorea.

Korea war über 35 Jahre die Kolonie Japans bevor es nach dem zweiten Weltkrieg in 1945 unabhängig wurde. Aber nur ein paar Jahre später, in 1948, teilten die Sowjetunion und die USA das Land in Süd- (Republik Korea) und Nordkorea (Demokratische Volksrepublik Korea). Zwei Jahre später griff Nordkorea den Süden während des Koreakriegs (1950-1953) an, welcher die Teilung noch weiter vertiefte. Später arbeiteten die Länder an einer friedvollen Wiedervereinigung, welche jedoch bis heute nicht erreicht wurde.

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JSA und DMZ

Da ich ingesamt über vier Monate in Südkorea war, stand der Besuch der Grenze des einzigen Nachbarlands natürlich auf meiner To Do List.
Die Abkürzung DMZ steht für Demilitarisierte Zone, ist vier Kilometer lang und de facto die Grenzlinie zwischen Nord- und Südkorea. Beide Länder unterschrieben 1953 ein Waffenstillstandsabkommen, welches den Soldaten das gegensätzliche betreten des anderen Landes und Angriffe verbietet.

“Keine Angst, der Mann im Hintergrund ist hier, um Sie zu beschützen!”

DSCN7507JSA ist die Abkürzung für Joint Security Area und direkt an der Grenzlinie. Als erstes bekamen wir eine Einführung in die JSA durch einen amerikanischen Soldaten, welcher an der Grenze von Südkorea stationiert ist. Diese Einführung bestand allerdings vorwiegend aus Verboten. Ich bekam bereits vor dem Start der Tour eine ganze Liste mit Kleidungsstücken, welche nicht an der Grenze des JSA getragen werden dürfen. Verboten sind unter anderem Shorts, Jeans mit Löchern, T-Shirts, Flip Flops oder auch Sportkleidung. Südkorea achtet wirklich sehr darauf, dass die nordkoreanische Soldaten keinen Grund finden, um sich provoziert zu fühlen.

Zunächst durchquerten wir in Zweierreihen das Freiheitshaus auf der Südseite. Unser Tourguide führte uns zu einem der blauen Häuser. Diese sind Konferenzräume, welche von den beiden Ländern genutzt werden um miteinander in Verhandlung zu treten. In der Mitte des Raums steht ein langer Tisch, welcher die exakte Grenzlinie makiert. Der Raum hat zwei Türen, eine auf der südkoreanischen, eine auf der nordkoreanischen Seite. Ein südkoreanischer Soldat bewachte die Tür im Norden, um Soldaten aus Nordkorea am Eintreten zuhindern. Wir Touristen durften daher auch die andere Seite des Konferenzraums betreten. Also ja, ich war für bestimmt gute fünf Minuten in Nordkorea. Der amerikanische Soldat – welcher auch unser Tourguide war – meinte, dass die Menschen, die auf seiner Seite des Tisches stehen noch in Südkorea seien – und damit sicher. Aber wir anderen sollten uns keine Sorgen machen, der Soldat an der TürDSCN7505 wäre dafür da um uns zubeschützen. Um ehrlich zu sein hatte mich erst diese Aussage dazu gebracht, überhaupt etwas nervös zuwerden. Aber es unterstrich wirklich auch nochmal die Ernsthaftigkeit der Situation. Trotz allem fühlt es sich irgendwie surreal an. Der arme koreanische Soldat, welcher vor der nordkoreanischen Tür stand, war dann auch für die etwa nächsten 20 Touristenfotos unser Lieblingshintergrundmotiv. Aber er sah auch einfach zu cool aus, mit seiner Sonnenbrille (alle südkoreanischen Soldaten tragen diese Sonnenbrillen – und ja, auch wenn die Sonne nicht scheint).

Souvenirs aus Nordkorea
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Ein nordkoreanischer Soldat

Uns wurde nur erlaubt Fotos von der nordkoreanischen Seite mit dem Panmun-gak (dem Gebäude in Nordkorea) zu machen, aber nicht von dem Freiheitshaus hinter uns auf der südkoreanischen Seite. Das ist irgendwie etwas ironisch, da ich gehört habe, dass man das JSA auch in Nordkorea besuchen kann. Dort ist es anscheinend nur erlaubt Fotos von der südkoreanischen Seite zu machen. Entlang der blauen Häuser standen sich die Soldaten von Norden und Süden gegenüber. Allerdings verstecken sich die Nordkoreaner wohl meistens eher im Gebäude. Aber wir hatten Glück und konnten einen Nordkoreaner vor dem anderen Gebäude sehen. Ich habe meinen Zoom genutzt um einen Blick auf die dortigen Soldaten zu werfen. Es war schon irgendwie etwas verrückt da zu stehen und sie zu beobachten. Aber der amerikanische Soldat versicherte uns, dass sie uns ebenfalls von der anderen Seite aus überwachen und vermutlich auch einige Fotos von uns machen würden. – Ein seltsamer Gedanke.
Nach dem Besuch der Grenzlinie besichtigten wir noch ein kleines Museum und den dazugehörigen Souvenirshop. Dort können verschiedene Andenken an Nordkorea gekauft werden, unter anderem auch Geld und Alkohol. Ich kaufte einen alten 100 KRW Schein mit dem aufgedruckten Gesicht von Kim Il-sung, dem Vater 29133736_10156172574074709_4692789260267290624_odes derzeitigen Oberhaupt Nordkoreas Kim Jong-un. Das fand ich wiederum wirklich interessant, da ich gehört habe, dass wenn man Nordkorea besucht man gar nicht selbst das nordkoreanische Geld bekommt, sondern alles in US-Dollar an seinen Guide bezahlt und dieser dann in der Landeswährung für einen bezahlt.

Von der südkoreanischen Seite aus - die blauen Häuser des JSA
Ein nordkoreanischer Soldat vor dem Panmun-gak
 
Im Inneren der Konferenzräume in einem der blauen Häuser
Im Museum des JSA Besuchercenters
 
Panmunjeon und die Brücke ohne Wiederkehr

Das frühere Panmunjeon war ein Dorf in Korea. Heute ist dort der intermilitäre Komplex der JSA. Vor beinahe 65 Jahren unterschrieben Nordkorea, China und die UNO die Waffenstillstandsvereinbarung um den Koreakrieg 1953 zu beenden. Das Gebäude in dem die Vereinbarung unterschrieben wurde steht immer noch, heute findet man es in einer Provinz in Nordkorea. Die Grenzlinie und JSA behielt den Namen bei und nennen sich daher immer noch Panmunjeon. Nahe bei Panmunjeon ist auch die Brücke ohne Wiederkehr, welche die beiden Ländern miteinander verbindet. Sie verdankt ihren Namen dem Koreakrieg. Die Brücke wurde genutzt um Kriegsgefangene auszutauschen, ein Übertritt zurück ins Heimatland beinhaltete jedoch zugleich das lebenslange Verbot jemals zurück in das jeweils andere Land zu kommen.

Freiheit vs. Frieden
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Blick auf das Friedensdorf

Einige Menschen leben immer noch in der Nähe der Grenze. Auf der südkoreanischen Seite ist dies das Dorf Daeseong-dong, auch Freiheitsdorf genannt. Dort leben vor allem Bauern, welche bereits vor dem Koreakrieg in dem Ort lebten oder direkte Nachkommen der früheren Bewohner sind. Das Dorf hat sogar seine eigene Schule. Die Einwohner profitieren von speziellen Leistungen wie dem Erlass von Steuern. Sie werden von Soldaten beschützt und leben mit einer Ausgangssperre, welche das Verlassen des Hauses nach 23 Uhr verbietet. Auf der anderen Seite in Nordkorea ist die näheste Ortschaft Kijŏng-dong, welche auch Friedensdorf genannt wird. Unser US-Soldat und Tour-Guide erklärte uns, dass sie es Propagandadorf nennen, da die Häuser nur Atrappen seien und sie nicht glaubten, dass dort wirklich Menschen leben würden. Nordkorea behauptet dagegen, dass im Friedensdorf mehrere Familien leben würden und es dort auch ein Gesundheitszentrum, einen Kindergarten und Schulen gäbe.
In beiden Dörfern gibt es auch Fahnenstangen. Der Bau dieser endete in einem kleinen Wettkampf. Nachdem Südkorea ihre gebaut hatte, zog  Nordkorea nämlich nach. Diese Fahnenstange war nicht nur höher als die südkoreanische, sondern bis vor ein paar Jahren sogar die höchste der Welt.

Deutsche Geschichte trifft auf Korea

DSCN7519Unsere Reisegruppe besuchte auch die letzte Zugstation Südkoreas, Dorsan, direkt vor der Grenze. Theoretisch verbindet Dorsan Südkorea mit dem Norden. Praktisch fahren allerdings keine Züge aus dem Bahnhof ab. Aber ein großes Schild in der Eingangshalle sagt “Nach Pjöngjang”. Wir konnten für etwa 80 Cent ein Zugticket kaufen und die Gleise besuchen. Unser Tourguide erzählte uns, dass die Station gebaut wurde, um die beiden Länder im Falle einer Wiedervereinigung miteinander zu verbinden und in diesem Fall auch sofort Züge in Nordkoreas Hauptstadt schicken zu können. Von dieser Station konnten wir auch ganz leise Musik hören, die wohl aus Lautsprechern aus Nordkorea kam.

DSCN7543Die Station Dorsan repräsentiert auch ein Stück Geschichte. Dort steht nämlich ein Teil der Berliner Mauer. Auf beiden Seiten der Mauer sind Tafeln. Die linke zeigt die Daten der deutschen Wiedervereinigung (41 Jahre, 4 Monate und 11 Tage waren Ost- und Westdeutschland getrennt), auf der rechten Seite war eine elektronische Anzeige welche sogar in Sekunden die Dauer der Teilung Koreas hochrechnete. Unser Guide erzählte uns, dass die Zählung sofort gestoppt werden würde, sobald Korea wieder zu einem Land werden würde. Ein kleiner Wagon stellt alte Zeitungsartikel und Fotos von der Wiedervereinigung Deutschlands sowie Relikte von der früheren DDR (Deutsche Demokratische Republik, Ostdeutschland) aus. Die deutsche Wiedervereinigung erinnert die Besucher der Zugstation daran, dass auch eine Vereinigung Koreas immer noch möglich ist.

Der letzte Bahnhof in Südkorea
 
 
 
 
Ein Blick über die Grenze nach Nordkorea
Fernrohre für eine bessere Aussicht
Das Friedensdorf von Nordkorea
 
Am dritten Tunnel
Frieden und Zerstörung (Dritter Tunnel)

DSCN7585Ebenfalls zur DMZ-Tour gehört auch der Besuch des Dritten Tunnels. Dieser Tunnel wurde von Norkorea gemeinsam mit drei weiteren gebaut. Alle vier kreuzen das DMZ von Norden nach Süden. Zunächst bestritt Nordkorea den Bau der Tunnel. Jedoch beweißen die Wände dieser, dass die Erde durch Dynamit von Norden nach Süden abgesprengt worden ist. Der Dritte Tunnel wurde 1978 entdeckt. Südkorea glaubt, dass Nordkorea diese gebaut hat, um möglichst schell Männer im Falle eines weiteren Kriegs nach Südkorea schicken zu können. Es wurde berechnet, dass rund 30.000 Soldaten innerhalb einer Stunde von Nordkorea nach Seoul für einen Überraschungsangriff gelangen könnten. Allerdings wurde der Tunnel niemals fertig gestellt. Die UN beschuldigte Nordkorea des Bruchs der Vereinbarung zum Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern.

DSCN7577Wir bekamen für unseren Besuch gelbe Sicherheitshelme. Zunächst mussten wir entlang einer Rampe in den Tunnel hinuntersteigen. Er liegt etwa 70 Meter unter der Erde und ist an manchen Stellen so niedrig, dass sogar ich beim Laufen den Kopf einziehen musste. Heutzutage werden die Tunnel durch Zementblöcke blockiert. Besucher des Dritten Tunnels können bis zur ersten Blockade vorlaufen und dort durch ein kleines Fenster auf die nächste Wand schauen. Es war ein verrücktes Gefühl durch die unterirdischen, engen Gänge des Tunnelsystems zu laufen und dabei so nah an der Grenze zu sein. Südkorea glaubt, dass es möglicherweise noch deutlich mehr als nur die vier geheimen Tunnel gibt, welche sie bis jetzt gefunden haben.

 

Daily Life in Südkorea Pt.II

High-Tech Toiletten, Smileys, die an ein Hinterteil erinnern, Schwimmwesten in Wasserparks, spezielle Feiertage mit Nudeln mit Schwarzerbohnen-Sauce und Belehrungsvideos in der Bahn, welche zeigen wie man die Rolltreppe richtig nutzt – das ist Südkorea, diesmal Part II.

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Seltenheiten: Tampons, Sonnencreme und Deo

Um genau zu sein ist das ein Tipp für ganz Asien. Vor allem wenn du ein “Westler” bist, solltest du nicht vergessen Tampons, Sonnencreme und Deo mit in deine Reisetasche zu packen. Denn aus Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr schwer ist diese Sache unterwegs zu bekommen oder sie andernfalls einfach wahnsinnig teuer sind. – Und natürlich habe ich mein Deo in Deutschland vergessen und musste mir dann ein neues in Korea kaufen. Lustigerweise gab es nur deutsches Deo und obwohl es runtergsetzt war, habe ich trotz allem noch gut fünf Mal so viel zahlen müssen, wie ich Zuhause dafür bezahlt hätte. Die meisten Asiaten nutzen wohl kein Deo, da sie angeblich weniger schwitzen als der Rest der Welt. Eine andere Sache, die ihr wissen solltet: In Asien entspricht weiße Haut dem Schönheitsideal (für Asiaten: In Europa ist das Schönheitsideal schön sonnengebräunte Haut, ich weiß, ziemlich ironisch). Das ist auch der Grund, weshalb viele Beautyprodukte Weißmacher enthalten, ebenso allerdings auch die Sonnencreme. Zudem ist der Sonnenschutzfaktor (SPF) sehr hoch und Sonnencreme extrem teuer. Daher lieber die eigene Sonnencreme mitbringen, vor allem wenn du mehr der “Ich möchte in meinen Ferien schön braun werden”-Typ bist.

Koreas stilles Örtchen

Nichts ist mehr ambivalent in Korea als seine Toiletten. Auf der einen Seite, haben sie diese wirklich simplen Plumsklos, mit einem Loch im Boden und Toilettenspülung, welche auch fast in ganz Südostasien zu finden sind (dann allerdings gerne auch ohne Spülung). Auf der anderen Seite, haben sie diese extrem luxuriösen Toiletten mit extra Fernbedienung. Dort hat man verschiedene Wasserspülungen und eine Duschfunktion. Einmal hatte meine Toilette sogar einen Knopf für Wassergeräusche, was ich ziemlich verrückt, aber eigentlich auch ganz nett fand. An manchen öffentlichen Orten wie Restaurants und Hotels haben Koreaner extra Toilettenschuhe, welche zum allgemeinen Gebrauch bereitgestellt werden.

Frodo, Ryan und Apeach – Die ersten Freunde, die du haben wirst

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Con und Muzi

Korea hat gefühlt für etwa alles seine eigene Firma, sein eigenes Produkt oder zumindest eine koreanische Version. Alles was ich gekauft habe schien “Made in Korea” zu sein. Ich finde es ziemlich beeindruckend wie ein Land sich in allem selbst so stark unterstützt. Korea hat natürlich auch seinen eigenen Messenger Dienst für Handys, um mit seinen Freunden zu chatten. Die App heißt “Kakao Talk” und hat seine eigenen Smileys. Die sogenannten “Kakao Friends” sind in Korea sehr berühmt und haben sogar ihre eigenen Merchandise-Läden. Es gibt siebeneinhalb Charaktere – einhalb, da das kleine Krokodil Con immer nur zusammen mit Muzi auftaucht. Muzi ist ein gelbes Radieschen (neben Kimchi eine sehr beliebte Beilage), welches in eine Art Hasenkostüm steckt und laut der offiziellen Seite auf magische Weise von Con zu Leben erweckt wurde – und nein, das habe ich mir nicht gerade selbst ausgedacht.

Andere Kakao Friends sind die modebewusste Katze Neo und der Stadthund Frodo (Ich glaube ja die Lieblingsfilme des Schöpfers der Kakao Friends sind “Matrix” und “Der Herr der Ringe”), die cholerische Ente Tube und laut den Erschaffern ein “stylischer Geheimagent”, welcher Jay-G genannt wird. Ich würde sagen es ist ein Bär mit Afro und Sonnenbrille.

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Ryan – the lion als Kuscheltier

Außerdem wäre da noch Ryan, der Löwe, welcher allerdings aussieht wie ein Teddybär (Sorry an alle Koreaner). Laut den Erfindern ist es ein Löwe ohne Mähne. Um ehrlich zu sein dachte ich erst, dass meine Freunde dachten es sei ein Löwe, weil im Koreanischen das “L” und “R” quasi der selbe Buchstabe ist. Sprich, wenn sie “Ryan” sagen, klingt es mehr, als würden sie “Lyan” sagen – aber ich habe nochmal nachgeschaut und leider denkt der Zeichner der Kakao Friends wirklich, er habe einen Löwen gemalt.

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Apeach

Ach ja, und der letzte Kakao Friend, den ich euch vorstellen möchte ist “Apeach” (im deutschen also quasi “ein Pfirsich”). Ich denke, ich war nicht der einzige Ausländer, welcher dachte (erneut, an die Koreaner – es tut mir leid), dass Koreaner einen pinken Hintern als Smiley haben. Aber um erneut die Erfinder des Ganzen zu zitieren: Sie haben einen Pfirsich gezeichnet, welcher jedoch wiederum gerne seinen Hintern zeige. Aber sogar die Zeichner mussten zugeben, dass besonders die Rückseite dieser lustigen Frucht an etwas anderes als einen Pfirsich erinnert.

Belehrungen in der U-Bahn – oder wie ich eine Rolltreppe benutze

Ich habe das Gefühl Koreaner lieben es etwas andere ein bisschen zu unterweisen. Ein wirklich gutes Beispiel hierfür sind die Videos, welche auf den Bildschirmen an den U-Bahn Stationen in Seoul gezeigt werden. Dort präsentiert die Regierung kleine Videos welche zeigen, wie man eine Rolltreppe richtig benutzt – Pass auf deine Schuhe auf, renne nicht und nutze die Handleiste. Außerdem lernst du, wie du deine Hände richtig wäscht, was passiert wenn du kein Fahrticket hast, warum es wichtig ist aufzupassen, wenn du den Zug verlässt (höre keine Musik, singe und drehe dich nicht im Kreis, sonst fällst du in den Spalt zwischen der Bahn und der Bordsteinkante), was ein Schwangerschafts-Sitz ist, wie man die U-Bahn richtig verlässt oder auch wie man im Zug steht, ohne anderen im Weg zu sein. Meiner Meinung nach sind einige der Videos ziemlich witzig, aber um fair zu bleiben, einige haben auch wirklich wichtige Botschaften, wie jene gegen Suizid und für Notfall-Unterweisungen.

Das Geheimnis des Jungbrunnens Koreas

Das letzte Geheimnis, welches ich mit euch teile, ist über den Jungbrunnen Südkoreas. Viele denken Koreaner sehen generell jünger aus, als sie eigentlich sind. Besonders Europäer und Amerikaner finden, dass das Alter von Koreanern wirklich äußerst schwer einzuschätzen ist. Okay, einer der Gründe wird wohl sein, dass Koreaner in ihrem Heimatland älter sind als an (fast) jedem anderen Ort dieser Welt. In Korea sind Kinder bereits bei der Geburt ein Jahr alt und werden mit jedem Neujahr nach dem Chinesischen Kalender ein Jahr älter. Dieses andere System macht dich ein bis zwei Jahre älter als du eigentlich an jedem anderen Ort der Welt wärst (natürlich gibt es ein paar Ausnahmen in Südasien wie in Teilen von China, Japan, der Mongolei oder dem Vietnam).

Übrigens ist das Argument “Ich bin älter” ein wirklich wichtiges in Korea und kann dir in beinahe jeder Konversation helfen. Ältere Menschen genießen ein wirklich hohes Ansehen in Korea und haben somit einige Privilegien gegenüber jüngeren Menschen. Darüberhinaus sprechen Koreaner immer sehr formell mit Älteren.

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Kimchi

Korea ist ziemlich berühmt für seine vielen Schönheitsprodukte wie Anti-Aging-Cremes oder auch plastische Chirurgie. Aber die Mutter einer Freundin erzählte uns, dass sie den wahren Grund Dank Google herausgefunden habe. Google behaupte nämlich, dass das Geheimnis der koreanischen Frauen im gesunden Kimchi liege, welches Koreaner eigentlich jeden Tag essen.

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Daily life in Südkorea Pt. I

Daily Life in Südkorea Pt.I

High-Tech Toiletten, Smileys, die an ein Hinterteil erinnern, Schwimmwesten in Wasserparks, spezielle Feiertage mit Nudeln mit Schwarzerbohnen-Sauce und Belehrungsvideos in der Bahn, welche zeigen wie man die Rolltreppe richtig nutzt – das ist Südkorea.

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Ich hatte die Möglichkeit während meines Auslandssemester vier Monate in Korea zu leben. Bereits in der erste Woche habe ich viel über die Unterschiede zwischen der asiatischen und westlichen Kultur gelernt, oder um etwas genauer zu sein, zwischen Südkorea und meiner Heimat Deutschland. Hier möchte ich meine Eindrücke mit euch teilen. Vielleicht wart ihr bereits in Korea und findet euch selbst in den Geschichten wieder. Vielleicht seid ihr aber auch nur neugierig, oder ihr plant irgendwann mal nach Südkorea zu fliegen und sucht noch nach ein paar Tips für eure bevorstehende Reise. Falls du Koreaner bist, wirst du hier meine Perspektive einnehmen können und sehen, wie ich dein Land gesehen habe und was mir lustig vorkam (so lustig, dass ich sogar extra einen Blogeintrag darüber verfasst habe). Nimm es nicht zu ernst, denn ich liebe dein Land sehr.

Koreaner lieben Endungen

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Jeju-do

Gu, Dong, Si, Gil, Do – Koreaner nutzen Endungen um damit Orte näher zubeschreiben. Zunächst scheint es zwar sehr kompliziert, aber wenn man die einzelnen Bedeutungen der Endungen kennt ist es eigentlich ganz nützlich, da es den Ort näher festlegt. Die Endungen “do” markiert die Provinz, in der man sich befindet. Südkorea hat acht Provinzen und eine besondere autonome Provinz. Die Endung “si” steht für die Stadt in der Provinz. Die Hauptstadt der Insel Jeju hat beispielsweise den selben Namen wie ihre Insel. In diesem Fall ist Jeju-do die komplette Insel als eine Provinz. Jeju-si ist wiederum nur die eigentliche Hauptstadt der Insel. Größere Städte haben verschiedene Stadtbezirke mit der Endung “gu” (kleinere Städte und Landgemeinden haben die Endungen “eup” und “myeon”) oder Landkreise “gun”. Eine Stufe darunter ist das Stadtviertel welches durch die Endung “dong” makiert wird. Dörfer haben die Endung “ri”. Zuletzt wäre da noch die Makierung “gil”, mit welcher Straßen bezeichnet werden.

Spezielle Feiertage

Koreaner lieben Feiern und sich gegenseitig Geschenke zu machen. Der größte Feiertag ist Chuseok (추석), welcher vergleichbar mit Thanksgiving ist. Zudem wird er auch mit der kompletten Familie gefeiert. Die Feierei geht drei Tage und ist Anfang Herbst. Außerdem feiern Koreaner auch ein spezielles Neujahr nach dem chinesischen Kalender, Seollal (설날). Dieser Feiertag ist zu Beginn des Jahres. Valentinstag ist immer am 14. Februar und in der ganzen Welt bekannt. In Korea ist es der Tag, an dem Frauen ihren Liebsten beschenken. Korea hat aber auch den “White Day” (Weißer Tag), welcher dem Valentinstag ähnelt. Er ist exakt einen Monat später und an diesen Tagen werden wiederum die Frauen von ihren Partnern beschenkt. Aber Korea hat auch einen speziellen Tag für Singles.

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Jajangmyeon

Am 14. April ist der “Black Day” (Schwarzer Tag). Alle Singles tragen schwarze Kleidung und treffen sich in Restaurants, um dort Jajangmyeon zu essen, Nudeln mit Schwarzerbohnen-Sauce. Ein anderer kommerzieller und inoffizieller Feiertag ist “Pepero Day”. Pepero (빼빼로) sind kleine Stäbchen mit verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Schokolade, Beeren oder grünem Tee (ähneln den Mikadostäbchen, die man hier kaufen kann). Der Tag wird von der berühmten Firma Lotte unterstützt und wird am 11. November gefeiert, da das Datum des 11.11. an Pepero Stäbchen erinnert.

Über Nacht in der Bücherei

Da ich in Seoul studiert habe weiß ich bereits, dass Koreaner sehr fleißig sind und sehr viel lernen. Besonders vor Zwischen- und Abschlussprüfungen sind die Bibliotheken voller Studierenden. Manche von ihnen sind so fixiert auf ihre Lern-Phasen, dass sie sogar in der Bibliothek schlafen. Eine Freundin von mir verbrachte ungeplant eine Nacht in der Bücherei meiner Universität. Sie wusste nicht, dass diese um Mitternacht schließt. Da viele andere Studierende auch noch in den Lesesälen saßen, dachte sie nicht weiter über die Schließzeiten nach, kam aber, als sie gehen wollte, nicht mehr aus der Bibliothek heraus. Am Ende musste sie tatsächlich bis fünf Uhr morgens bleiben und warten, bis die Bücherei wieder offiziell geöffnet wurde. Die anderen Studierenden erzählten ihr, dass sie absichtlich über Nacht blieben, um sich vollends auf ihre Prüfungen konzentrieren zu können. Wenn nötig, würden sie zwischendurch ein Nickerchen machen oder Decken mitbringen, um in der Bücherei zu schlafen und am frühen Morgen weiterzulernen.

Freizeit in Seoul

Falls Koreaner nicht gerade die ganze Nacht durchlernen und sich in Bibliotheken einschließen lassen, genießen sie natürlich auch ihre Freizeit in Seoul. Eine meiner Lieblingsgeschichten ist mein Tag in einem Wasserfreizeitpark in Seoul, weil ich das Gefühl habe, dass ich an dem Tag wirklich einiges über die Unterschiede zwischen unsern Ländern gelernt habe. Ich bin mit drei Freundinnen in einen Wasserpark gegangen, wir sind alle aus westlichen Ländern, weshlab es für uns auch relativ gängig war einen Bikini anzuziehen. Das Problem ist, in Asien scheinen Bikinis weniger beliebt zu sein. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass Koreanerinnen eigentlich nie Oberteile mit Ausschnitt anziehen (Mini Röcke sind dagegen kein Problem). Deshalb habe ich mich mit meinem Bikini auch eher etwas fehl am Platz gefühlt. Die meisten Koreaner trugen Badeanzüge aus Neopren mit langen Oberteilen. Überhaupt war ich sehr überrascht, wie viele Leute normale Straßenkleidung wie Jeans, Schuhe, Sonnenbrillen oder Shirts zum rutschen im Wasserpark anhatten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies in Deutschland nicht erlaubt wäre. Ein anderer Fakt ist, dass viele Koreaner (aber auch in anderen asiatischen Ländern) nicht oder zumindest nicht besonders gut schwimmen können. Daher tragen viele von ihnen Schwimmwesten, auch auf den Wasserrutschen. Das war ein weiterer Grund weshalb wir auffielen.
Ich habe mich auch etwas über die Mädels gewundert, welche sich extra geschminkt hatten mit Make Up und Lippenstift.  Denn für mich wäre ein Wasserpark der letzte Ort, wo ich mich schön zurecht machen oder überhaupt Make Up tragen würde. Aber meine koreanische Freundin hat dazu gemeint, dass eben auch der Wasserpark ein Ort zum Flirten sei und es deswegen wichtig sei auch dort besonders hübsch zu sein. Einige Schwimmbadbesucher hatten auch kleine transparente Täschchen um den Hals, in denen sie teure Handys, Schminke oder auch ihre Kreditkarten mit sich herumtrugen. Auch das wären Sachen, die ich definitiv Zuhause lassen würde.  Sehr interessant finde ich auch, dass es in Korea vollkommen in Ordnung ist sich vorm gleichen Geschlecht nackt zu zeigen. Wenn ich mir deutsche Schwimmbäder anschaue, gibt es für jeden getrennte Umkleidekabinen und die meisten würden sich nicht einmal in den Duschräumen ausziehen wollen. Auf der anderen Seite geht das deutsche Fernsehen offener mit Nacktheit um, es werden mehr Menschen teilweise oder auch mal komplett nackt gezeigt. Dahingegen sind nackte Körperstellen in koreanischen Filmen oder Serien doch schon eher sehr rar.

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Ein koreanischer “Gaming Place”

Etwas anderes mit dem wir gerne unsere Zeit verbracht hatten waren die “Gaming Places”. Wenn man es mit Spielhalle übersetzt, klingt es etwas zu sehr nach Glücksspiel, das ist hiermit aber tatsächlich gar nicht gemeint. Es gab verschiedene kleine Spiele, die man alleine oder auch mit Freunden spielen konnte. Sehr berühmt ist dabei Baseball, wobei der Spieler die Rolle des Batter einnimmt und im besten Fall einen Homerun schlägt. Auch berühmt sind die bunten Automaten voller Kuscheltiere, aus denen man mit Hilfe eines Greifarms ein Spielzeug in nur einem Versuch aus der Maschine holen muss.

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Noraebang (노래방)

Die wichtigste Freizeitakitivtät ist das Noraebang (노래방) – Koreanisches Karaoke. Es bietet eine gute Möglichkeit um sich mit Freunden zu treffen und gemeinsam seine liebsten Kpop Songs zu singen, aber auch Hits aus Japan und China und natürlich Welthits in englisch. Jede Gruppe erhält ihren eigenen Raum mit einem großen Bildschirm, Mikrofonen und Partylichtern. Noraebangs sind manchmal auch eine gute Möglichkeit die Zeit verstreichen zu lassen, während man auf die erste Metro am Morgen wartet.  

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Daily life in Südkorea Pt. II

222 Tage Asien

Schnorcheln mit Fischen, Kayak fahren, Street Art, Buddhistische Tempel, Insekten auf der Speisekarte, öffentliche Bäder, Vulkane, Motorradfahrten, Meditation mit Mönchen, Vollmond-Party, Delfine … 

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Als aller erstes: Lass dich nicht umbringen

“Und du willst wirklich nah Südkorea gehen? Ist das nicht zu gefährlich? Immerhin hat Nordkorea Atomwaffen und es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis sie sie einsetzen werden.”, “Mein Onkel war auch mal in Kambodscha, allerdings ist er sechs Monate später an Krebs gestorben, den er dort bekommen hat. Seine Ärzte konnten ihm nicht mehr helfen.”, “Ich habe gehört derzeit werden viele Frauen im Vietnam entführt.”, “Oh man, da musst du aber echt aufpassen. Ich habe schon oft gehört, dass Menschen in Indonesien ausgraubt wurden.” Um ehrlich zu sein, habe ich eine Menge Geschichten wie diese gehört, sobald ich anderen von meinen Plänen erzählt habe durch Asien zu reisen. Ich verstehe wirklich nicht, warum man nicht einfach eine schöne Zeit wünschen kann, anstatt zu versuchen einem eine höllenangst einzujagen mit den schlimmsten Urlaubsgeschichten aller Zeiten. Wie auch immer, es konnte mich trotz allem nicht davon abbringen mich auf meine Reise zu begeben und ich bin froh, dass ich die mei stn Warnungen einfach überhört habe und mich von Asien hab begeistern lassen.

Zudem habe ich oft gehört – vor allem von Asiaten, dass ich besonders mutig sei alleine zu reisen. Aber um ehrlich zu sein habe ich mich nie für besonders mutig gehalten, zumindest nicht wegen meiner Reisen. Auch wenn es in gewisserweise etwas mit Überwindung zu tun hat, den ersten Schritt zu machen und alleine aufzubrechen. Aber zum Glück war die Neugierde größer als jede Angst. Und am Ende waren die meisten Menschen sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe Menschen getroffen, die mich kostenlos haben übernachten lassen, mich einluden mit ihnen zu essen oder mich irgendwo hinfuhren. Und die meisten Plätze waren am Ende auch nicht annäherend so beängstigend, wie die Geschichten die ich vorher erzählt bekommen habe.

In 222 Tagen habe ich dreizehn verschiedene Länder bereist. Alles begann mit meinem Auslandssemester in Seoul, in Südkorea, Ende August. Während meines Semesters flog ich für fünf Tage nach Tokio in Japan und habe darüber hinaus noch andere Orte Südkoreas besucht, wie die Grenze zu Nordkorea, die Insel Jeju, die zweitgrößte Stadt Busan und eine Insel mitten in Korea – Nami Island. Ein Tag bevor Neujahr flog ich nach Peking, wovon ich meine Reise quer durch Südostasien begann – nach Hong Kong, Macau, den Vietnam, Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien und auf dem Rückweg von Korea in die Vereinten Arabischen Emirate.

Aber ich werde euch noch Stück für Stück mehr von meinen Reisen berichten. Also bleibt dran und lest von meinen verrückten, lustigen und abenteuerlichen Geschichten.

Jeju – Das Urlaubsparadies Südkoreas Pt. II

Nach Wasserfällen, neuen Früchten und einem Besuch auf dem berühmten Seongsan Ilchulbong, ging es am dritten Tag in den Western. An meinem letzten Tag in Jeju habe ich den Hallim Park und den Hyeopjae Strand besucht.

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Tag 3: Meer, K-Dramas und Museen

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Der Oedolgae Felsen

Am dritten und zugleich auch letzten Tag meiner Reise nach Jeju ging es in den Westen der Insel. Ich habe kurz zuvor eine Koreanerin kennengelernt und wir beschlossen zusammen weiter-zureisen. Unser erste Stop brachte uns an den Oedolgae Felsen. Von dort hat man eine tolle Aussicht übers Meer. Unterschiedliche Rundgänge führen entlang der Klippen. Die Umgebung ist sehr schön, weshalb es nicht überraschen dürfte, dass dieser Ort K-Dramas als Setting dient. Im Allgemeinen ist Jeju im Übrigen ein beliebter Drehort für koreanische Produktionen. Der Oedolgae Felsen war der Drehort des K-Dramas “Daejanggeum”. Die TV-Serie wurde 2003 ausgestrahlt.

Unser zweiter, kurzer Stop brachte uns zum “Jungmun Tourist Complex”. Hier gilt es verschiedene Museen zu entdecken, wie Ripley’s “Believe it or not! Museum”, welches eine Kette aus den USA ist und verschiedene Kuriositäten ausstellt, aber auch Wunder der Natur und Rekorde. Außerdem ein Schokoladenmuseum und ein Teddy Bear Museum, sowie das “Alive Museum”, indem Besucher lustige Fotos machen und mit optischen Künsten spielen können. Bei “Play Kpop” handelt es sich um ein Museum über Kpop Musik mit Hologram- und 3D-Konzerten. Aber ich will hier nun auch nicht zu viel Werbung machen. Wenn ihr Museen mögt, etwas Zeit mitbringt und/oder regnerische Tage, ist dieser Ort auf jeden Fall perfekt.

Am Oedolgae Felsen
 
 
 
 
 
Ripley's "Believe it or not - Museum" am "Jungmun Tourist Colplex" - das Gebäude sieht bereits verrückt aus.
 
Das K-Pop Museum am "Jungmun Tourist Colplex"
 
A,  Hyeopjae Strand
 
 
 
 
 

Hallim Park – Palmen, Höhlen und tropische Vögel

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Beim Füttern der kleinen Papageien

Der Hallim Park ist in Hallim-eup und wurde, wie man schon hört, auch danach benannt. Der Park wurde 1971 eröffnet und ist ein beliebter Touristenpunkt, ganz in der Nähe des Hyeopjae Strands. Der Hallim Park ist fast 100.000 Quadratmeter groß und verfügt über verschiedene Gärten mit einer Vielzahl an Pflanzen, Tieren und zwei Höhlen. Nach der “Palm Tree Avenue” (Palmen Allee) können Besucher den “Wild grass & Flower Garden” (Wildgras- & Blumengarten), den “Jeju Stone & Bonsai Garden” (Jeju Stein- & Bonsaigarten), the “Stone Exgibit Hall” (Stein-Exponaten-Halle) und den “Water Garden” (Wassergarten) besichtigen. The “Hyeopjae & Ssangyon Caves” (Hyeopjae und Ssangyon Höhlen) sind bekannt als einzige zweidimensionalen Höhlen der Welt. Das “Jae-Am Folk Village” beinhalten mehrere traditionelle Häuser. dscn9745Besucher bekommen die Möglichkeit kleine Papageien zu füttern, sowie hübsche Pfauen und Straußen im “Bird Garden” (Vogelgarten) zu sehen. Hierbei ist einigen Vögeln auch das freie Bewegen im Park gestattet. Im “Subtropical Garden” (Subtropischer Garten) leben verschiedene Tiere wie Schildkröten, Schlangen und Eidechsen. Ich finde zwar gut, dass die Vögel sich frei bewegen können. Allerdings – und ich möchte damit nun wirklich keine lange und ermüdende Diskussion auslösen – allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Terrarien in den Subtropischen Gärten etwas zu klein für ihre Bewohner sind. Das finde ich wirklich schade, zumal die Gärten ansonsten wirklich schön sind und ich glaube, dass Besucher diese noch mehr genießen könnten, wenn sie wüssten, dass es den Tieren auch wirklich gut dort geht (ohne zu viele Unterstellungen machen zu wollen).

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Neben den schon aufgezählten Gärten, gibt es weitere, kleinere Gärten, welche in verschiedenen Monaten geöffnet sind, wie der “Cherry Blossom Garden” (Kirschblüten-Garten) im April. Wir waren dscn9618fast drei Stunden in dem Park, ich habe anfangs wirklich die Größe unterschätzt. Der Eintritt hat 10.000 Won (~8€) gekostet. Ich würde den Park weiter empfehlen, da er wirklich sehr hübsch ist, es Spaß gemacht hat und interessant war, sich die ganzen Pflanzen und Tiere anzuschauen. Meine Highlights waren das Füttern der kleinen Papageien, die Allee mit den kleinen Großvätern am Beginn der “Wild grass & Flower garden” (Wildgras- & Blumengarten), aber auch der “Bonsai Garden” (Bonsaigarten) mit den kleinen Bäumen, welche schon mehrere hundert Jahre alt sind,  die “Palm Tree Avenue” (Palmen Allee) und die kleinen Häuser des “Jae-Am Folk Village”.

Weiße Sandstrände und klares, blaues Wasser

Unser letzter Stop des Tages brachte uns zum Hyeopjae Strand (협재해수욕장). Ich habe bereits in meinem letzten Artikel über die Schönheit der Strände mit ihrem kristallklarem, blauen Wasser geschrieben, welche aussehen, als wären sie aus irgendwelchen Hochglanzmagazinen gestohlen worden. Ja, mit diesem Satz meinte ich den Hyeopjae Strand im Westen von Jeju. Allerdings weiß ich nicht, wie voll der Strand in der Hochsaison ist, da wir dort Mitte Oktober waren. Die Küste ist etwa neun Kilometer lang, hat hübschen, weißen Sand und Gestein aus erloschener Lava. Das Wasser ist für sehr lange Zeit sehr flach, wenn man hinein läuft. Allerdings ist Schwimmen wohl nur mit einem Rettungsschwimmer in der Hochsaison erlaubt.

Hier geht es zum ersten Part:
Jeju – Das Urlaubsparadies Südkoreas Pt. I